Der Potsdamer Platz wurde in den vergangenen Jahren an vielen Stellen grüner und nachhaltiger gestaltet. Der stark versiegelte Kreuzungsbereich zwischen Potsdamer Platz und Leipziger Platz blieb bislang jedoch nahezu unverändert. Könnte auch dieser Stadtraum künftig klimaresilienter und lebenswerter werden?

Visualisierung des Bahnhofs Potsdamer Platz mit begrünten Beeten, Bäumen und schattigen Aufenthaltsflächen im öffentlichen Raum.

Auch rund um die markanten Eingangsbauwerke des Bahnhofs Potsdamer Platz ließe sich die Aufenthaltsqualität durch zusätzliche Begrünung und neue Freiraumelemente deutlich erhöhen. / © Visualisierung: ENTWICKLUNGSSTADT, OPEN AI (mit KI erstellt)

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT / Open AI (mit KI erstellt)

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Kaum ein Ort steht so sehr für die Berliner Stadtentwicklung der 1990er Jahre wie der Potsdamer Platz. Mit seinen Hochhäusern, Passagen und Verkehrsbauwerken wurde das Quartier nach der Wiedervereinigung zu einem Symbol des neuen Berlin. Doch rund 30 Jahre später zeigt sich an einigen Stellen, dass sich die Anforderungen an öffentliche Stadträume grundlegend verändert haben, insbesondere im Zeichen des Klimawandels.

Vor allem der weitläufige Kreuzungsbereich zwischen Potsdamer Platz und Leipziger Platz, rund um die markanten Eingangsbauwerke der S- und U-Bahn, präsentiert sich bis heute als stark versiegelte Fläche.

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Potsdamer Platz: Asphalt, Beton und Naturstein prägen den Kreuzungsbereich zum Leipziger Platz

Asphalt, Beton und Naturstein prägen das Bild. Während dieser großzügige Stadtraum einst vor allem auf hohe Besucherzahlen und eine leistungsfähige Verkehrserschließung ausgelegt war, wird er heute in den Sommermonaten zunehmend zu einer spürbaren Hitzeinsel.

In vielen europäischen Metropolen werden derzeit zentrale Plätze und Straßen grundlegend neu gedacht. Städte wie Paris verfolgen seit Jahren das Ziel, stark versiegelte Flächen zu entsiegeln, zusätzliche Vegetation zu schaffen und öffentliche Räume stärker an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

Berlin-Mitte: Von der Verkehrsfläche zum klimaangepassten Stadtraum?

Begrünte Plätze, schattenspendende Baumgruppen, Wasserelemente und neue Aufenthaltsbereiche sollen dort nicht nur die Aufenthaltsqualität erhöhen, sondern auch die Aufheizung der Innenstädte reduzieren.

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Auch am Potsdamer Platz wurden in den vergangenen Jahren bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen. Die umfangreiche Umgestaltung des Quartiers mit neuen Grünflächen, zusätzlichen Bäumen und nachhaltigen Freiraumkonzepten zeigt, dass selbst dicht bebaute Innenstadtlagen klimaresilienter gestaltet werden können.

Die heute noch weitgehend steinerne Kreuzung zwischen Potsdamer Platz und Leipziger Platz mit ihren überdimensionierten Gehwegbereichen blieb von diesen Maßnahmen bislang allerdings weitgehend unberührt.

Aktuelle Ansicht des Bahnhofs Potsdamer Platz mit großflächig versiegeltem Vorplatz, weitläufigen Natursteinflächen und nur wenigen Grünbereichen in Berlin.

Der heutige Kreuzungsbereich am Potsdamer Platz ist von großflächigen Natursteinbelägen und weitgehend versiegelten Freiflächen geprägt. Im Zuge einer zukünftigen Umgestaltung könnten Begrünung, zusätzliche Aufenthaltsbereiche und schattenspendende Elemente diesen zentralen Stadtraum klimaresilienter gestalten. / © Foto: Wikimedia Commons, JoachimKohler-HB (CC BY-SA 4.0)

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Potsdamer Platz: Begrünung trotz Tunnelbauwerken möglich?

Eine vollständige Begrünung nach klassischem Vorbild dürfte an dieser Stelle allerdings kaum realisierbar sein. Unter den Platzflächen verlaufen umfangreiche Tunnel- und Bahnhofsbauwerke der S-Bahn, U-Bahn sowie zahlreiche technische Anlagen. Tiefwurzelnde Großbäume können deshalb vielerorts nicht ohne Weiteres gepflanzt werden.

Dennoch zeigen zahlreiche internationale Beispiele, dass auch über unterirdischer Infrastruktur klimaangepasste Freiräume entstehen können. Denkbar wären erhöhte Pflanzbeete mit ausreichendem Wurzelraum, flachwurzelnde oder speziell geeignete Baumarten, großflächige Stauden- und Gräserpflanzungen sowie begrünte Aufenthaltsinseln.

Ergänzend könnten leichte Pergolen oder andere verschattende Konstruktionen, Sitzgelegenheiten und wasserdurchlässige Beläge die Aufenthaltsqualität deutlich verbessern. Selbst dort, wo keine tiefen Baumstandorte möglich sind, lassen sich so kühlere Mikroklimata schaffen.

