Berlin erleichtert die Vergabe landeseigener Grundstücke an Investoren. Besonders kleinere Akteure sollen von einem neuen, vereinfachten Verfahren profitieren. Ziel ist es, Prozesse zu beschleunigen und kreative Nutzungskonzepte besser zur Geltung zu bringen.
Straßenschilder Erich-Lodemann-Straße / Dammweg in Treptow-Köpenick

Pilotprojekt im Plänterwald: Für ein landeseigenes Grundstück an der Erich-Lodemann-Straße läuft seit Juni 2025 ein öffentliches Bieterverfahren zur baulichen Entwicklung. Zurzeit ist es mit einfachen Parkgaragen bebaut. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH hat ein neues, vereinfachtes Verfahren zur Vergabe von landeseigenen Grundstücken eingeführt. Besonders kleinere Flächen unter 3.000 Quadratmetern sollen künftig unkomplizierter an Investoren vergeben werden können. Ziel ist es laut BIM, bürokratische Hürden zu reduzieren, Kosten zu senken und den Zugang für Akteure ohne große Ressourcen zu erleichtern.

Das Verfahren soll sich an Investoren richten, die sich mit innovativen Nutzungskonzepten um Erbbaurechte bewerben wollen. Der bisherige Ablauf sah vor, dass detaillierte Konzepte bereits in einem frühen Wettbewerbsstadium eingereicht und bewertet werden mussten. Mit dem neuen Ansatz wird der Fokus zunächst allein auf die Nutzungsidee gelegt.

Geringere Anforderungen an die Planungsunterlagen, Architekturkonzept folgt erst nach Auswahl

Eine wesentliche Änderung betrifft die Rolle architektonischer und städtebaulicher Entwürfe. Diese werden künftig erst nach Auswahl des überzeugendsten Nutzungskonzepts gemeinsam mit dem Land Berlin ausgearbeitet. Erst in dieser Phase erfolgt auch die finale Ausgestaltung des Erbbaurechtsvertrags.

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Die Vorteile für Investoren liegen laut BIM in geringeren Anforderungen an die Planungsunterlagen: Ein Maßstab von 1:500 ist ausreichend, die Tiefe der Darstellung bleibt überschaubar. Das senkt den Aufwand und die Einstiegshürden für kleinere Projektentwickler. Zudem verspricht die BIM eine verkürzte Verfahrensdauer, da weniger aufwendige Prüfungen nötig seien.

Pilotprojekt in Treptow-Köpenick gestartet: Konzept mit Fokus auf nachhaltigem Wohnraum und Kita gesucht

Aktuell wird das neue Verfahren erstmals bei einem Grundstück in der Erich-Lodemann-Straße in Treptow-Köpenick angewendet. Die Fläche liegt in einer grünen Wohnsiedlung nahe dem S-Bahnhof Plänterwald und misst 3.532 Quadratmeter. Gesucht wird ein Konzept mit Fokus auf nachhaltigem Wohnraum und einer ergänzenden Kindertagesstätte.

Birgit Möhring, Geschäftsführerin der BIM, betonte laut Mitteilung, dass mit dem vereinfachten Verfahren ein neuer Impuls für die Grundstücksvergabe gesetzt werde. Der niedrigschwellige Zugang solle es ermöglichen, mehr Akteure zu beteiligen und vielfältige, nachhaltige Ideen in die Stadtentwicklung einzubringen.

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Für eine sozialgerechte und nachhaltige Stadtentwicklung: Konzeptqualität bleibt entscheidend

Am Grundprinzip des Konzeptverfahrens ändert sich laut BIM nichts: Weiterhin stehe die Qualität des Nutzungsvorschlags im Vordergrund, nicht der gebotene Preis. Damit bleibe das Ziel einer sozialgerechten und nachhaltigen Stadtentwicklung zentraler Maßstab der Vergabe.

Alle aktuellen Ausschreibungen und Details zu den Verfahren stellt die BIM online zur Verfügung. Das neue Verfahren sei ein Versuch, pragmatische Wege in der Grundstückspolitik zu finden, ohne auf gestalterische Qualität zu verzichten.

Quelle: BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, urban coop berlin eG

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