Frankfurt will beim Wohnungsbau schneller werden. Mit dem neuen „Wohnungsbauturbo“ sollen ausgewählte Projekte zügiger realisiert werden, und dass ohne Abstriche bei Qualität, sozialer Mischung oder Klimaschutz.

Frankfurt braucht dringend neuen Wohnraum (wie beispielsweise hier im Hilgenfeld), um den steigenden Bedarf langfristig zu decken. / © Visualisierung: ABG Holding Frankfurt
© Titelbild: Stadt Frankfurt am Main
Frankfurt will beim Wohnungsbau einen Gang höher schalten. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss Anfang März kommunale Leitlinien für den sogenannten „Wohnungsbauturbo“.
Durch die nun beschlossene Leitlinie können Planungs- und Genehmigungsverfahren in ausgewählten Projekten zu verkürzen werden. So kann schneller dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden, ohne Abstriche bei städtebaulicher Qualität, sozialer Mischung oder Klima- und Freiraumschutz zu riskieren.
Wohnungsbau-Boom in Frankfurt: Wo kann der „Bauturbo“ künftig eingesetzt werden?
Der Wohnungsbauturbo soll vor allem dort eingesetzt werden, wo Planungen bereits weit fortgeschritten sind oder bestehende Quartiere weiterentwickelt werden können. Beispiele sind die Nachverdichtung im Mittleren Norden, zusätzliche Wohnungen in den Zeilenbausiedlungen der 1950er-Jahre, das neue Wohnquartier auf dem ehemaligen Panoramabad Bornheim mit 30 Prozent geförderten Wohnungen oder die beschleunigte Umsetzung einzelner Bauvorhaben im Quartier Gutleut-West.
Die Regelung gilt ausschließlich innerhalb des bestehenden Siedlungsbereichs. Grünflächen, Außenbereiche, Gewerbegebiete sowie Einfamilienhäuser oder Mikroapartments sind ausgeschlossen, um den Fokus auf bezahlbaren Wohnraum zu legen.
Wohnraummangel bekämpfen: „Wohnungsbauturbo“ gilt als ergänzende Maßnahme
Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, betont: „Der Bauturbo hilft uns, Projekte schneller umzusetzen – aber nicht um jeden Preis. Baulandbeschluss, soziale Quoten und Qualitätsstandards gelten weiterhin.“
Die Digitalisierung der Bauantragsverfahren und weitere bereits bestehende Maßnahmen sollen durch den Bauturbo zusätzlich ergänzt werden, um Planungen effizienter zu realisieren. Ein ähnliches Vorgehen pflegt die Stadt Frankfurt im Bezug auf den Schulbau. Durch die Schulbauinitiative konnten bereits einige Projekte priorisiert und beschleunigt umgesetzt werden.
Wohnungsbau beschleunigen: „Bauturbo-Konferenz“ soll der Koordination dienen
Frankfurt setzt seit Jahren auf Instrumente zur Beschleunigung des Wohnungsbaus. Im Jahr 2025 wurden rund 3.180 Wohnungen genehmigt, das sind rund 40 Prozent mehr als 2024. Verfahrensfreie Dachausbauten, reduzierte Stellplatzanforderungen sowie zudem papierlose Bauanträge tragen ebenfalls zu schnelleren Abläufen bei.
Um Projekte noch effizienter zu koordinieren, richtet die Stadt nun auch eine wöchentlich tagende „Bauturbo-Konferenz“ zwischen Stadtplanungsamt und Bauaufsicht ein. Das Ziel ist klar: bestehende Planungen schneller umsetzen, mehr Wohnungen schaffen und zugleich die städtischen Qualitäts-, Sozial- und Umweltstandards sichern.
Quellen: Stadt Frankfurt
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