Frankfurt verfolgt mit der „Strategie Bahnhofsviertel 2024 bis 2040“ einen umfassenden Plan, der sowohl soziale Stabilität als auch räumliche Verbesserungen in den Mittelpunkt stellt. Die Stadt möchte das Bahnhofsviertel zu einem Viertel für alle entwickeln und gleichzeitig kurzfristige Entlastungen ermöglichen.

Die Strategie bis 2040 betont eine deutlich verbesserte Sauberkeit, mehr Licht im Straßenraum und klarere Ordnung, damit sich Menschen sicherer fühlen und öffentliche Räume wieder intensiver nutzen. Gleichzeitig sollen Konflikte im Viertel reduziert, Rückzugsräume für vulnerable Gruppen geschaffen und zentrale Plätze sowie Gehbereiche attraktiver gestaltet werden. / © Foto: IMAGO

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Die Stadt Frankfurt präsentierte am Montag ihr Konzept zum Bahnhofsviertel, das konkrete Projekte, Verantwortlichkeiten und Ziele für alle beteiligten Ämter bündelt. Das Ziel: „Ein Bahnhofsviertel für alle.“ Gesundheitsdezernentin Elke Voitl (DIE GRÜNEN) erläuterte, dass nun alle Beteiligten wissen, welche Schritte nötig seien, um dies zu erreichen.

Sicherheitsdezernentin Annette Rinn (FDP) betonte, dass die Stadt sowohl kurzfristige Verbesserungen einleite als auch grundlegende Lösungen vorbereite. Zwischen Mai und November 2024 arbeiteten rund fünfzig Vertreter aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Kultur, Sozialarbeit, Sicherheitsbehörden und Zivilgesellschaft an gemeinsamen Projektvorschlägen.

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Leitlinien des Konzepts fürs Frankfurter Bahnhofsviertel: Orientierung für alle zukünftigen Maßnahmen

In der Präambel formuliert der Magistrat vier leitende Grundsätze für die weitere Entwicklung des Bahnhofsviertels. Es soll ein Ort sein, der alle willkommen heißt und dessen Vielfalt als zentrale Stärke verstanden wird. Die beteiligten Akteure werden ermutigt, neuen Herausforderungen mutig zu begegnen und eine lernorientierte Fehlerkultur zu pflegen. Zudem wird die Entwicklung ausdrücklich als gemeinschaftlicher Prozess definiert.

Der Zielekompass präzisiert diese Leitlinien mit acht thematischen Entwicklungszielen, die Aufenthaltsqualität, Sicherheit, soziale Teilhabe, Suchthilfe, Nutzungsmischung, Mobilität und Kommunikation umfassen. Die Stadt betont, dass Projekte möglichst mehrere Ziele gleichzeitig erfüllen sollen.

Aufenthaltsqualität und Stadtraum im Bahnhofsviertel: Geplante Umbauten an zentralen Orten

Das Konzept sieht eine deutliche Aufwertung der öffentlichen Räume vor. Das Kaisertor soll zu einer Fußgängerzone werden, die mit neuen Sitzangeboten, Pflanzbereichen und erweiterter Gastronomie Aufenthalte erleichtert. Ein wiederbelebter Kaisermarkt könne dieses Angebot ergänzen.

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Gleichzeitig plant die Stadt die umfassende Neugestaltung des Karlsplatzes, damit dort ein attraktiver Treffpunkt entsteht. Die Strategie benennt auch zusätzliche Grünräume, Vorgärten und temporäre Gestaltungen, da viele Baustellen den Stadtraum über Jahre beeinflussen.

Sicherheit und Ordnung im Bahnhofsviertel: Maßnahmenpakete für ein besseres Sicherheitsgefühl

Das Strategiepapier beschreibt bestehende Probleme deutlich und schlägt verschiedene Maßnahmen vor. Die Stadt möchte das Sicherheitsgefühl durch mehr Licht, stärkere Präsenz, gereinigte Flächen und ergänzende Notrufsäulen verbessern.

Darüber hinaus soll das Sicherheits- und Ordnungsdezernat Konflikte im öffentlichen Raum weiter eindämmen. Gleichzeitig verweist der Magistrat auf die Wirkung bereits bestehender Einrichtungen wie des Crack-Suchthilfezentrums und kündigt an, dass zunächst Erfahrungen gesammelt und anschließend Lücken genauer analysiert werden.

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Soziale Unterstützungsstrukturen im Bahnhofsviertel: Integration und Prävention als Schwerpunkt

Die Stadt möchte suchtkranke und obdachlose Menschen stärker in das öffentliche Leben integrieren. Das Sozial- und Gesundheitsdezernat plant sichere Orte für Kinder und Jugendliche und zusätzliche Rückzugsräume für vulnerable Gruppen.

Ein zentrales Projekt bildet das geplante „Rausch Museum“, das die Geschichte des Drogenkonsums und der Frankfurter Drogenpolitik vermitteln soll. Es soll zudem Präventionsangebote für Jugendliche bereitstellen und Räume für Begegnung schaffen. Die CDU kritisierte diese Idee jedoch als völlig verfehltes Signal und forderte eine stärkere Ausrichtung auf Ausstiegsstrategien und medizinische Hilfe.

Mobilität und Nutzungsmischung im Bahnhofsviertel: Neue Wege und aktivierte Erdgeschosse

Die Verkehrsführung soll sich schrittweise ändern, da die Taunusstraße beruhigt und der Straßenraum stärker für Fußgänger geöffnet wird. Barrierefreie Übergänge, erneuerte Wege und sichere Querungen ergänzen diese Planungen. Gleichzeitig möchte die Stadt Leerstand reduzieren, Zwischennutzungen erleichtern und neue Kultur- und Sozialangebote stärken. Familien sollen durch geöffnete Schulhöfe, Bewegungsflächen und leicht zugängliche Angebote zusätzliche Orte für ihren Alltag erhalten.

Inwieweit das Bündel an Maßnahmen tatsächlich zu einem lebendigeren, sichereren und für alle zugänglichen Bahnhofsviertel führt, wird sich jedoch erst in den kommenden Jahren zeigen – und bleibt bis 2040 mit Spannung abzuwarten.

Quellen: STADT FRANKFURT AM MAIN, Frankfurter Allgemeine Zeitung, JOURNAL FRANKFURT

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