Am Michaelkirchplatz in Mitte läuft der Umbau. Neue Angaben des Senats zeigen nun, wie viele Parkplätze entfallen und wie sich der Verkehr ändern soll.

Die Visualisierung zeigt die geplante Umgestaltung des nördlichen Michaelkirchplatzes in Mitte mit neuen Regenwasserbeeten, einem Bouleplatz, Tischtennisflächen und zusätzlichen Aufenthaltsbereichen. / © Visualisierung: Bezirksamt Mitte
© Titelbild: IMAGO / imagebroker
Der Umbau des Michaelkirchplatzes verändert nicht nur das Erscheinungsbild des Platzes. Auch für Autofahrer bringt das Projekt deutliche Einschnitte. Eine neue Antwort des Berliner Senats liefert nun erstmals konkrete Zahlen zu den wegfallenden Parkplätzen und zum bisherigen Durchgangsverkehr.
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Ort: Nördlicher Michaelkirchplatz / Michaelkirchstraße, 10179 Berlin
- Projektstatus: Im Bau
- Fertigstellung: November 2026
- Kosten: 360.000 Euro
Am Michaelkirchplatz in Mitte hat der Bezirk im Juli mit der Umgestaltung begonnen. Bislang war allerdings nicht beziffert, wie stark sich das Projekt auf das Parkplatzangebot auswirkt. Das beantwortet nun eine Schriftliche Anfrage des CDU-Abgeordneten Lucas Schaal. Nach Angaben des Bezirksamts Mitte können durch die Maßnahme bis zu 52 Parkplätze entfallen. Der Bezirk setzt die Zahl ins Verhältnis zum gesamten Quartier: Die betroffenen Stellplätze entsprächen etwa vier Prozent der öffentlichen Parkplätze im Kiez.
Nach Darstellung des Bezirksamts besitzen zudem nur rund 40 Prozent der Haushalte im betroffenen Kiez ein Auto. Deshalb rechnet die Verwaltung lediglich mit einem begrenzten zusätzlichen Parkdruck. Außerdem verweist sie auf private Stellplatzangebote im Umfeld.
Michaelkirchplatz in Mitte: Rund 2.200 Autos fuhren täglich durch den Bereich
Interessant sind auch neue Daten zum Verkehr. Vor dem Umbau ließ der Bezirk am Knoten Michaelkirchplatz und Melchiorstraße zählen. Das Ergebnis: Rund 2.200 Kraftfahrzeuge innerhalb von 24 Stunden wurden dort als Durchgangsverkehr erfasst. Nach Angaben des Bezirksamts fuhren rund 80 Prozent der erfassten Kfz regelwidrig durch den betreffenden Abschnitt der Fahrradstraße am Michaelkirchplatz. Nach einer Eingewöhnungsphase will der Bezirk erneut zählen und damit überprüfen, wie sich die neue Verkehrsführung tatsächlich auswirkt.
Die Durchfahrt zwischen Michaelkirchstraße und Michaelkirchplatz wird mit einem sogenannten Modalfilter, also Pfosten, unterbrochen. Nach Einschätzung des Bezirks soll der bisherige Durchgangsverkehr dadurch stärker auf das übergeordnete Straßennetz gelenkt werden.
Michaelkirchplatz: Parkplätzen werden Grünflächen
Für Einsatzkräfte sind herausnehmbare Poller vorgesehen. Polizei und Feuerwehr sollen über die Position der Modalfilter informiert werden und sie bei der Routenplanung berücksichtigen können. Der Bezirk verweist außerdem auf alternative Anfahrtswege von Feuerwehrstandorten unter anderem an der Wiener Straße, Voltairestraße und Rüdersdorfer Straße. Auch Fahrzeuge der Ver- und Entsorgung sollen weiterhin sämtliche Grundstücke erreichen können.
Die wegfallenden Parkplätze und neuen Poller sind Teil eines größeren Umbaus. Asphaltierte Flächen werden entsiegelt, bestehende Grünflächen und Baumscheiben erweitert und neue Regenwasserbeete angelegt. Niederschläge sollen dadurch vor Ort versickern, anstatt wie bisher in die Mischwasserkanalisation zu fließen. Zudem entstehen zwei Tischtennisplatten, eine Fläche zum Boulespielen und zusätzliche Sitzmöglichkeiten. Die Fertigstellung des Umbaus am Michaelkirchplatz ist für November 2026 vorgesehen.
Nördlicher Michaelkirchplatz
Quellen: Abgeordnetenhaus von Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26705, Bezirksamt Mitte von Berlin, Fördergebiet Luisenstadt Mitte
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12 Kommentare
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Das ist das, was Berlin braucht. Alles sehr gute und dringend erforderliche Maßnahmen. Gern mehr davon!
