Im Schloßberg-Quartier in Köpenick beginnt die Vermietung eines inklusiven Wohnprojekts am Wasser. Das Neubauvorhaben „Onni House“ verbindet Kita, Pflegeangebote und barrierefreies Wohnen unter einem Dach.

Mit dem „Onni house“ entsteht in Berlin-Köpenick bis 2026 ein inklusives Wohnprojekt am Wasser. Nun startet die Vermietung der Wohnungen im inklusiven Neubauprojekt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT, Februar 2025
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© Visualisierung Titelbild: ZIEGERT Group
An der Wendenschloßstraße 47 in Köpenick beginnt die Vermietung für ein Wohnprojekt, das sich bewusst von klassischen Neubauvorhaben unterscheidet. Das Schloßberg-Quartier entsteht als Private-Social-Partnership zwischen der Stephanus-Stiftung, der HS ImmoInvest GmbH und privaten Investoren. Rund 30 Millionen Euro flossen in den Neubau, der auf einem 3.200 Quadratmeter großen Grundstück direkt am Stichkanal errichtet wurde und im Februar 2026 bezugsfertig sein soll.
Das Projekt liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zweier Seniorenzentren der Stephanus-Stiftung. Damit entsteht ein Wohnangebot, das unterschiedliche Lebenssituationen berücksichtigt und Gemeinschaft gezielt fördert. Die Architektur des sechsgeschossigen Gebäudes will diesem Ansatz folgen und bietet Räume für Wohnen, Betreuung, Engagement und Nachbarschaft.
Wohnprojekt in Köpenick: Soziale Infrastruktur im Erd- und ersten Obergeschoss
Im Erdgeschoss ist eine inklusive Kindertagesstätte geplant, die im Frühjahr 2026 eröffnen soll. Sie bietet Platz für 125 Kinder, arbeitet mit evangelischem Profil und verfolgt einen medienpädagogischen Ansatz. Anmeldungen sind bereits möglich.
Im ersten Obergeschoss entstehen eine Wohngruppe für Menschen mit Assistenzbedarf sowie eine Wohngemeinschaft für zwölf demenzerkrankte Menschen. Beide Bereiche verfügen über begrünte Terrassen mit Blick aufs Wasser. Ein ambulanter Pflegedienst begleitet die Bewohnenden rund um die Uhr. Zusätzlich soll im ersten Halbjahr 2026 ein Quartiersmanager die Koordination im Haus übernehmen.
Schloßberg-Quartier: Mieter gesucht mit sozialem Engagement
Für die barrierefreien Ein- und Zweizimmerwohnungen im zweiten und dritten Obergeschoss sucht die Stiftung nun Mieterinnen und Mieter, die sich aktiv in das Quartiersleben einbringen möchten. Harald Thiel, kaufmännischer Vorstand der Stephanus-Stiftung, erklärte, das Projekt sei auf Menschen angewiesen, die den Gedanken einer verbindlichen Nachbarschaft mittragen. Neben der Bonität spiele daher auch eine offene Haltung und Engagementbereitschaft eine wichtige Rolle.
Insgesamt stehen 28 Wohnungen zur Verfügung. Davon sind 15 speziell für Seniorinnen und Senioren sowie 13 Menschen aller Generationen. Die Kaltmieten liegen zwischen 546 und 1.200 Euro, abhängig von Größe und Zuschnitt. Serviceverträge ermöglichen Unterstützung im Alltag, etwa bei Reparaturen, Reinigungsleistungen oder hauswirtschaftlichen Tätigkeiten.
28 Wohnungen im Schloßberg-Quartier: Barrierefrei, energieeffizient, gemeinschaftsorientiert
Das Gebäude erfüllt den KfW-40-NH-Standard und soll energieeffizient betrieben werden. Loggien, Balkone und eine umlaufende Dachterrasse im sechsten Obergeschoss prägen die Fassade. In den oberen Geschossen befinden sich außerdem Eigentumswohnungen, die im Rahmen des Projekts veräußert werden.
Für die Realisierung wurde eine spezielle Investorengemeinschaft gegründet. Teile der Flächen werden langfristig an die Stephanus gGmbH vermietet, die dort soziale Dienstleistungen anbietet.
Mehrgenerationenhaus in Köpenick: Soziales Wohnquartier am Wasser
Die Lage direkt am Stichkanal stellt hohe bauliche Anforderungen. Projektarchitektin Claudia Moser erklärte gegenüber der Berliner Morgenpost, das Gebäude stehe in einer wasserundurchlässigen Wanne, um gegen eindringendes Wasser geschützt zu sein. Eine Rigole im Innenhof soll Regenwasser aufnehmen und Ableitung sowie Versickerung gewährleisten. Auch die Uferwand wurde bereits teilweise saniert.
Trotz der technischen Herausforderungen liegt das Projekt im Zeitplan. Im März 2025 wurde Richtfest gefeiert. Das Schloßberg-Quartier, das auch unter dem Namen „Onni house“ bekannt ist, soll bis 2026 vollständig in Betrieb gehen und einen neuen sozialen Ankerpunkt am Wasser schaffen. Für den Bezirk Treptow-Köpenick entsteht damit ein weiterer Baustein für integrative Wohnmodelle.
Quellen: Berliner Morgenpost, Stephanus Stiftung
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