Wo jahrzehntelang die Leipziger Buchmesse stattfand, zieht bald japanische Mode ein. UNIQLO übernimmt die frühere Zara-Fläche im Messehaus am Markt. Damit setzt das Unternehmen seine Expansion in Deutschland fort.

Lange Fassade eines mehrgeschossigen Geschäftshauses aus hellem Naturstein mit großen Fenstern und dem Schriftzug „Messehaus am Markt“. Im Erdgeschoss befinden sich Schaufenster mehrerer Modegeschäfte, darunter Zara. Auf dem Gehweg davor laufen zahlreiche Passantinnen und Passanten.

Nach Plänen des Leipziger Büros Weis & Volkmann wurde das Messehaus am Markt 2004 und 2005 zum Geschäftshaus umgebaut. / © Foto: Wikimedia Commons, MaryG90, CC BY-SA 3.0

© Titelbild: Wikimedia Commons, Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0 

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Der japanische Modehändler UNIQLO eröffnet im Frühjahr 2027 eine Filiale in Leipzig. Wie das Unternehmen am 29. September 2026 mitteilte, zieht der Store in das Messehaus am Markt an der Ecke zur Petersstraße. Dort betrieb zuvor die spanische Modekette Zara ein Geschäft. Ein genaues Eröffnungsdatum nannte UNIQLO bislang nicht. Die Ansiedlung fällt in eine Zeit, in der viele Innenstädte mit Leerstand kämpfen. Bundesweit geben jedes Jahr tausende Geschäfte auf. Gleichzeitig baut UNIQLO sein Filialnetz in Deutschland weiter aus und setzt dabei gezielt auf zentrale Lagen in Großstädten.

Messehaus am Markt in Leipzig: Vom Buchmessehaus zum Modestandort

Das Gebäude blickt auf eine lange Messegeschichte zurück. An dieser Stelle stand seit 1913 das Messehaus National, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Zwischen 1961 und 1963 entstand dann ein Neubau nach Plänen eines Architektenkollektivs unter Leitung von Frieder Gebhardt. Bis 1997 fand hier die Leipziger Buchmesse statt. Anschließend zog sie auf das neue Messegelände im Norden der Stadt.

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Nach Jahren des weitgehenden Leerstands baute das Leipziger Büro Weis & Volkmann das Haus 2004 und 2005 zum Geschäftshaus um. Seitdem prägt eine Fassade aus Muschelkalk und großen Glasflächen das Erscheinungsbild. Das fünfgeschossige Gebäude erstreckt sich rund 85 Meter entlang der Petersstraße. Zudem führt ein Durchgang zum Passagensystem rund um die Mädlerpassage. Zara hatte dort ursprünglich rund 1.700 Quadratmeter angemietet.

UNIQLO expandiert weiter: Leipzig bekommt Sachsens erste Filiale

UNIQLO gehört zum japanischen Konzern Fast Retailing. IIn Deutschland startete das Unternehmen 2014 mit seinem Flagship Store an der Berliner Tauentzienstraße. Mittlerweile ist UNIQLO unter anderem in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Stuttgart, Frankfurt, München und Oberhausen vertreten. Allein in Berlin betreibt das Unternehmen sechs Filialen. Im Herbst 2025 kamen neue Standorte in Frankfurt am Main und München hinzu, im März 2026 folgte die erste Filiale im Ruhrgebiet in Oberhausen.

Mit Leipzig eröffnet UNIQLO seine erste Filiale in Sachsen und zugleich den ersten Standort in Ostdeutschland außerhalb Berlins. Laut Kaman Leung, Chief Operating Officer für Deutschland und Polen, vereine Leipzig Innovation, Kreativität und Geschichte. Das Messehaus am Markt verkörpere diesen Geist auf besondere Weise. Es sei dem Unternehmen daher eine Ehre, den neuen Store in einem so außergewöhnlichen Gebäude zu eröffnen. Leung leitet das Deutschlandgeschäft seit Mai 2026.

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Einzelhandel in deutschen Innenstädten: Ladensterben trifft vor allem kleine Händler

Der Expansion steht ein anhaltender Rückgang im Handel gegenüber. Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet für 2026 mit einem Nettoverlust von 4.900 Geschäften. Damit sinkt die Zahl der Läden voraussichtlich auf rund 296.600. Vor zehn Jahren waren es noch 366.800. HDE-Präsident Alexander von Preen warnte, viele Innenstädte litten schon heute sichtbar unter Leerständen. Besonders mittelständische Händler stünden unter Druck.

Gleichzeitig ist auch eine weitere Entwicklung zu beobachten. Laut BNP Paribas Real Estate verzeichnete der Markt im ersten Halbjahr 2026 fast 15 Markteintritte internationaler Händler und damit mehr als im gesamten Vorjahr. Auch in Leipzig zeigt sich diese Entwicklung. Nach Aussage von Baubürgermeister Thomas Dienberg hätten Toplagen wie die Petersstraße und die Grimmaische Straße weitgehend das Niveau vor der Corona-Pandemie erreicht. In Nebenlagen wie Brühl und Nikolaistraße gewinnen dagegen Gastronomie und Dienstleistungen an Bedeutung.

Quellen: TAG24, UNIQLO, Wikipedia, Textilwirtschaft, FashionUnited, FashionNetwork, Unibail-Rodamco-Westfield, Handelsverband Deutschland (HDE), BNP Paribas Real Estate, Stadt Leipzig, Leipziger Internet Zeitung

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