Im Südosten Berlins verschärfen Bauarbeiten am Knoten Schöneweide derzeit die Lage im S-Bahn-Verkehr deutlich. Lange Umwege, Ersatzbusse und Lücken im Takt prägen den Alltag vieler Pendlerinnen und Pendler. Nun soll ein zusätzlicher Regionalzug der ODEG kurzfristig für Entlastung sorgen.

Schöneweide
Ostkreuz

© Titelbild: ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH

 

ANZEIGE

Zwischen Schöneweide und Ostkreuz ist der gewohnte Rhythmus des Nahverkehrs derzeit deutlich aus dem Takt geraten. Bauarbeiten der Deutsche Bahn InfraGO am Projekt „Elektronisches Stellwerk Schöneweide“ führen seit Mitte Juni zu umfangreichen Sperrungen im S-Bahn-Netz von Berlin, insbesondere im Bezirk Treptow-Köpenick. Für Fahrgäste bedeutet das längere Reisezeiten, Umstiege und Ersatzverkehr mit Bussen.

Die Arbeiten betreffen zentrale Linien wie S46, S47, S8, S85 und S9 und greifen tief in den Betriebsablauf ein. Gerade im Korridor zwischen Altglienicke, Schöneweide und Baumschulenweg kommt es dadurch zu erheblichen Einschränkungen im täglichen Pendlerverkehr.

Ab 22. Juni: Zusätzlicher Regionalzug als schnelle Verbindung

Um die Situation zu entschärfen, setzt das Land Berlin ab dem 22. Juni gemeinsam mit der ODEG einen zusätzlichen stündlichen Expresszug ein. Die Verbindung verkehrt zwischen Schönefeld, Schöneweide und Berlin Ostkreuz und schließt damit eine bisherige Taktlücke im Regionalverkehr.

ANZEIGE

Besonders auffällig ist der Zeitgewinn: Die Fahrt zwischen Schöneweide und Ostkreuz dauert nur noch rund sechs Minuten. Im Vergleich dazu benötigen Ersatzbusse etwa 23 Minuten. Zudem wird durch den zusätzlichen Zug der bislang ungleichmäßige Takt im Abschnitt deutlich geglättet, sodass künftig näherungsweise ein Viertelstundentakt entsteht.

Expresszug: Entlastung auch für den Südosten

Auch für Fahrgäste aus dem südlichen Berliner Umland bringt das neue Angebot Vorteile. Wer aus Schönefeld kommt, erhält eine schnelle Alternative zum Ersatzbusverkehr. Zusätzlich profitieren Fahrgäste aus Orten wie Altglienicke und Grünbergallee, die mit einem Umstieg in Schönefeld schneller in Richtung Schöneweide und Ostkreuz weiterfahren können.

Die Maßnahme ist bis zum Ende der Bauarbeiten am 5. Juli 2026 befristet. Während dieser Zeit bleibt der Ersatzverkehr weiterhin bestehen, wird jedoch durch den Regionalzug ergänzt.

ANZEIGE

Die Arbeiten am elektronischen Stellwerk gelten als langfristiges Infrastrukturprojekt mit dem Ziel, den Betrieb im Berliner S-Bahn-Netz künftig stabiler und flexibler zu machen. Dafür werden unter anderem neue Weichen eingebaut und umfangreiche Signal- und Kabelarbeiten durchgeführt.

 

Quellen: S-Bahn Berlin, DB BauInfoPortal, VIZ Berlin, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

ANZEIGE

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.