Ein überraschender Vorschlag bringt Bewegung in die Standortdebatte rund um Alba Berlin. Während der Verein Richtung Adlershof denkt, setzt Architekt Mario Lindner auf den Standort Charlottenburg und die Mierendorffinsel, wo eine Modernisierung der bestehenden Sömmering-Sporthalle so oder so ansteht. Muss der Club wirklich nach Adlershof ziehen, oder liegt die Zukunft näher als gedacht?

Adlershof oder Charlottenburg – die Standortfrage für Alba ist wieder offen. Ein Alternativkonzept setzt auf Bestandsentwicklung auf der Mierendorffinsel statt Neubeginn im Berliner Südosten. / © Visualisierung: Lindner Planungsbüro
© Titelbild: Lindner Planungsbüro
Während Alba Berlin aktuell konkrete Pläne für einen groß dimensionierten Sportcampus im Berliner Südosten verfolgt, bringt ein neues Konzept eine überraschende Alternative ins Spiel: Statt eines kompletten Umzugs nach Adlershof könnte der Club auch in Charlottenburg bleiben und dort eine neue, moderne Arena errichten.
Das schlägt jedenfalls Mario Lindner vor, Architekt und Geschäftsführer des Lindner Planungsbüros. Sein Büro hat ein alternatives Nutzungskonzept für das bestehende Grundstück zwischen Sömmeringstraße, Schloßbrücke und Spree entworfen, welches Teil der Mierendorffinsel ist.
Charlottenburg statt Adlershof? Neuer Vorschlag für Alba-Standort
Die bisherigen Überlegungen von Alba sehen bekanntlich einen umfassenden Neubau in Berlin-Adlershof vor, inklusive Multifunktionsarena für bis zu 20.000 Fans sowie ergänzenden Trainings- und Eventflächen.
Der geplante Campus würde den Berliner Südosten deutlich aufwerten und erstmals eine ernsthafte Konkurrenz zur bestehenden Veranstaltungslandschaft darstellen.
Doch mit dem nun vorgestellten Konzept von Mario Lindner rückt ein anderer Standort in den Fokus: die Fläche der bestehenden Sömmering-Sporthalle. Dort könnte eine neue Arena entstehen, die sowohl den sportlichen Anforderungen von Alba als auch den Bedürfnissen des lokalen Umfelds gerecht wird.
Neubau statt Sanierung: Sömmeringhalle als Ausgangspunkt für neue Alba-Arena in Charlottenburg
Ausgangspunkt der Überlegungen ist der bauliche Zustand der bestehenden Sömmeringhalle, die als stark sanierungsbedürftig gilt. Dach und Tragwerk müssten vollständig erneuert werden; ein Umstand, der laut einem Konzeptpapier, das ENTWICKLUNGSSTADT vorliegt, als Chance für einen vollständigen Neubau interpretiert wird.
Statt einer reinen Instandsetzung schlägt Lindner also vor, die vorhandenen Fördermöglichkeiten zu nutzen und eine deutlich größere, multifunktionale Arena zu entwickeln. Diese soll nicht nur Heimspielstätte für Alba werden, sondern auch Veranstaltungen des Vereins SCC Berlin sowie internationale Sportevents aufnehmen können.
Mierendorffinsel: Neue Multifunktionale Arena mit urbaner Einbindung
Kern des Entwurfs ist eine Arena mit rund 15.000 Plätzen. Die Tribünen sollen sich an der steilen Geometrie der Max-Schmeling-Halle orientieren, um eine möglichst dichte und atmosphärische Spielkulisse zu schaffen.
Darüber hinaus sind mehrere Nebenhallen vorgesehen, die insbesondere für Trainingszwecke und die Nachwuchsförderung genutzt werden könnten. Ergänzt wird das Konzept durch gastronomische Angebote entlang terrassierter Freiräume an der Spree; ein Ansatz, der den Standort auch außerhalb von Spieltagen beleben soll.
Die verkehrliche Anbindung gilt laut Lindner als zentraler Vorteil des Standorts: Die Nähe zu den U-Bahnhöfen Richard-Wagner-Platz und Mierendorffplatz sowie zur Bundesautobahn 100 ermöglicht eine gute Erreichbarkeit sowohl mit dem ÖPNV als auch mit dem Auto.
Vorteil Charlottenburg? Städtebauliche Integration des Alba-Campus im Bestand
Ein zentrales Argument für den Standort in Charlottenburg soll die bestehende Einbettung in ein gewachsenes urbanes Umfeld sein. Anders als in Adlershof, wo ein neuer Campus weitgehend neu entwickelt werden müsste, könnte die Arena hier in bestehende Strukturen integriert werden.
