Am Kottbusser Tor können Fahrgäste der BVG künftig Verschmutzungen, Schäden oder auffällige Situationen per WhatsApp melden. Der neue Kanal ist Teil eines Pilotprojekts, mit dem die BVG weitere Ansätze für Sauberkeit, Sicherheit und Service an ihrem Berliner „Innovationsbahnhof“ testet.

Als Innovationsbahnhof dient das Kottbusser Tor der BVG als Teststandort für neue Konzepte rund um Sicherheit, Sauberkeit und Service. / © Foto depositphotos.com
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Am Kottbusser Tor können Fahrgäste der BVG ab sofort einen neuen Weg nutzen, um auf Probleme im U-Bahnhof aufmerksam zu machen. Ob Müll neben dem Mülleimer, eine beschädigte Sitzbank, Graffiti oder Vandalismus: Hinweise lassen sich künftig direkt über einen WhatsApp-Kanal an die Berliner Verkehrsbetriebe übermitteln.
Dafür müssen Fahrgäste lediglich den QR-Code auf entsprechenden Plakaten oder Aufklebern im Bahnhof scannen. Anschließend werden sie über den WhatsApp-Kanal der BVG durch die Meldung geführt. Neben Schäden und Verschmutzungen können auch auffälliges Verhalten oder andere Situationen gemeldet werden, die aus Sicht der Fahrgäste überprüft werden sollten.
„Innovationsbahnhof“: Kottbusser Tor als Teststandort
Der neue Meldeweg ist zunächst ausschließlich am Kottbusser Tor verfügbar. Der Bahnhof dient der BVG als sogenannter Innovationsbahnhof, an dem neue Konzepte für Sauberkeit, Sicherheit und Service zunächst unter Alltagsbedingungen erprobt werden.
Der Test am Kottbusser Tor fällt dabei in eine Phase, in der der Bahnhof auch aus sicherheitspolitischer Sicht besonders im Fokus steht. Erst kürzlich wurde bekannt, dass ein Pilotprojekt zur KI-gestützten Videoüberwachung im öffentlichen Raum noch diesen Monat startet. Das System soll nicht der Gesichtserkennung dienen, sondern anhand von Bewegungen und Verhaltensmustern bestimmte Situationen erkennen. Kritiker hatten unter anderem Fragen zur Anonymisierung, zu möglichen Fehlalarmen und zu den verwendeten Trainingsdaten aufgeworfen.

Ziel der KI-gestützten Kameratechnik ist es, Vorfälle wie körperliche Auseinandersetzungen oder andere Gefahrensituationen schneller zu erkennen. / © Foto: depositphotos.com
BVG betont: WhatsApp ist kein Ersatz für den Notruf
Mit dem neuen Kanal verfolgt die BVG allerdings einen anderen Ansatz. Im Mittelpunkt steht nicht die automatisierte Erkennung von Situationen, sondern die direkte Meldung durch Menschen, die sich am Bahnhof aufhalten. Ob das Konzept dauerhaft funktioniert und auch auf andere Stationen übertragen wird, soll der Pilotversuch zeigen.
Für akute Gefahrensituationen ist WhatsApp ausdrücklich nicht vorgesehen. In solchen Fällen sollen weiterhin die Notruf- und Informationssäulen in den Bahnhöfen oder der Polizeinotruf 110 genutzt werden. Sollte sich der neue Meldeweg im Alltag bewähren und von Fahrgästen angenommen werden, könnte die BVG ihn künftig auch an weiteren Berliner U-Bahnhöfen einsetzen.
Kottbusser Tor
Quellen: BVG, Tagesschau
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