In Preungesheim startet der Neubau der Johanna-Tesch-Schule. Bis 2028 entstehen neue Lernräume, Sporthallen und ein weitgehend grüner Schulhof.

Beim Spatenstich für den Neubau der Johanna-Tesch-Schule in Frankfurt-Preungesheim griffen Vertreter der Stadt, der Schule sowie der Projekt- und Planungspartner gemeinsam zum Spaten. / © Foto: Stadt Frankfurt am Main, Salome Roessler
© Titelbild: Stadt Frankfurt am Main
Die Johanna-Tesch-Schule wartet seit ihrer Gründung auf ein dauerhaftes Zuhause. Nun beginnt in Preungesheim der Neubau an der Homburger Landstraße. Mit dem Spatenstich ist aus den jahrelangen Planungen ein konkretes Bauprojekt geworden. Dabei geht es nicht nur um neue Klassenräume: Frankfurt erprobt an diesem Standort auch ein ungewöhnlich konsequentes Energie- und Freiraumkonzept.
- Stadtteil: Preungesheim, Frankfurt am Main
- Adresse: Homburger Landstraße 285–287, 60433 Frankfurt am Main
- Schulform: sechszügige Integrierte Gesamtschule
- Inbetriebnahme: zum Schuljahr 2028/29 geplant
Mit dem offiziellen Spatenstich am 24. August 2026 hat Frankfurt den nächsten Schritt für einen der größeren aktuellen Schulneubauten der Stadt vollzogen. An der Homburger Landstraße 285–287 soll die Johanna-Tesch-Schule ihren endgültigen Standort erhalten. Bildungsdezernentin Sylvia Weber eröffnete die Baustelle gemeinsam mit Schulleiterin Annette Günther sowie Vertretern der Projektpartner und Planer. Die Stadt plant den Einzug bereits zum Schuljahr 2028/29.
Johanna-Tesch-Schule in Preungesheim bekommt erstmals einen dauerhaften Standort
Damit endet perspektivisch eine lange Übergangsphase. Die heutige Johanna-Tesch-Schule nahm 2019 zunächst als „IGS im Frankfurter Norden“ den Betrieb auf. Seit dem Schuljahr 2021/22 nutzt sie zwei Standorte in Bockenheim. Nach Angaben der Schule lernen dort derzeit rund 900 Kinder in 35 Klassen. Die räumliche Trennung erschwert den Alltag, obwohl beide Standorte nur rund zehn Gehminuten voneinander entfernt liegen.
Der Neubau in Preungesheim ersetzt damit nicht einfach ein altes Schulgebäude. Er führt eine bislang aufgeteilte Schule erstmals an einem dauerhaften Standort zusammen. Ursprünglich sollte die Gesamtschule weiter nördlich entstehen. Die Suche nach einer tragfähigen Alternative zog sich jedoch über Jahre. Der neue Standort liegt nun in der Bildungsregion Mitte-Nord und damit zwischen den bisherigen Räumen in Bockenheim und dem ursprünglich vorgesehenen Standort im Frankfurter Norden.
Neubau in Frankfurt: Lernhäuser ersetzen klassische Schulflure
Das Raumkonzept unterscheidet sich beim Neubau der Johanna-Tesch-Schule deutlich von einer klassischen Flurschule. Geplant sind jahrgangsübergreifende Lernhäuser mit mehreren Lernorten und gemeinsamen Aufenthaltsbereichen. Offene Zonen sollen sich mit ruhigeren Rückzugsräumen abwechseln. Zum Schulhof erhalten die Lernhäuser Loggien. Im Erdgeschoss sind unter anderem eine Mensa, ein Forum und Räume für die Jugendhilfe vorgesehen. Die Schule ist für den Ganztagsbetrieb ausgelegt.
Der Entwurf stammt von SHP Architekten. Geplant ist ein L-förmiges, dreigeschossiges Schulgebäude. Die Form soll zugleich dazu beitragen, den dahinterliegenden Schulhof gegenüber dem Verkehrslärm der nahen A661 abzuschirmen. Glaselemente sollen Sichtbeziehungen zwischen einzelnen Lernbereichen schaffen. Zusätzlich sind Differenzierungsräume vorgesehen.
