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In deutschen Großstädten unterscheiden sich die Wohnkosten für Studierende deutlich. Während staatlich geförderte Unterkünfte vergleichsweise günstig bleiben, steigen die Preise für private und hybride Wohnformen weiter an. Dies weckt zunehmend das Interesse institutioneller Investoren.
Aufenthaltsraum bzw. Küche in einem Wohnheim in Adlershof

Wohnheime sind bei Studierenden wegen Gemeinschaftskonzepten und Uninähe beliebt. Sie sind günstiger als private Wohnungen, aber stark nachgefragt: Zum Wintersemester 2024/25 warten rund 34.500 Studierende bei elf Studierendenwerken auf einen Platz. / © Foto: Wikimedia Commons, Mila Hacke, CC BY 4.0

© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Bodo Kubrak, CC0
© Foto: Wikimedia Commons, Mila Hacke, CC BY 4.0 

 

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Eine Analyse des Immobilienberatungsunternehmens JLL macht deutlich, dass Studierende in deutschen Metropolen je nach Wohnform und Standort sehr unterschiedliche Mietkosten tragen. So zahlen sie in privat vermieteten Studentenwohnheimen im Sommersemester 2025 durchschnittlich 954 Euro in Hamburg, 805 Euro in Berlin und 791 Euro in Köln.

Noch höher liegen die Mieten in sogenannten hybriden Konzepten, bei denen auch Nichtstudierende Wohnungen anmieten können. In München beläuft sich die durchschnittliche Miete auf 1.374 Euro, in Hamburg auf 1.171 Euro und in Berlin auf 1.140 Euro. Köln ist auch in dieser Kategorie mit durchschnittlich 836 Euro am günstigsten.

Öffentliche Wohnheime und WGs: Staatlich geförderte Angebote günstiger, aber begrenzt verfügbar

Studierende, die einen Platz in einem Wohnheim der Studierendenwerke erhalten, zahlen deutlich weniger als im privaten Wohnungsmarkt. Jedoch sind diese Plätze hart umkämpft. Zu Beginn des Wintersemesters 2024/2025 stehen allein bei elf der 57 deutschen Studierendenwerke rund 34.500 Studierende auf Wartelisten für einen Wohnheimplatz. In Köln beträgt die durchschnittliche Miete 321 Euro, in Stuttgart 390 Euro, in Frankfurt 494 Euro und in Hamburg 563 Euro.

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Neben Wohnheimen stellen Wohngemeinschaften (WGs) eine weitere Wohnform dar. Hier liegen die Durchschnittsmieten in München bei 776 Euro, in Berlin bei 637 Euro und in Hamburg bei 550 Euro. JLL stellt fest, dass sich die Mietkosten für WG-Zimmer und private Wohnheime in Städten wie Berlin und München stark angenähert haben.

Preisunterschiede bei geförderten und hybriden Konzepten: Fördermittel wirken dämpfend auf Mietniveau

Die Unterschiede zwischen geförderten Wohnheimen und hybriden Konzepten sind in einigen Städten erheblich. In Berlin sind hybride Wohnungen fast doppelt so teuer wie geförderte Angebote. In München liegt der Preisunterschied bei etwa 70 Prozent. Während sich die Mieten in geförderten Wohnheimen seit dem Wintersemester 2024/2025 kaum verändert haben, sind die Preise für hybride Wohnformen im Durchschnitt um 4,8 Prozent gestiegen

Laut JLL ist in Städten wie Berlin und München auch in den kommenden Jahren mit einer weiteren Vergrößerung der Mietunterschiede zu rechnen. Der Wohnungsmarkt sei dort stark angespannt, was sich unter anderem in langen Wartezeiten für geförderte Wohnheimplätze zeige. Während geförderte Wohnungen durch Miet- und Belegungsbindungen preislich stabil bleiben, könnten die Mieten für frei finanzierte Wohnformen weiter steigen.

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Marktentwicklung und Investitionsinteresse: Studentisches Wohnen gewinnt an Bedeutung für Kapitalanleger

Mit Blick auf die zunehmende Nachfrage nach bezahlbarem studentischem Wohnraum registriert JLL ein wachsendes Interesse institutioneller Investoren. Im Jahr 2024 lag der Anteil studentischer Wohnprojekte am gesamten Wohnimmobilien-Transaktionsvolumen in Deutschland noch bei einem Prozent, während dieser Anteil in anderen europäischen Ländern bei bis zu 16 Prozent liegt.

Internationale Anleger mit Erfahrungen auf anderen Märkten verstärken nun ihr Engagement in Deutschland. Parallel dazu hat sich auch die Bewertung des Risikos verändert: Der Renditeabstand zwischen studentischem und klassischem Wohneigentum ist seit 2021 von 120 bis 130 auf 75 bis 85 Basispunkte gesunken. Seit Ende 2024 beobachtet JLL eine steigende Zahl an Verkaufsprozessen bei Bestandsobjekten, Projektentwicklungen und Plattformen. Für das Jahr 2025 wird daher ein zunehmendes Transaktionsvolumen erwartet.

Quellen: Jones Lang LaSalle Inc., Deutsches Studierendenwerk

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