Auf dem südlichen Schlossplatz am Humboldt Forum haben die Arbeiten für drei neue Bauminseln begonnen. Dafür wird das Natursteinpflaster abschnittsweise aufgenommen und später rund um die neuen Grünflächen wieder verlegt.

Baustelle auf dem südlichen Schlossplatz mit aufgenommenem Natursteinpflaster, Erdhaufen und Bagger; im Hintergrund sind Fernsehturm und Rotes Rathaus zu sehen.

Zwischen Humboldt Forum und Staatsratsgebäude wird der südliche Schlossplatz derzeit abschnittsweise geöffnet. Das aufgenommene Natursteinpflaster soll später rund um die neuen Bauminseln wieder verlegt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Die Entwicklung des Humboldt Forums ist noch längst nicht abgeschlossen. Nach dem zügig vorankommenden Bauprojekt der Freitreppe zur Spree laufen nun auch auf dem südlichen Schlossplatz umfangreiche Umbauarbeiten.

Der erste Spatenstich für die Begrünung erfolgte am 12. Juni 2026. Ende August ist schon deutlich zu sehen, wie stark die Arbeiten in die bisherige Platzgestaltung eingreifen: Der Boden wird abschnittsweise geöffnet und das Natursteinpflaster sorgfältig herausgenommen. Ein großer Teil der Steine soll später wieder an seinem ursprünglichen Ort verlegt werden.

Schlossplatz am Humboldt Forum wird in mehreren Bauabschnitten umgestaltet

Die Umgestaltung erfolgt in mehreren Bauabschnitten. An den zuvor festgelegten Standorten der neuen Bauminseln werden derzeit Pflaster und Unterbau entfernt, anschließend können die Flächen für die Bepflanzung vorbereitet werden.

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Insgesamt sollen drei größere Bauminseln mit Sitzmöglichkeiten entstehen. Sie sollen den bislang weitgehend versiegelten Schlossplatz auflockern, Schatten spenden und die Aufenthaltsqualität vor der südlichen Fassade des Humboldt Forums verbessern.

Pflastersteine werden entfernt und später wieder eingesetzt

Die Arbeiten erfordern einen behutsamen Umgang mit der bestehenden Platzgestaltung. Das aufgenommene Natursteinpflaster wird zwischengelagert und später rund um die neuen Grünflächen wieder eingebaut. Einzelne nicht mehr benötigte Steine sollen bei anderen Berliner Projekten Verwendung finden.

Mit dem Umbau reagiert das Humboldt Forum auch auf die Erfahrungen der vergangenen Sommer. Die große gepflasterte Fläche heizt sich bei hohen Temperaturen stark auf und bietet bislang kaum Schatten. Bäume, bepflanzte Flächen und neue Sitzgelegenheiten sollen den Schlossplatz daher klimatisch wie gestalterisch aufwerten.

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Gelber Bagger und große Erdhaufen auf der Baustelle vor der historischen Fassade des Humboldt Forums in Berlin-Mitte.

Direkt vor der rekonstruierten Schlossfassade bereiten Bagger die Flächen für die geplante Begrünung vor. Insgesamt sollen drei Bauminseln mit 18 verschiedenen Baumarten entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

18 Baumarten aus drei Kontinenten ziehen auf den Schlossplatz

Für die drei Bauminseln sind insgesamt 18 unterschiedliche Arten vorgesehen. Sie stammen aus Amerika, Europa beziehungsweise dem Mittelmeerraum sowie Asien. Das Pflanzkonzept nimmt damit Bezug auf die Forschungsreisen Alexander von Humboldts und auf dessen Beschäftigung mit der Verbreitung von Pflanzen in unterschiedlichen Klimazonen.

Geplant sind unter anderem klimaresiliente Gehölze, die zugleich die biologische Vielfalt fördern sollen. Dazu zählen Arten, die Nahrung und Lebensräume für Insekten und Vögel bieten. Finanziert wird ein Teil der Pflanzungen über Baumpatenschaften von Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen.

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bbz Landschaftsarchitekten gestalten das Umfeld erneut

Verantwortlich für die Gestaltung ist das Büro bbz Landschaftsarchitekten. Das Büro hatte bereits den 2013 entschiedenen Wettbewerb für das gesamte Umfeld des Humboldt Forums gewonnen und die bisherigen Freiflächen rund um das rekonstruierte Berliner Schloss geplant.

Besonders sichtbar ist diese Gestaltung bislang auf der Nordseite zum Lustgarten, wo begrünte Terrassen und Sitzstufen von vielen Besucherinnen und Besuchern genutzt werden. Mit den neuen Bauminseln soll nun auch die Südseite einen grüneren und stärker auf Aufenthalt ausgerichteten Charakter erhalten.

