Am Stadion An der Alten Försterei in Köpenick beginnt eine neue Ära: Der 1. FC Union Berlin errichtet ein Trainingszentrum für beide Profi-Teams und setzt dabei ein architektonisches Zeichen mit Spielfeld auf dem Parkhaus. Schon im Juli sollen die Bauarbeiten beginnen, im kommenden Jahr wird der lang erwartete Stadionumbau starten. Doch auf dem Gelände ist noch weitaus mehr geplant.

Schaffung professioneller Strukturen in Köpenick: Mit einem modernen Funktionsgebäude und einem Parkhaus samt Dachspielfeld startet der Umbau der Alten Försterei im Juli 2025. / © Visualisierung: 1. FC Union Berlin
© Visualisierungen: 1. FC Union Berlin
Nach langen Jahren der Planung geht es in Köpenick am Stadion an der Alten Försterei in diesem Sommer endlich los. Wie der Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin in einer öffentlichen Mitteilung wissen ließ, beginnen im Juli 2025 erste Bauarbeiten auf dem Areal an der Wuhlheide.
Neben dem geplanten neuen Funktionsgebäude für die Profimannschaften der Männer und Frauen entsteht auch eine Parkgarage. „Unser Ansatz lautet: eine Profiabteilung, zwei Mannschaften. Das setzen wir mit unserem neuen Trainingszentrum mit aller Konsequenz um. Beide Profimannschaften, Männer und Frauen, werden hier trainieren und alles vorfinden, was es braucht, um erfolgreich Fußball spielen zu können“, so Union-Präsident Dirk Zingler.
Köpenick: Umbau des Stadions an der Alten Försterei beginnt im Juli 2025
Zingler ordnete den Baustart für den 1. FC Union ein: „Für uns ist das ein weiterer Meilenstein, der unseren Klub nachhaltig prägen wird. Für den Fußball bedeutet es einen weiteren Schritt in die Normalität, denn die gemeinsame Nutzung von Trainingsanlagen von Männern und Frauen ist in vielen anderen Sportarten längst selbstverständlich. Diese Selbstverständlichkeit wünsche ich mir im Fußball auch.“
In den vergangenen Tagen wurden laut Verein mit der Anlage einer Baustraße zur Erschließung des Baufeldes die ersten vorbereitenden Maßnahmen auf dem Areal rund um das Stadion An der Alten Försterei umgesetzt. Die Zufahrt zur Baustelle erfolgt über das Stadiongrundstück von der Straße An der Wuhlheide aus.
An der Wuhlheide beginnt der Bau eines Sportfunktionsgebäudes sowie einer Parkgarage
Für den 14. und 21. Juli 2025 wurde bei den zuständigen Behörden des Landes Berlin und des Bezirks Treptow-Köpenick offiziell der Baubeginn für die zwei genehmigten Bauprojekte angezeigt: den Neubau eines Sportfunktionsgebäudes sowie einer Parkgarage.
Das neue Funktionsgebäude entsteht auf der bislang unbebauten Fläche zwischen dem Haupttrainingsplatz der Profimannschaften und den Parkplätzen an der Sporthalle Friedenstraße. Die geplante Parkgarage ersetzt die bisherige Trainingsfläche neben dem Stadion. Auf dem Dach des neuen Gebäudes wird ein modernes Trainingsfeld mit regulären Spielfeldmaßen eingerichtet.
Sportplatz auf dem Dach: Neue Trainingsmöglichkeiten für die Profiteams des 1. FC Union
Den Auftakt der Bauarbeiten bilden die Gründungsmaßnahmen, die voraussichtlich bis Ende Juli abgeschlossen werden. Im Anschluss daran beginnt im August der Rohbau, der durch die Aufstellung von Baukränen deutlich sichtbar sein wird, wie der 1. FC Union wissen lässt.
Die Fertigstellung beider Rohbauten ist für die Wintermonate dieses Jahres vorgesehen. Im Anschluss daran soll schließlich der Innenausbau des Funktionsgebäudes sowie der Bau des neuen Trainingsplatzes auf dem Parkhausdach folgen.
Temporäre Heimat im Westend: Zur Saison 2026/27 wird Union ins Berliner Olympiastadion umziehen
Der Baubeginn für diese beiden Gebäude markiert den Anfang eines umfassenden Umbaus des gesamten Stadionareals, inklusive des Stadions selbst, dessen Ausbau auf rund 40.000 Plätze laut Zingler im kommenden Sommer, zur Saison 2026/2027 beginnen soll. Dann soll Union für mindestens eine Spielzeit ins Berliner Olympiastadion umziehen.
Die Ambitionen des 1. FC Union, die Kapazität des Stadions zu erweitern, gerieten anfangs aufgrund infrastruktureller Engpässe ins Stocken. Probleme rund um das Stadion bei Heimspielen der “Eisernen” führten zu Überlegungen, eine neue Straßenbahn-Wendeschleife zu bauen.
Anpassung der Planungen: Das neue Union-Stadion wird mehr als 40.000 Plätze beinhalten
Die DFL forderte zudem eine Mindestkapazität von 8.000 Sitzen für Bundesliga-Spielstätten. Eine Vorgabe, die Union nach dem Umbau deutlich überschreiten wird. 2027 wollen die Köpenicker dann, wenn alles planmäßig verläuft, in die „neue“ Alte Försterei zurückkehren – zehn Jahre nach den ersten Umbauplänen.
Bemerkenswert ist, dass im Zuge der Planungen die Stadionkapazität im Herbst 2024 noch einmal erhöht worden ist. Ursprünglich sollte die umgebaute Alte Försterei ein Fassungsvermögen von knapp 38.000 Zuschauern bieten. Nach aktuellem Stand strebt Union jedoch an, bis zu 40.500 Menschen in der neuen Arena unterzubringen – also ein Plus von 2.500 Zuschauern im Vergleich zur ersten Planungsphase des Stadionprojekts.
Köpenick: Rund um die Alte Försterei soll ein vollkommen neuer Campus errichtet werden
Die Pläne, die der 1. FC Union für die Entwicklung des gesamten Campus rund um das Stadion hat, zeigen in aller Deutlichkeit auf, in welchen Dimensionen die Köpenicker mittlerweile denken und planen können.
Im Rahmen der geplanten Erweiterung sollen auch neue Räumlichkeiten für die Vereinsführung entstehen. Das neue Parkhaus soll mit einer eingebauten Konzertbühne versehen werden, vor der Haupttribüne soll ein Stadionvorplatz im Stile eines großen Innenhofs entstehen.
Der 1. FC Union geht seinen seit Jahren erfolgreich verfolgten Wachstumskurs konsequent weiter, ohne dabei unkalkulierbare Risiken einzugehen. Der Ausbau des Standorts an der Alten Försterei ist damit nur folgerichtig. Es wird spannend zu beobachten sein, wie die Entwicklung des Geländes in der Realität umgesetzt wird.
Quellen: 1. FC Union Berlin, Berliner Morgenpost
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
One Comment
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.






EISERN!
Das mit der eingebauten Konzertbühne im Parkhaus würde mich schon etwas näher interessieren… Rendering wäre nicht verkehrt gewesen… :)