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Das Südtor des Berliner Olympiastadions wird baulich erweitert, um die Besucherströme bei Großveranstaltungen besser zu entzerren. Mit neuen Einlasssystemen und mehr Bewegungsfläche soll der Einlass künftig gleichmäßiger, sicherer und schneller erfolgen. Grund für die baulichen Maßnahmen sind die chaotischen Szenen, die sich im Rahmen des DFB-Pokalfinales vergangenen Sommer abgespielt hatten. 

Olympiastadion Berlin, das Olympische Tor

Das Osttor bildet mit seinen markanten Türmen und den Olympischen Ringen den deutlich größeren Haupteingang des Olympiastadions. Der Zugang im Süden soll nun baulich erweitert werden, um eine nahezu gleichwertige Nutzung mit dem Osttor zu ermöglichen  / © Foto: depositphotos.com

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© Titelbild: Wikimedia Commons, Bodo Kubrak, CC BY-SA 4.0

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Für das Berliner Olympiastadion ist eine bauliche Anpassung am südlichen Haupteingang vorgesehen. Ziel der Maßnahmen ist es, die Besucherführung zu optimieren, Engpässe zu reduzieren und bei Großveranstaltungen eine gleichmäßigere Verteilung der Zuschauerströme zu ermöglichen. 

Das Südtor gilt derzeit als sekundärer Zugangspunkt, ist jedoch baulich und in seiner Kapazität gegenüber dem am Osttor gelegenen Haupteingang deutlich kleiner dimensioniert. Mit den geplanten Veränderungen soll künftig eine nahezu gleichwertige Nutzung möglich werden. 

DFB-Pokalfinale: Gefährliche Situationen beim Einlass am Südtor

Hintergrund dieser baulichen Anpassungen waren die chaotischen Zustände während des Einlasses von Anhängern des Vereins Arminia Bielefeld, die im Rahmen des DFB-Pokalfinales mehrere Stunden vor den Toren ausharren mussten. Dabei kam es zu gefährlichen Situationen, die nach Einschätzung von Experten sowie der Berliner Polizei auch zu einer Massenpanik hätten führen können. 

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Anschließend hatte es über Wochen hinweg Proteste von Fan-Vertretern und Journalisten gegeben, die auf die Missstände, die in dieser Form immer wieder aufgetreten waren, hinzuweisen.  

Erweiterung der Einlasskapazitäten und bauliche Modifikationen

Im Rahmen der Umbauplanung soll die Fläche vor dem Südtor nun vergrößert und bau- sowie höhentechnisch angepasst werden. Geplant ist unter anderem der Wegfall des angrenzenden Parkplatzbereichs, um zusätzliche Bewegungszonen für ankommende Besucher zu schaffen. 

Zudem sollen neue Drehkreuze installiert werden, um mehr parallele Einlasskanäle zu ermöglichen. Damit wird auch eine deutliche Beschleunigung der Sicherheitskontrollen angestrebt, was letztlich zu einem entspannteren und sichereren Einlassablauf führen soll. Profitieren würde von diesem Umbau auch der Ankermieter im Stadion, Fußball-Zweitligist Hertha BSC. 

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Olympiastadion Berlin: Mobile Interimslösungen für den Übergang am Südtor

Da die bauliche Umsetzung voraussichtlich nicht vollständig vor dem nächsten großen Endspieltermin abgeschlossen sein wird, ist eine Übergangslösung vorgesehen, wie die Sport Bild berichtet. Temporäre Zugangssysteme wie mobile Sicherheitstechnik oder entlastende Kontrollstationen könnten eingesetzt werden, um die notwendige Kapazität während der Bauphase sicherzustellen. 

Diese Interimsmaßnahmen sollen den regulären Spiel- und Veranstaltungsbetrieb nicht beeinträchtigen und flexibel an die Besucherzahlen angepasst werden können, wie die landeseigene Olympiastadion Berlin GmbH versichert. 

Berliner Senat investiert in den Umbau der äußeren Stadion-Infrastruktur

Die Finanzierung der baulichen Anpassungen erfolgt gemeinschaftlich zwischen dem Eigentümer des Gebäudekomplexes (Land Berlin) und den beteiligten Veranstaltern, wie es heißt. 

Fest installierte bauliche Erweiterungen fallen dabei in den Verantwortungsbereich des Standortbetreibers, während mobile Einrichtungen und temporäre Installationen durch den Veranstalter übernommen werden sollen. 

Berliner Senat will das DFB-Pokalfinale unbedingt im Olympiastadion halten

Aufgrund des Denkmalschutzstatus sind zudem Genehmigungsverfahren erforderlich, die die geplanten Arbeiten begleiten und zeitlich beeinflussen können. Eine Zustimmung des Landesdenkmalamtes gilt allerdings als sicher, da Berlin sonst Gefahr laufen würde, den Nimbus als fester Austragungsort des DFB-Pokalfinales zu verlieren.  

Immerhin generiert die Hauptstadt allein mit diesem Event rund 50 Millionen Euro an Einnahmen – und will dies auch zukünftig tun. 

Strategische Bedeutung für den Veranstaltungsstandort Berlin

Das Olympiastadion zählt zu den international bekanntesten Veranstaltungsorten Deutschlands und steht regelmäßig im Fokus von Sportgroßereignissen, kulturellen Veranstaltungen und medialen Produktionen, zuletzt beim weltweit live übertragenen NFL-Game, für das die Arena ebenfalls umfangreich umgebaut und erweitert wurde. 

Eine modernisierte und leistungsfähige Einlassarchitektur im Bereich des Südtors, welches direkt an den S-Bahnhof Olympiastadion grenzt, soll diesen Status sichern, die Wettbewerbsfähigkeit steigern und das historische Ensemble zugleich respektvoll weiterentwickeln. Keine leichte Aufgabe, die nach den Vorkommnissen beim letzten Pokalendspiel allerdings unabdingbar scheint. 

Quellen: Sport Bild, Olympiastadion Berlin GmbH

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