Der steinerne Charakter des Schlossplatzes verändert sich

Der Umbau ist Teil eines umfassenderen Wandels rund um das Humboldt Forum. Neben der Begrünung entstehen die Freitreppe am Spreekanal und weitere neue Aufenthaltsbereiche, auch im Zuge des Freiraumprojekts „Rathausforum„. Zugleich warten andere Projekte wie das Freiheits- und Einheitsdenkmal weiterhin auf ihre Fertigstellung.

Auf dem südlichen Schlossplatz lässt sich die Veränderung inzwischen unmittelbar beobachten. Wo über Jahre eine nahezu vollständig gepflasterte Fläche lag, werden nun die Voraussetzungen für Bäume, Schatten und neue Sitzplätze geschaffen. Bis die drei Bauminseln vollständig angelegt sind, werden die Arbeiten abschnittsweise fortgesetzt.

Schlossplatz am Humboldt-Forum

Mit den neuen Bauminseln erhält der bislang weitgehend versiegelte südliche Schlossplatz zwischen Humboldt Forum und Spree künftig deutlich mehr Grün und Aufenthaltsqualität. / © Visualisierung: bbz Landschaftsarchitekten

Die Grafik zeigt die geplanten Bauminseln rund um den Schlossplatz am Humboldt-Forum.

Drei neu angelegte Bauminseln sollen den Schlossplatz künftig strukturieren und mit Bäumen sowie Sitzgelegenheiten zusätzliche Aufenthaltsqualität bieten. / © Visualisierung: bbz Landschaftsarchitekten

Humboldt Forum

Quellen: Humboldt Forum, AIV, bbz Landschaftsarchitekten, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Mitte

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6 Kommentare

  1. Gabrielle Coffey 30. August 2026 at 10:34 - Reply

    Weshalb beginnen erst jetzt die bbz Landschaftsarchikten ihre Arbeit, obwohl sie schon 2013 den Zuschlag bekommen haben? Wer hat beschlossen, dass eine komplett versiegelte Fläche rund um das Humboldtforum verwirklicht und nun wieder aufgerissen wird, obwohl schon lange bekannt ist, dass Versiegelung schlecht ist? Das ist schlechte Planung und Geldverschwendung, also wer hat das genehmigt?

    • Ewald Karl 30. August 2026 at 12:44 - Reply

      bbz Landschaftsarchitekten hat 2013 den Entwurf für die bisherige Gestaltung bekommen und direkt danach mit der Umsetzung begonnen.
      Es gab damals ein vom Senat und der Stiftung Humboldtforum beauftragtes Preisgericht, das den damalige steinernen Entwurf aufgrund historischer Platzgestaltungen ausgewählt hatte – der Schlossplatz war die meiste Zeit als „Stadtseite“ des Schlosses unbegrünt.
      Schon damals wurde aber die Gestaltung kritisiert.

    • Dirk Rass 31. August 2026 at 10:43 - Reply

      Was ist nun dann mit dem schlossbrunnen auf dem ehm. Platz Des neptunbrunnen und wie alte Aufnahmen zeigen waren dort nie Bäume 🌳 nur begrünte in elypsen Form Grünflächen und in der Sichtachse der neptunbrunnen

  2. Fair Lady 30. August 2026 at 12:22 - Reply

    Gut, dass endlich schon lange bekannte Maßnahmen gegen Hitze und (Stark)regen umgesetzt werden. Schlecht, dass es von der Genehmigung bis uur Umsetzung 13 Jahre gedauert hat. Und dass in anderen Teilen Deutschlands immer noch Flächen versiegelt werden, ohne Baum und/oder Strauch, ohne Sitzgelegenheit, mit viel Glück mit einem Springbrunnen in der Mitte und ohne Versickerungsmöglichkeit für Regenwasser.
    Dafür Hitze pur, auch bei hellen Steinplatten.

  3. Ka Wu 30. August 2026 at 12:42 - Reply

    Es ist gut, dass nun endlich die trostlosen Steinstruktur aufgebrochen wird und Bäume gepflanzt und Grünanlagen angelegt werden. Ich frage mich ebenfalls, warum man diesen an sich schönen Platz so Schattendasein und versiegelt anlegen konnte. Wie schädlich versiegelte innerstädtischen Flächen für das Stadtklima sind, weiß man letztlich schon seit Jahrzehnten. Umso schleierhaft, warum man bei der Neugestaltung des Fendarmenmarktes dieselben Fehler wieder begangen wird. Bleibt zu hoffen, dass man auch da zur nachträglichen Begrünung kommt

  4. Franz 31. August 2026 at 20:54 - Reply

    Vor dem Staatsratsgebäude könnten auch noch mehr Bäume hin. Und dann müsste auch die Versiegelung zwischen Fernsehturm und Spandauer Straße stark reduziert und deutlich begrünt werden, sozialistische Hauptstadtgestaltung hin oder her. Und auch die Spandauer Straße gehört verschmalert und als Allee gestaltet.

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