Die Finanzierung der Berliner Parkläufer-Programme steht auf der Kippe. Mehrere Bezirke warnen, dass ohne diese Strukturen Müll, Konflikte und ökologische Schäden in den Grünanlagen zunehmen könnten. Ob die Kürzungen tatsächlich umgesetzt werden, entscheidet das Abgeordnetenhaus in den kommenden Monaten.

Mit der geplanten Streichung der Mittel droht das Wegfallen jener Kräfte, die bislang unter anderem einer fortschreitenden Vermüllung der Berliner Parks entgegengewirkt haben. / © Foto: Wikimedia Commons, Ansgar Koreng, CC BY 3.0 DE
© Titelbild: depositphotos.com / Hilda Weges
Die Parkläuferinnen und Parkläufer sowie die Kiezhausmeister sind seit Jahren ein fester Bestandteil vieler Berliner Grünanlagen. Sie kümmern sich um Sauberkeit, sprechen Besucherinnen und Besucher an, wirken deeskalierend bei Konflikten und unterstützen durch Umweltbildungsangebote. Bisher stellt das Land jährlich rund sechs Millionen Euro für die Betreuung der Grünanlagen zur Verfügung.
Doch all dies könnte in Zukunft entfallen, da im aktuellen Entwurf für den Doppelhaushalt 2026/2027 keine Mittel mehr für das Parkmanagement vorgesehen sind. Die Streichung sorgt für deutliche Kritik: die Bezirke sehen ihre Handlungsmöglichkeiten massiv eingeschränkt.
Kein Geld für Betreuung von Grünanlagen: Gemeinsamer Protest der Bezirke
Mehrere Bezirksstadträtinnen und -stadträte, unter anderem aus Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg, Mitte und Steglitz-Zehlendorf, äußerten sich in einem gemeinsamen Statement. Darin erklärten sie, dass die Arbeit der Parkläuferinnen und Kiezhausmeister wesentlich zur Ordnung und Sicherheit in den Anlagen beigetragen habe. Ihre Präsenz sei präventiv gegen Vandalismus und Vermüllung wirksam und stärke die Wertschätzung des Stadtgrüns.
Nach Ansicht der Bezirke entlasten die Projekte zudem die Fachämter. Sie unterstützen das Ordnungsamt bei der Durchsetzung von Regeln, übernehmen Aufgaben in der Suchtprävention und helfen bei kleineren Reparaturen. Eine Kompensation durch eigenes Personal sei nicht möglich, da die Straßen- und Grünflächenämter ohnehin stark belastet seien.
Zukunft der Berliner Parks: Befürchtungen für Sauberkeit und Aufenthaltsqualität
Sollten die Mittel tatsächlich wegfallen, rechnen die Bezirke mit sichtbaren Folgen. In ihrer Stellungnahme heißt es, dass mehr Müll, mehr Konflikte und weniger Sicherheit die Folge wären. Auch die Aufenthaltsqualität der Grünflächen werde deutlich sinken. Besonders Familien und Kindergruppen könnten darunter leiden, da Bildungsangebote oder Bewegungsprogramme nicht mehr stattfinden könnten.
Hinzu kommt die Sorge, dass bereits investierte Mittel in Neupflanzungen wirkungslos verpuffen. Ohne ausreichende Pflege und Bewässerung könnten Bäume und Sträucher in vielen Anlagen nicht erhalten werden. Vertreterinnen und Vertreter aus den Bezirken betonen, dass der Wegfall des Parkmanagements damit auch ökologische Schäden nach sich ziehen würde.
Parkmanagement in Berlin: Bezirke fordern dauerhafte Sicherung, Entscheidung liegt beim Abgeordnetenhaus
Die Bezirke fordern eine dauerhafte Sicherung des Programms und verweisen auch auf die Bedeutung der Parkläuferinnen und Parkhausmeister für die soziale Nutzung der Grünanlagen. Aus ihrer Sicht braucht der öffentliche Raum verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die nicht nur für Ordnung sorgen, sondern auch das Miteinander fördern.
Die Senatsumweltverwaltung weist darauf hin, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist. Der Doppelhaushalt wird bis Dezember im Abgeordnetenhaus beraten. Dort könnte die Finanzierung der Projekte erneut in den Etat aufgenommen werden. Ob die Forderungen der Bezirke dann aufgegriffen werden und ob die Parkläuferinnen und Parkhausmeister auch künftig in Berlins Grünanlagen präsent sein werden, bleibt abzuwarten.
Quellen: Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, Straßen- und Grünflächenamt Friedrichshain-Kreuzberg, Tagesspiegel
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