Die Messe Berlin hat den Auftrag für das neue Kongresszentrum „Dock9“ vergeben: ein Projekt, das den Standort am Funkturm in den kommenden Jahren deutlich verändern soll. Mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro entsteht eine neue Halle, die bestehende Kapazitätslücken im mittleren Kongresssegment schließen soll. Der Baustart ist bereits für den Herbst vorgesehen.

Mit „Dock9“ entsteht in unmittelbarer Nähe zum Funkturm ein neues Messe- und Kongresszentrum der Messe Berlin, das die bestehende Halle 9 ersetzt und künftig Platz für Veranstaltungen im mittleren Größenbereich bietet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild / Visualisierung: gmp
Der nächste große Bauabschnitt auf dem Gelände der Messe Berlin nimmt konkrete Formen an: Der Auftrag für das neue Messe- und Kongresszentrum „Dock9“ ist vergeben worden. Wie der rbb exklusiv berichtet, soll der Entwurf des Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner (gmp) umgesetzt werden.
Das Projekt zählt mit einem Volumen von rund 100 Millionen Euro zu den größten Einzelvorhaben der kommenden Jahre. Verantwortlich für die Umsetzung ist die Messe Berlin, die mit „Dock9“ gezielt auf eine strukturelle Lücke im Veranstaltungsangebot der Hauptstadt reagieren will. Der Neubau soll die sanierungsbedürftige Halle 9 ersetzen und Veranstaltungen mit bis zu 5.000 Teilnehmenden ermöglichen.

Das Messegelände in Berlin-Charlottenburg steht vor einem Neustart: „Dock9“ soll bereits im Herbst 2026 gebaut werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Messe: Bau im engen Zeitfenster zwischen Großveranstaltungen
Der Zeitplan für das Projekt ist eng getaktet: Der Baustart ist für den Herbst vorgesehen, unmittelbar nach der internationalen Leitmesse InnoTrans. Bereits 2028 soll die neue Halle wieder einsatzbereit sein, da die Messe dann erneut als zentraler Standort für die Großveranstaltung benötigt wird.
Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt sprach im Zusammenhang mit der Planung von einem „klugen Vergabeprozess“, der eine schnelle Umsetzung ermöglichen solle. Frühzeitige Abstimmungen mit Denkmalschutz und Stadtentwicklungsverwaltung hätten dazu beigetragen, langwierige Verfahren zu vermeiden. Ergänzend ist bis 2029 ein Anbau mit zusätzlichen Konferenzflächen vorgesehen, der den Standort funktional erweitern soll.

Die Luftaufnahme von Berliner Messegelände zeigt unter anderem die Halle 9, die neu gebaut werden soll. / © Foto Wikimedia Commons, a.fiedler, CC BY-SA 3.0
Strategische Bedeutung für den Berliner Kongressmarkt
Aus Sicht der Messeleitung soll „Dock9“ vor allem jene Nachfrage bedienen, die bislang zwischen großen Arenen und kleineren Hotelkapazitäten kaum abgebildet wird. Studien zufolge verliert Berlin regelmäßig Veranstaltungen an andere europäische Städte, da passende Räume im mittleren Segment fehlen. Dieses Defizit soll der Neubau gezielt adressieren.
Messechef Mario Tobias sieht das Projekt zugleich als Beitrag zur langfristigen Stärkung des Standorts. Auch im Zusammenhang mit dem geplanten Stadtentwicklungsraum „Stadteingang West“ wird „Dock9“ eingeordnet. Der Bereich zwischen Westkreuz und Grunewald gilt als eines der zentralen Transformationsgebiete im Berliner Westen und soll perspektivisch stärker mit Messe- und Stadtentwicklungsfunktionen verzahnt werden.

So stellte sich 2024 ein Planungsteam die Gestaltung für das Quartier „Stadteingang West“ vor. / © Visualisierung: Hosoya Schaefer Architects AG, Agence Ter.de GmbH
Kritiker befürchten ausbleibende Wiederbelebung des ICC
Parallel zur Projektvergabe bleibt die städtebauliche Einbindung ein Thema. Das neue Kongresszentrum wird auch im Zusammenhang mit dem geplanten Entwicklungsraum ICC Berlin diskutiert, der sich direkt gegenüber befindet. Kritiker innerhalb der Politik äußerten zuletzt Bedenken, dass ein neues Messezentrum die Perspektiven für eine Wiederbelebung des ICC beeinflussen könnte.
Zudem bleibt die Finanzierung ein wiederkehrender Diskussionspunkt, auch wenn die Messe das Vorhaben ohne direkte Landeszuschüsse über Eigenmittel und Kredite stemmen will. Klar ist: Mit „Dock9“ setzt die Messe Berlin ein weiteres Bauvorhaben in einem Umfeld um, das stark von langfristigen Entwicklungsplänen und parallel laufenden Großprojekten geprägt ist.
Quellen: visitBerlin, Messe Berlin, RBB, Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, rbb24, Ketano Gesellschaft für Öffentlichkeitsarbeit, REALACE GmbH, Berliner Baukollegium, Max Dudler, C.F. Møller Architects
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Ich habe nur die Überschrift gesehen und schon habe ich umgehend ans ICC gedacht… Schon ein krasser Widerspruch das Ganze. Aber dass man solche echten Herausforderungen wie ICC oder Tempelhof nicht auf die Kette oder von der Kette bekommt anstatt neu zu bauen, sagt eindeutigt was übers Berliner Personal aus… Ja, wer hat es denn sonst in der Hand …. Jupiter, Minerva oder Jesus etwa?