Das Konzept sieht daher vor, Rücksicht auf angrenzende Nutzungen wie Gewerbe, Wohnbebauung sowie kulturelle Einrichtungen zu nehmen. Auch gestalterisch soll eine Verbindung zur Geschichte des Ortes hergestellt werden, etwa durch eine moderne Interpretation der charakteristischen Dachform der alten Sömmeringhalle.

So könnte das Grundstück an der Sömmeringstraße nach Plänen von Architekt Mario Lindner entwickelt werden. / © Visualisierung: Lindner Planungsbüro
Strategische Frage für Alba: Expansion oder Verbleib?
Mit dem Alternativvorschlag stellt sich für Alba Berlin eine grundsätzliche strategische Frage: Soll der Verein mit einem Großprojekt in Adlershof neue Impulse im Südosten setzen, oder an einem zentral gelegenen Standort in Charlottenburg bleiben und dort auf bestehende Strukturen aufbauen?
Während der Campus in Adlershof vor allem Wachstum und Expansion verspricht, könnte der Neubau an der Sömmeringhalle Kontinuität und urbane Integration bieten. Welche Variante sich am Ende durchsetzt, dürfte nicht zuletzt von politischen, finanziellen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen abhängen.
Quo Vadis, Alba? Charlottenburg und Adlershof als Optionen zur Weiterenwicklung
Fest steht: Die Debatte um die Zukunft der Spielstätte von Alba Berlin gewinnt mit dem neuen Konzept deutlich an Dynamik und eröffnet eine weitere Perspektive für die sportliche und städtebauliche Entwicklung der Hauptstadt.
Eine Modernisierung respektive ein Neubau der Sömmering-Sporthalle steht so oder so ins Haus, soviel ist klar. Ob man dies mit der von Mario Lindner vorgeschlagenen „großen Lösung“ für Alba Berlin kombinieren kann, hängt wohl auch davon ab, wie die politischen Planspiele für die Weiterentwicklungspläne von Alba Berlin sind.
Quellen: Lindner Planungsbüro, Alba Berlin, SCC Berlin
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18 Kommentare
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Das letzte Foto mit der Halle und dem Vorfeld zur Spree hin… das sieht schon sehr schön aus!
passt aber beim besten willen weder zum plan weiter oben (wo sind die ganzen bäume abgeblieben?), noch zu der anderen visualisierung. 1. april?
Stimmt, 2 verschiedene Pläne/ Entwürfe… einmal ist die Halle achteckig, einmal oval.. Was gilt denn nun?
Sorry, ich bekomme den Master und die Renderings gerade nicht zusammengebacken… Und wo ist das Leistungszentrum, das neulich noch kolportiert wurde… im Sockel?…Egal, der Entwurf mit dem Oval in Wassernähe macht was her. Hätte einen signifikanten Wiedererkennungswert für die Vereinsmarke ALBA.
Eure Aprilscherze können ruhig etwas subtiler sein!
Hier hoffe ich, dass es kein Aprilscherz ist. Ich wohne in der Ecke. Würde mir gefallen.
Das ist tatsächlich kein Aprilscherz ;)
Na das würde ich aber schon als Aprilscherz werten – wo ist bloß die Wohnbebauung geblieben am Bonhoefferufer und in der Mierendorffstr. zur Schule hin – und was ist dieser weiße Riegel 90° zur Mierendorffschule … KI generiert – aber schlecht :-D
Den Anwohnern wurden bereits zahlreiche Parkplätze genommen, und nun soll dort möglicherweise auch noch eine riesige Halle entstehen, die überhaupt nicht zum bestehenden Umfeld passt. Zwar wird damit geworben, dass eine gute Anbindung über die A100 besteht, doch die entscheidende Frage bleibt: Wo sollen die ganzen Besucher parken?
Ist geplant, ein zusätzliches, wenig ansprechendes Parkhaus für bis zu 20.000 Menschen zu errichten? Oder wird das gesamte Gelände unterbaut? Oder ignoriert man die Parkplatzsituation mal wieder und macht einfach gar nichts?
In beiden Fällen wäre das ein erheblicher Eingriff insbesondere zulasten der vorhandenen Grünflächen, was sehr bedauerlich wäre.
Vielleicht sollte man als erstes die U-Bahnstation des Mierendorffplatzes barrierefrei errichten? Bevor man so ein Projekt angeht.
Da wirkt der Standort Adlershof deutlich attraktiver, da dort solche unnötigen Eingriffe in bestehende Strukturen und Grünflächen offenbar vermieden werden können.