Chance für eine gemeinsame Entwicklung mit dem Tilla-Durieux-Park

Zusätzliche Dynamik erhält die Diskussion durch die Planungen für den benachbarten Tilla-Durieux-Park. Für dessen Weiterentwicklung werden derzeit verschiedene Konzepte erarbeitet, die insbesondere die Klimaresilienz, Biodiversität und Aufenthaltsqualität des Parks stärken sollen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, beide Bereiche nicht isoliert zu betrachten. Zwischen dem Park und den angrenzenden Platzflächen besteht heute ein deutlicher räumlicher Bruch.

Eine gemeinsame Planung könnte dagegen ein zusammenhängendes Netz aus begrünten Freiräumen schaffen und den Übergang zwischen Park, Potsdamer Platz und Leipziger Platz deutlich attraktiver gestalten. Gleichzeitig ließen sich Wegebeziehungen verbessern und bislang überwiegend als Transitflächen genutzte Bereiche stärker als öffentliche Aufenthaltsräume entwickeln.

Ein Stadtraum, der den Anforderungen der Zukunft gerecht wird

Der Potsdamer Platz gilt bis heute als eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte der deutschen Wiedervereinigung. Gleichzeitig verdeutlicht gerade dieser Ort, wie stark sich die Anforderungen an urbane Räume innerhalb weniger Jahrzehnte verändert haben. Während in den 1990er Jahren vor allem Verkehr, Erschließung und wirtschaftliche Entwicklung im Mittelpunkt standen, rücken heute Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität und nachhaltige Freiraumgestaltung zunehmend in den Fokus.

Eine behutsame Neugestaltung des stark versiegelten Kreuzungsbereichs könnte diese Entwicklung konsequent fortsetzen. Sie würde den Charakter des Potsdamer Platzes nicht grundsätzlich verändern, könnte ihn aber an die Herausforderungen einer wärmer werdenden Stadt anpassen, und damit einen der zentralsten öffentlichen Räume Berlins fit für die kommenden Jahrzehnte machen.

Eine mögliche Vision für den Potsdamer Platz: Zusätzliche Bäume, Pflanzinseln und Sitzbereiche könnten den heute stark versiegelten Stadtraum klimaresilienter und attraktiver gestalten. / © Visualisierung: ENTWICKLUNGSSTADT, OPEN AI (mit KI erstellt)

Eingangsbereich des S-Bahnhofs Potsdamer Platz mit breiten versiegelten Gehwegen, Hochhäusern und Radweg in Berlin.

Der Kreuzungsbereich rund um den S-Bahnhof Potsdamer Platz ist bis heute von großflächigen Naturstein- und Betonflächen geprägt. Im Sommer heizen sich die versiegelten Bereiche stark auf und bieten nur wenige schattige Aufenthaltsorte. Baumarten wie Birken können auch ohne tiefe Böden problemlos die Stadträume begrünen. / © Visualisierung: ENTWICKLUNGSSTADT, OPEN AI (mit KI erstellt)

Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Deutsche Bahn AG, Brookfield Properties, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Grün Berlin, competitionline Verlag, visitBerlin

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4 Kommentare

  1. Max 26. Juli 2026 at 12:55 - Reply

    Bodengleiche Beete werden nur zugemüllt und zertramplet.

    Es müssten Kuben mit 1,5 bis 2 m Kantenlänge sein, darin Bäume und rundherum Sitzbänke.

  2. at 27. Juli 2026 at 14:02 - Reply

    Wer pflanzt, muss auch pflegen und da sieht man Berlin nun so gar nicht mit dabei. In dieser Stadt gibt es gefühlt Millionen ungemähter, unbewässerter, unbeschnittener und, wie von @Max schon erwähnt; vermüllter Grünflächen, dass gerade diese dann einvverwahrlostes Gesamtbild noch verstärken oder erst überhaupt transportieren. Grün kann man eigentlich fast nie genug haben, aber in diesem Fall ist man schon fast froh, wenn man diese Flächen gar nicht erst anrührt und wenigstens das Fegen gewährleistet.

  3. Böhme 29. Juli 2026 at 01:14 - Reply

    Der Potsdamer Platz braucht nicht mehr grün. Das erledigt sich, wenn aus dem so genannten Tilla-Durieux-„Park“ endlich ein richtiger Park wird. Es wäre nun wahrlich ein Fehler, sämtliche Plätze der Stadt zuzupflanzen!

  4. M.Hillen 29. Juli 2026 at 13:33 - Reply

    Ein begrünter Potsdamer Platz – so, wie auf den obigen Bildern illustriert – wäre fantastisch, großartig, traumhaft! Oft genug hab ich sommers gedacht, wenn ich quer durch den Tiergarten spaziert bin und am Potsdamer Platz raus kam: „Was für eine menschenfeindliche, unerträgliche und öde Hitzeinsel- es fehlt grün!“
    Also wenn Berlin das hinbekommt, obige Bilder/Zukunftvisionen in die Realität umzusetzen, dann würde ich wieder zum BerlinFan werden.
    Jeder Platz sollte menschenfreundlich gestaltet werden. Und Berlin sollte eine eigene „Stadtgrüngesellschaft“ haben, die über ausreichend Expertise, Budget und Personal verfügt, um das Stadtgrün zu pflanzen, zu pflegen, zu erhalten.

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