Eine völlig unnötige Maßnahme, da sich genug Grünflächen im Umkreis befinden, Grosser Park und das Engelbecken. Dazu kommen die Neubauten, Michaelkirchstr/ Köpenicker Str., natürlich ohne Tiefgarage.
Aus Gesprächen mit den Anwohnern weiß ich von der Ablehnung und dem Unverständnis für diese Umbaumaßnahme. Die Gartendenkmale Michaelkirchplatz, Luisenstädtischer Kanal mit dem Engelbecken leiden unter ungenügender Pflege. Das Bezirksamt hat vor Jahren auf dem Michaelkirchplatz sogar Schmuckbeete entfernen lassen, weil sie nicht gepflegt werden konnten.
Das Engelbecken, eigentlich der ganze Luisenstädtische Kanal leiden unter Vandalismus. Es gibt Veränderungen am Beckenrand. Die Bepflanzung ist ungenügend. Bäume werden nicht nachgepflanzt. Schauen Sie sich die großen Baumscheiben in der Michaelkirchstr. an. Verwahrlosung seit Jahren. 1,5 Mio EUR wurden 2015 in die Umgestaltung des Michaelkirchplatzes gesteckt, auch die Flächen, die jetzt wieder abgerissen werden.
Der Heineblock wird m.E. eine Mausefalle, in die kaum noch ausreichend Zuwegungen bestehen. Täglich benutzen diese Straßen zahlreiche Rettungsdienste und die Polizei, die nun auch nicht mehr durchkommen. Alle Anwohner mit PKW, die Menschen mit Pflegebedarf und deren Angehörigen haben Parkplatzsorgen.
Schauen Sie mal in die parlamentarische Anfrage von Lucas Schaal an den Senat, was bzgl. der Bedürfnisse der Feuerwehr und der Anbringung von Leitern an div. Gebäuden geprüft wurde. Da stehen Ihnen die Haare zu Berge.
Tischtennisplatten sind im Umfeld genügend vorhanden. Boulebahn… die spielen seit Jahren auf dem Michaelkirchplatz und im Kanal ohne Probleme
Fast jeden Tag sammle ich dort 60 l Abfälle auf. Glauben Sie, dass das Bezirksamt die Flächen pflegen wird?
Wir haben Drogenprobleme, Obdachlosigkeit, sehr viel Wildpinkeln. Das wird schlimmer werden.
Zuletzt: Ich war an der Bürgerbeteiligung über weite Strecken dort beteiligt. Gehört werden wollte nichts. Eine Mail an das Bezirksamt mit meinen Aussagen aus Sicht eines schwerbehinderten Anwohners wird seit 01/26 nicht beantwortet. Trotz Mahnungen.
Was meinen Sie, wie viele von den Tausenden Anwohnern wirklich an der Bürgerbeteiligung aktiv mitgewirkt haben? Und wie Betroffenenvertretung und Bürgerverein als nicht direkte Anwohner agieren?
Das ganze da ist ein ganz übler Streich von Grünen und SPD. Von oben herab und der Bürgerbeteiligung einen Bärendienst erweisend.
Achso: Seit Beginn der Baumaßnahmen versuche ich zu erreichen, dass gegen Motorrad- und Mopedfahrer, Radfahrer, Lastenräder und dergleichen mehr auf den Grünflächen der Berolina und den Gehwegen vorgegangen wird. Raten Sie mal, mit welchem Erfolg? Null. Die rasen über die Grünflächen und Gehwege, Fußgänger und fremdes Eigentum sind völlig egal. Polizei, Senatsverwaltungen, Bezirksamt angeschrieben. Es tut sich nichts. Freibrief für Ordnungswidrigkeiten in Massen.
Eines kann ich nur hoffen: Das die Bürger endlich erkennen, dass sie selbst aktiv werden müssen. Erkennen, dass Menschen entscheiden, die dort nicht wohnen, Vorschläge machen, die an den Bedürfnissen vorbeigehen. Interessen von Behinderten sch…egal sind.
Fragen Sie mal die WBG Berolina, in welchem Maße sie vom Bezirksamt bei der Planung beteiligt wurde… Sie hat dort Tausende Genossenschaftler.
Es ist völlig absurd, was da geschieht.
Hier noch der Link zur parlamentarischen Anfrage des Abgeordneten Lucas Schaal mit der Beantwortung durch den Senat
https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-26705.pdf
Ach Gottchen. Die Autofraktion ärgert sich mal wieder, weil man ihnen ein wenig von ihrem Spielzeug bzw. Parkfläche weggnimmt. Was für ein irrer Haufen!