Die Sömmeringhalle / Sporthalle Charlottenburg ist nicht als Baudenkmal geschützt? Auch so, kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Abriss einfach so genehmigt wird und schon gar nicht schnell. Das würde den Baubeginn einer neuen Arena erheblich verzögern.
Ist so eine Riesen-Halle mit dem Konzept „Nachhaltige Mierendorffinsel“ kompatibel? Oder spielt das dort keine Rolle?
Sehe ich ehrlicherweise gar nicht. Zum Einen müsste man am mierendorfplatz einiges verändern, was nicht wirklcih zu den eigentlichen Plänen dort passt, dann ist das mögliche Aufkommen bei einer Teilname Albas an der NBA Europe schlicht zu hoch für die Gegebenheiten dort.
Obendrauf kommt noch, dass diese Arena dann nicht nur für Alba genutzt wird, somit müsste Alba wieder mieten, muss sich an Andere richten und hat keine großen Möglichkeiten und muss die Halle auch noch mit anderen Vereinen und Berlin als Veranstalterin teilen.
Dieses Konzept muss Hertha BSC bspw bereits seit Jahrzehnten ertragen und hat diverse Nachteile dadurch, nicht nur finanziell, bspw dass der Rivale Union dort spielen musste und man nichts machen konnte, sowie das regelmäßige Auf- und Abbauen jeglicher vereins- und spieltags- bzw eventbezogener Dinge.
Da ist die Lösung in Adlershof wesentlich attraktiver für Alba selbst, für den Bezirk Treptow-Köpenick und das Land Berlin als Vermieterin des Baulands. Außerdem sind die Potenzialle für Alba im berliner Südosten unwesentlich größer.
Sehr schöner Entwurf, bitte mehr davon!
Dieses „Projekt“ ist eindeutig ein paar Nummern zu groß für die Mierendorff-Insel. Die Probleme mit An- und Abreise, Parken usw. (15000 Personen!!) wurden weiter oben ja schon angesprochen. Wenn man dann noch in Betracht zieht, dass ja die Schlossbrücke komplett „ersetzt“ werden soll – und damit der wichtige Verkehrsweg vom Spandauer Damm in Richtung Tegeler Weg / Mierendorffstr. für Jahre unterbrochen ist – ist ein Riesen-Chaos vorprogrammiert.
Oh mein Gott ….
Die Idee, ein Team in eine neu zu bauende Sporthalle zu locken, ist ja ganz gut, aber haben sich die Architekten wirklich mal die Lage angeschaut, für das, was sie vorschlagen?
– Bisschen viel Beton statt des aktuellen Parks. Da heizt sich ja alles auf.
– Man könne gut mit Auto anreisen? Bitte? Wie? Wenn die nicht ne riesige Tiefgarage bauen, ist da weder Platz, noch in der Umgebung.
– die Halle wirkt auch krass überdimensioniert im vergleich zu den ganzen Wohnbauten drum rum.
– wird dann endlich ein Fahrstuhl am U-Bahnhof Mierendorffplatz eingebaut?
– weshalb wird die Anbindung zur Ringbahn nicht erwähnt? So weit ist es nicht. Man hat sich also nicht intensiv damit beschäftigt.
Zudem passen hier Visualisierung nicht zum gezeichneten Plan. Da scheint so einiges nicht ausgereift zu sein.
Dieses Projekt wäre ein Albtraum für alle Klimaanpassungs-Bemühungen auf der Mierendorffinsel. Wir benötigen nicht mehr Versiegelung sondern im Gegenteil: Entsiegelung und Begrünung! Dieses Projekt stimmt nicht mit dem Klimanpassungskozept für diesen Kiez überein, und die Diskussion darüber sollte ganz schnell beendet werden.
Das Projekt braucht einen Flughafen in der Nähe und sehr viel Platz. Wieso Mierendorfplatz, weil da zufällig eine alte Halle saniert werden muss?
Wenn diese Planung kein Aprilscherz sein sollte, sollte sich entwicklungsstadt.de umbenennen in abwicklungsstadt.de
Finde es grundsätzlich kein allzu schlechtes Design, jedoch macht der Standort wirklich keinen Sinn.
Eine der besten Sporthallen Berlins einzustampfen nur um eine Halle ausschließlich für Basketball zu bauen? Da fallen so viele andere Sportarten/Trainingszeiten weg, welche Charlottenburg aktuell eh schon kaum bewältigen kann.
Wie sieht es denn alternativ mit dem nahegelegenen Industriegebiet in der Quedlinburger Straße (südöstlich davon) aus, welches sowieso nicht mehr genutzt wird.