Schulhof in Frankfurt wird zum grünen Bewegungsraum
Auch die Außenflächen spielen im Konzept eine zentrale Rolle. Die Stadt plant Grüninseln und zahlreiche Bäume und will die Flächen nur in geringem Umfang versiegeln. Darüber hinaus sind laut Frankfurter Rundschau Tischtennisplatten, ein Beachvolleyballfeld und ein Schulgarten vorgesehen. Regenwasser soll in Zisternen gesammelt und anschließend für die Bewässerung der Grünflächen genutzt werden.
Damit erhält die Johanna-Tesch-Schule nicht nur mehr Platz, sondern auch deutlich andere Außenräume als an ihren bisherigen Übergangsstandorten. Gerade für den Ganztagsbetrieb sind diese Flächen Teil des pädagogischen Konzepts. Das Schulgebäude, die Freiflächen und die Sportanlagen sollen deshalb als zusammenhängender Campus funktionieren.
Johanna-Tesch-Schule soll mehr Strom produzieren als verbrauchen
Besonders weit gehen die Planungen beim Energiekonzept. Frankfurt bezeichnet den Neubau als Pilotprojekt für nachhaltigen Schulbau. Bereits bei der Errichtung sollen CO₂-reduzierte und klimapositivere Materialien zum Einsatz kommen. Die Frankfurter Rundschau nennt unter anderem CO₂-reduzierten Beton, eine Dämmung aus Holzwolle und recyceltes Material für das Fundament.
Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage geplant, außerdem erhält das Gebäude eine Wärmepumpe. Nach Berechnungen der Projektverantwortlichen soll die Schule selbst nur rund 25 Prozent des vor Ort erzeugten Stroms benötigen. Rund 75 Prozent könnten damit in das öffentliche Stromnetz fließen. Frankfurt will den Neubau deshalb als klimaneutrale Schule realisieren.
Neue Sporthallen sollen auch Vereinen in Preungesheim helfen
Zum Projekt gehören außerdem umfangreiche Sportflächen. Die Stadt beschreibt eine gestapelte Dreifeld-Sporthalle. Dabei liegen Sportbereiche übereinander, wodurch sich auf vergleichsweise kompakter Grundfläche zusätzliche Hallenkapazitäten schaffen lassen. Die untere Halle erhält eine Tribüne mit Platz für bis zu 300 Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Hallen sollen wettkampftauglich sein; außerdem kann die untere Halle für Veranstaltungen genutzt werden.
Davon soll nicht allein die Johanna-Tesch-Schule profitieren. Nach Angaben der Stadt sind die Sportflächen so großzügig ausgelegt, dass auch umliegende Schulen und Vereine Kapazitäten nutzen können. Das ist für Preungesheim relevant, da Schulen und Sportvereine im Stadtteil seit längerem über knappe Hallenzeiten berichten.
Neubau der Johanna-Tesch-Schule soll im Sommer 2028 fertig sein
Für die Umsetzung arbeitet Frankfurt mit der KGSMN GmbH & Co. KG zusammen, hinter der Lang & Cie. Real Estate AG und Realconcept GmbH stehen. Die Schulbauoffensive Frankfurt nennt als Fertigstellung das dritte Quartal 2028, die Stadt selbst plant den Einzug zum Schuljahr 2028/29. Die Frankfurter Rundschau beziffert die Gesamtinvestition aktuell auf 147 Millionen Euro.
Für die Johanna-Tesch-Schule bedeutet der Spatenstich damit vor allem eines: Der seit Jahren provisorische Zustand hat nun einen konkreten Endpunkt. Wenn der Zeitplan hält, lernen die Schülerinnen und Schüler ab dem Schuljahr 2028/29 erstmals gemeinsam an einem eigens für ihr pädagogisches Konzept entwickelten Standort.
Neubau der Johanna-Tesch-Schule
Quellen: Stadt Frankfurt am Main, Schulbauoffensive Frankfurt am Main, Johanna-Tesch-Schule, Frankfurter Rundschau
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