Die Messe Berlin meldet für 2025 einen Umsatz von 376 Millionen Euro. Mit 250 Millionen Euro Investitionen, dem Neubau „dock9“ und neuen Formaten will sie weiter wachsen.

Das Messegelände in Berlin-Charlottenburg steht vor einem Neustart: Das „dock9“ in der Nähe des Funkturms soll bereits im Herbst 2026 gebaut werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild / Visualisierung: gmp Architekten
Die Messe Berlin hat ihre Bilanz für 2025 vorgelegt. Der landeseigene Konzern erreichte 376 Millionen Euro Umsatz, lag damit über Plan und will nun rund 250 Millionen Euro in den Standort, neue Formate und die Modernisierung des Messegeländes investieren.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Adresse: Messedamm 22, 14055 Berlin
- Unternehmen: Messe Berlin GmbH
- Umsatz 2025: 376 Millionen Euro
- Veranstaltungen 2025: 124 Messen, Kongresse, Events und Ausstellungen
- Besucherinnen und Besucher: rund 1,9 Millionen
Mit einem Umsatz von 376 Millionen Euro steigerte die Unternehmensgruppe ihren Umsatz gegenüber dem vergleichbaren ungeraden Jahr 2023, als 369,2 Millionen Euro erzielt wurden. Der Vergleich ist wichtig, weil viele große Leitmessen im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfinden und die geraden Jahre deshalb meist höhere Umsätze bringen.
Insgesamt organisierte die Messe Berlin 2025 nach eigenen Angaben 124 Veranstaltungen. Rund 1,9 Millionen Menschen kamen auf das Messegelände oder zu Formaten der Unternehmensgruppe. Dazu kamen rund 28.800 ausstellende Unternehmen.
Bilanz 2025 der Messe Berlin: Tegel-Erlöse laufen aus
Ein wesentlicher Teil des Umsatzes kam 2025 noch aus dem Auftrag des Landes Berlin am ehemaligen Flughafen Tegel. Dort war die Messe Berlin mit Leistungen für die Unterbringung und Versorgung Geflüchteter beauftragt. Dieser Bereich brachte 99,6 Millionen Euro Umsatz, war jedoch ein zeitlich befristeter Sonderauftrag des Landes Berlin. Zum Jahresende 2025 endete dieses Engagement. Mit dem Auslaufen des Tegel-Auftrags entfällt künftig ein Umsatzanteil von mehr als einem Viertel des Gesamtumsatzes 2025.
Die Messe Berlin muss ihr Wachstum deshalb stärker aus dem Kerngeschäft, neuen Veranstaltungen und internationalen Formaten erzielen. Für die kommenden Jahre plant die Messe Berlin Investitionen von rund 250 Millionen Euro. Das Geld soll in das Gelände am Funkturm, in digitale Angebote, in die Infrastruktur und in neue Veranstaltungsformate fließen.
Das größte Einzelprojekt ist „dock9“. Die neue multifunktionale Kongress- und Veranstaltungshalle soll die heutige Halle 9 ersetzen und rund 100 Millionen Euro kosten. Den Zuschlag erhielten das Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner sowie das Bauunternehmen Züblin. Der Baustart ist nach der InnoTrans 2026 vorgesehen.

Am Standort Messegelände am Funkturm plant die Messe Berlin in den kommenden Jahren Investitionen von rund 250 Millionen Euro. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
„dock9“ soll Kongresslücke in Berlin schließen
Mit „dock9“ will die Messe Berlin vor allem das mittlere Kongresssegment stärken. Die Halle soll Veranstaltungen mit bis zu 5.000 Teilnehmenden aufnehmen. Laut einer Potenzialanalyse fehlen Berlin genau in diesem Bereich geeignete Flächen. Die Messe argumentiert, dass die Stadt dadurch Veranstaltungen an andere Standorte verliert.
Der Neubau soll diese Lücke schließen und zugleich den Standort am Funkturm modernisieren. Bis 2029 ist ergänzend ein Anbau mit weiteren Konferenzflächen und einem Eingangsbereich vorgesehen.
Messe Berlin erweitert Portfolio
Auch international erweitert die Messe Berlin ihr Portfolio. 2026 starten die Smart Health Asia in Singapur und die ITB Americas in Guadalajara in Mexiko. 2027 sollen die CMS Asia und die InnoTrans Asia folgen.
In Berlin kamen neue Formate hinzu oder sind geplant: Die „bio:cap“ wurde als europäische Plattform für Biotechnologie und Gesundheitsinnovationen entwickelt. Außerdem bereitet die Messe Berlin gemeinsam mit dem Bitkom die Smart Health Europe für 2027 vor.
250 Millionen Euro für Standort, Portfolio und Modernisierung
Die Messe Berlin sieht sich damit breiter aufgestellt als in den Jahren nach der Pandemie. Gleichzeitig bleibt der Investitionsdruck hoch. Das Unternehmen muss den Wegfall der Tegel-Umsätze ausgleichen, seine Hallen modernisieren und im internationalen Wettbewerb bestehen.
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey verweist auf die Wirkung der Messe für Tourismus, Handel, Gastronomie und Arbeitsplätze. Die Messe selbst nennt eine Studie der Investitionsbank Berlin, nach der jeder im Messe- und Veranstaltungsgeschäft erwirtschaftete Euro rund sechs Euro zusätzliche Kaufkraft in der Stadt auslöst.
Messe Berlin
Quellen: Messe Berlin, Berliner Morgenpost, rbb24
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