Sie standen jahrzehntelang im Stadtbild, dann verschwanden Telefonzellen leise aus dem Alltag. Heute tauchen sie nur noch vereinzelt als Bücherbox oder Mini-Disco auf. Doch der größte Teil nahm einen anderen Weg – bis in ein unscheinbares Waldgelände bei Michendorf.

Die Collage zeigt drei Telefonzellen in Berlin, die heute als Teledisko oder Bücherschrank genutzt werden.

Ein Teil der ehemaligen Telefonzellen wird heute als Bücherboxen, kleine Ausstellungsräume oder kreative Stadtmöbel weiterverwendet. / © Fotos: Wikimedia Commons,Ji-Elle / Mushushu / Lear 21, CC BY-SA 4.0

© Titelbild: depositphotos.com

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Telefonzellen gehörten über Jahrzehnte zum vertrauten Bild deutscher Städte. In Berlin und der Region standen sie an Straßenecken, vor Bahnhöfen und auf Plätzen; zunächst gelb, später in Grau und Magenta. Mit dem Aufstieg des Mobiltelefons wurden sie nach und nach überflüssig und verschwanden schrittweise aus dem öffentlichen Raum.

Einige wenige Exemplare blieben erhalten und erhielten neue Funktionen. Sie stehen heute als Bücherboxen im Kiez, als kleine Ausstellungsräume oder kreative Installationen im Stadtraum. In Berlin existieren zudem die sogenannten „Telediskos“: umgebaute Telefonzellen, in denen Besucher Musik auswählen und kurze Mini-Partys feiern können.

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Diese Nutzungen sind jedoch Ausnahmen. Der überwiegende Teil der ehemaligen Telefonzellen wurde aus dem öffentlichen Raum entfernt und einem zentralen Rückbauprozess zugeführt.

Michendorf in Potsdam-Mittelmark: Das Zwischenlager im Wald

Eine wichtige Rolle spielte dabei ein Gelände in Michendorf in Potsdam-Mittelmark. Auf einem unscheinbaren Betriebshof am Rand eines Kiefernwaldes wurden über Jahre ausrangierte Telefonzellen gesammelt, geprüft und zwischengelagert. Der Ort diente der Deutsche Telekom als bundesweites Zwischenlager für den Rückbau öffentlicher Fernsprecher.

Seit 2013 wurden dort rund 4.000 Telefonzellen aufbereitet und, sofern möglich, für etwa 550 Euro an Selbstabholer weitergegeben. Besonders gelbe Modelle fanden schnell Abnehmer, während spätere graue und magentafarbene Varianten teils auf Wartelisten standen. Viele Geräte konnten jedoch nicht mehr gerettet werden, weil sie durch Vandalismus oder Verschleiß zu stark beschädigt waren.

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Luftaufnahme zeigt Sammel- und Umschlagplatz für Telefonzellen in Michendorf.

Das Gelände in Michendorf diente als Sammel- und Umschlagplatz, an dem tausende Telefonzellen zwischengelagert, geprüft und für eine mögliche Weiterverwendung vorbereitet wurden. / © Foto: Wikimedia Commons, Ra Boe

Rückbau und Auflösung des Standorts in Michendorf

Mit dem fortschreitenden Abbau der öffentlichen Telefonie wurde das Lager in Michendorf zuletzt nicht mehr benötigt. Anfang 2026 begann die Telekom damit, den Standort schrittweise aufzulösen. Die verbliebenen Kabinen, Einzelteile und Stahlkonstruktionen wurden abtransportiert und fachgerecht entsorgt oder dem bundesweiten Verwertungskreislauf zugeführt.

Damit endet auch die Funktion des Areals als zentraler Sammelpunkt. Künftig werden ausrangierte Telefonzellen direkt im Rahmen des Rückbauprogramms verarbeitet und möglichst ortsnah weiterverwertet, so der rbb. Mit der Auflösung des Standorts in Michendorf schließt sich ein weiterer Abschnitt in der Geschichte der öffentlichen Telefonie. Die Zellen sind damit nicht nur aus dem Stadtbild verschwunden, sondern auch aus der Logistik dahinter.

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Quellen: rbb, Berlin.de, Wikipedia, qiez

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