Es geht keineswegs nur um das Auto. Wobei ich auf Grund einer Schwerbehinderung dieses benötige. Falls Sie fähig sein sollten, lesen Sie doch einfach mal den ganzen Text und gehen mal vor Ort und sehen sich die Grünanlagen an. Gern können Sie auch zum Heinrich-Heine-Platz gehen und dort sich die versaute / zerstörte Vegetation ansehen.
Wieso reduziert eigentlich immer alles nur auf das Auto? Es geht um weit mehr.
Und ist das ein Problem, dass nicht zu lösen wäre? Was ist denn ihr Vorschlag? – Alles lassen wie es ist. Wow!
Ja. Man baut keine neuen Flächen, wenn man vorhandene Flächen nicht pflegen und ggf. sanieren kann. Es reicht auch, in den großen Tiergarten zu gehen und sich die zahllosen Mängel anzusehen
Erst Voraussetzungen und Basis für Pflege schaffen, die Grünanlagen gedeihen und nicht darben läßt.
Ich kann mir auch kein Luxusauto kaufen, wenn ich kein Geld für die Werkstatt habe.
Simpelste kaufmännische Prinzipien. Nicht nur für bunte Bildchen der Politik gebaute Flächen, die in ein paar Monaten hinüber sind.
Hier sehen manche Menschen wieder nur, was Ihnen vermeintlich weggenommen wird (ein paar Parkplätze). Schaut doch auch einmal darauf, was die Menschen, die dort wohnen, arbeiten oder sich aufhalten, gewinnen: Saubere Luft und weniger Lärm. Bei dreckiger Luft (durch Abgase) sowie zu viel Lärm, ist erwiesen, dass beides krank machen kann.
Wohnen Sie dort?
Wie oft sind Sie auf dem Michaelkirchplatz? In der Michaelkirchstr.? Haben Sie eine Schwerbehinderung oder pflegebedürftige Angehörige? Wissen Sie, wie viele Menschen dort berufstätig sind, in Schicht arbeiten? Fragen Sie mal den Busfahrer, der Nachtschicht hat, wie gut er nach Dienstschluss und Betriebspause noch einen Parkplatz findet? Fragen Sie mal den Pflegedienstmitarbeiter, wo er einen Parkplatz findet, um zu seinen Patienten zu gelangen? Fragen Sie mal den Gärtner des Grünflächenamtes, wie viel Zeit er haben wird, die Flächen zu pflegen und was derzeit in den vorhandenen Grünanlagen möglich ist? Haben Sie die Müllhaufen vor den Türen, die sie selbst wegräumen?
Haben Sie dann Tischtennisplatten unter dem Schlafzimmerfenster? Eine Boulebahn? Pflegen Sie die vollgepinkelten, zertretenen Vorgärten bei uns? Haben Sie die lauten Touris aus dem Hostel, die Drogenabhängigen, die Obdachlosen in den Vorgärten und unter den Tischtennisplatten?
Müssen Sie dann ein paar Kilometer mehr fahren, um zur Wohnung zu gelangen? Höhere Kosten bei Taxen, Handwerkern in Kauf nehmen? Länger auf Feuerwehr, Polizei und RTW warten?
Ein Müllauto lenken, dass um die Kurven kaum noch herumkommt? Lange Strecken rückwärts fahren?
Oder wohnen Sie ganz woanders und meinen, uns Anwohnern etwas schmackhaft machen zu müssen, was die wenigsten wollen?
Ich begrüße Begrünungspläne ja in der Regel, aber dieses Viertel (für viele andere mag das nicht gelten, aber dort schon), haben wir bereits extrem viele Grünanlagen – und wie der Poster „Jörg“ schreibt, sollte man sich est einmal um die Erhaltung dieser – eigentlich sehr schönen – Anlagen kümmern, die immer weiter runtergerockt werden.
Außerdem habe ich bis heute nciht verstanden, warum man den Fahrradweg unbedingt von der Melchiorstraße noch 20 Meter weiter auf den Platz erweitern musste. Dass 80% der Autos da widrig drüber fahren hätte ich unter Einsatz meines Vermögens ebenfalls vorhersagen können.
Vielleicht könnte man nach Abschluss der Arbeiten in der Köpenicker Straße gegenüber vom Kraftwerk – gern mit großzügigem Radweg, weil dort viele Radfahrer unterwegs sind – aber mal Michaelkirchstraße/Köpenicker Straße sowie Heinrich-Heine-Straße (eigentlich auch Prinzenstraße/Baerwaldtstraße runter bis zur Urbanstraße) mal den kompletten Straßenbelag sanieren. Selten so eine runtergekommene Hauptstraßen-Ansammlung wie in der Gegend gesehen. Und vielleicht mal die Ampelschaltung Kreuzung Michaelkirch/Köpenicker optimieren. Dann würden auch weniger Leute am Platz den Durchgangsverkehr suchen.