Die HOWOGE will 174 Wohnungen an der Roedernallee in Wittenau grundlegend sanieren. 126 bewohnte Wohnungen sind betroffen. Was für die Mieter gilt.
HOWOGE-Sanierung an der Roedernallee
© Titelbild: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 3.0
An der Roedernallee in Wittenau steht eine tiefgreifende Veränderung bevor. Die landeseigene HOWOGE will einen größeren Wohnkomplex umfassend sanieren. Für die dort lebenden Menschen geht es dabei um weit mehr als eine gewöhnliche Modernisierung. Denn während der Arbeiten können sie nicht in ihren Wohnungen bleiben.
- Bezirk: Reinickendorf
- Adresse: Roedernallee 165–168, 13407 Berlin
- Projektstatus: Sanierung angekündigt
- Wohnungen: 174
- Baubeginn: ab 2027 vorgesehen
HOWOGE will Wohnanlage an der Roedernallee grundlegend verändern
Nach Angaben der HOWOGE soll der Komplex an der Roedernallee 165 bis 168 nicht nur instand gesetzt werden. Das Unternehmen plant vielmehr einen tiefen Eingriff in die bestehende Gebäudestruktur. Vorgesehen sind unter anderem neue Fassaden sowie eine Neuordnung der Wohnungsgrundrisse. Die heutigen Wohnungen sollen deshalb nach Abschluss der Arbeiten in dieser Form nicht mehr bestehen.
Das betrifft einen vergleichsweise großen Bestand. Insgesamt gehören 174 Wohnungen zu den betroffenen Häusern. Aktuell sind nach Angaben der HOWOGE noch 126 davon bewohnt.
Sanierung ab 2027: Mieter müssen ihre Wohnungen verlassen
Anders als bei vielen Modernisierungen können die Bewohner während der Sanierung nicht in ihren Wohnungen bleiben. Der Beginn der Arbeiten ist nach dem derzeit bekannten Stand ab 2027 vorgesehen. Einen belastbaren Termin für den Abschluss oder eine konkrete Bauzeit hat die HOWOGE bislang nicht genannt.
Für die Mieter organisiert das Unternehmen deshalb Ersatzwohnungen. Nach Angaben der HOWOGE übernimmt es die Umzugskosten und unterstützt außerdem bei der Herrichtung der neuen Wohnungen. Frei werdende Wohnungen in Reinickendorf sowie in benachbarten Teilen von Wedding und Moabit sollen gezielt für die betroffenen Haushalte reserviert werden. Darüber hinaus gibt es Angebote in anderen Teilen Berlins, unter anderem im Haveluferquartier in Spandau. Dort baut die HOWOGE selbst Wohnungen.

Wohnbebauung an der Roedernallee und Thyssenstraße in Berlin-Wittenau. In diesem Bereich liegt auch der Wohnungsbestand, den die HOWOGE umfassend sanieren will. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 3.0
Rückkehr an die Roedernallee ist noch nicht abschließend geklärt
Besonders sensibel ist die Frage, ob die bisherigen Mieter später wieder an die Roedernallee zurückkehren können. In einem Schreiben an die Bewohner hatte die HOWOGE laut Berliner Morgenpost zunächst darauf hingewiesen, dass eine Rückkehr in die bisherigen Wohnungen nach der Sanierung sehr wahrscheinlich nicht möglich sein werde.
Gegenüber der Zeitung erklärte das Unternehmen zugleich, für Haushalte mit Rückkehrwunsch zusätzliche Lösungen entwickeln zu wollen. Wie diese konkret aussehen, ist bislang offen.
Roedernallee kam durch großen Wohnungsankauf zur HOWOGE
Die Geschichte des Bestands ist auch deshalb relevant, weil die Häuser erst seit wenigen Jahren wieder einem landeseigenen Unternehmen gehören. Im September 2021 vereinbarten HOWOGE, degewo und berlinovo den Erwerb von rund 14.750 Wohnungen und rund 450 Gewerbeeinheiten aus Beständen von Vonovia und Deutsche Wohnen. Der Kaufpreis für das Gesamtpaket lag bei rund 2,46 Milliarden Euro. Die HOWOGE übernahm davon knapp 8.300 Wohnungen. Allein 1.751 Wohnungen des gesamten Pakets lagen in Reinickendorf.
Schon damals spielte der Zustand der Gebäude eine Rolle. Laut Senatsverwaltung floss der notwendige Investitionsbedarf für mittel- und langfristige Instandsetzungen ausdrücklich in die Bewertung des Portfolios ein.
HOWOGE saniert auch andere übernommene Großsiedlungen
Dass neu übernommene Bestände einen hohen Sanierungsbedarf haben können, beschreibt die HOWOGE selbst in ihren Geschäftsunterlagen. Das Unternehmen erklärte bereits nach dem Ankauf, seine Sanierungstätigkeit konzentriere sich unter anderem auf neu erworbene Bestände, die zum Teil unsaniert seien und einen hohen Instandhaltungsstau aufwiesen.
Wie umfangreich solche Programme ausfallen können, zeigt derzeit die High-Deck-Siedlung in Neukölln. Dort modernisiert die HOWOGE über einen Zeitraum von zwölf bis 15 Jahren mehr als 1.900 Wohnungen. Allerdings unterscheidet sich dieses Vorhaben in einem entscheidenden Punkt von der Roedernallee: Bei der aktuell laufenden Modernisierung können die dortigen Bewohner nach Angaben des Unternehmens grundsätzlich in ihren Wohnungen bleiben.
Für die Roedernallee bleiben dagegen noch zentrale Fragen offen. Dazu zählen der genaue Bauablauf, die Dauer der Sanierung und vor allem die Bedingungen für eine spätere Rückkehr an den Standort. Entscheidend für die Menschen vor Ort wird vor allem sein, welche konkreten Vereinbarungen die HOWOGE mit den 126 noch dort lebenden Haushalten trifft.
Quellen: Berliner Morgenpost, HOWOGE
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