Im Frankfurter Schönhofviertel entsteht mehr als nur Wohnraum. Anfang September wurde der erste Teil des neuen Quartiersparks eröffnet, während direkt daneben eine deutschlandweit einzigartige Hybridschule Gestalt annimmt.

Entlang der Karoline-Veith-Straße entsteht eine zentrale Grünfläche. Sie wurde unter anderem mit Retentionsflächen angelegt, die Regenwasser aufnehmen sollen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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In Frankfurt-Bockenheim entsteht seit einigen Jahren auf einem ehemaligen Gewerbeareal das Schönhofviertel. Auf rund 12,5 Hektar wachsen dort bis zu 2.000 Wohnungen für mehrere tausend Menschen. Neben dem Wohnungsbau setzen die Projektpartner Nassauische Heimstätte und Instone Real Estate jedoch bewusst auch auf soziale Infrastruktur.
Zwei aktuelle Bausteine zeigen das besonders deutlich: der neue Quartierspark sowie eine Schule, die erstmals in Deutschland mit Wohnungen unter einem Dach gebaut wird.
Grünanlage im Schönhof-Viertel: Der östliche Teil ist eröffnet
Anfang September wurde der östliche Teil des künftigen Schönhofparks offiziell an die Stadt Frankfurt übergeben. Er umfasst 12.500 Quadratmeter und bildet zusammen mit einem noch entstehenden westlichen Abschnitt eine insgesamt 28.000 Quadratmeter große Grünanlage. Ursprünglich war die Übergabe für früher geplant, doch die anhaltende Trockenheit des Sommers 2026 verzögerte die Fertigstellung der Rasenflächen.
Der Ostteil bietet Rasenflächen, einen Spielbereich sowie zahlreiche Sitzgelegenheiten und kann inzwischen von Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers genutzt werden. Der westliche Teil soll dagegen vor allem sportliche Nutzungen ermöglichen und ist bis 2027 fertiggestellt. Damit entsteht der Park schrittweise, während gleichzeitig weitere Bereiche des Quartiers ausgebaut werden.

Oberbürgermeister Mike Josef, der das Projekt einst selbst als Planungsdezernent begleitete, sprach bei der Eröffnung von einer „schönen Bestätigung“ nach langer Planung. Rund vier Millionen Euro investierten Instone und die Nassauische Heimstätte in den neuen Park. / © NHW, Foto: Stefan Krutsch
Freiraum in Bockenheim: Wie der Park dem Klimawandel begegnen soll
Der Park verfolgt zudem ein ökologisches Konzept. Im östlichen Abschnitt wurden 181 klimaresiliente Bäume gepflanzt, darunter Erlen und Schnurbäume, ergänzt durch Wiesen-, Stauden- und Rasenflächen. Eine 15 Kubikmeter fassende Zisterne sowie mehrere Regenrückhaltemulden speichern zusätzlich Niederschläge und setzen damit das sogenannte Schwammstadtprinzip um.
Dass das aufgefangene Wasser nicht versickern darf, liegt an der früheren gewerblichen Nutzung des Areals. Trotzdem verbessert das gespeicherte Wasser durch Verdunstung das Mikroklima und versorgt die umliegenden Bäume mit Feuchtigkeit, ohne dass diese dauerhaft im Wasser stehen. Anders als im Europaviertel habe man sich im Schönhofviertel bewusst für eine naturnahe Gestaltung entschieden, um der Klimaerwärmung mit einer wasserspeichernden, locker bepflanzten Grünfläche zu begegnen, erklärt Landschaftsarchitekt Klaus-Dieter Aichele.

Auf dem Baufeld G am Mara-Jakisch-Platz entsteht Deutschlands erste Hybridschule. Die Sporthalle des sechsgeschossigen Gebäudes wird platzsparend unterirdisch errichtet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Hybridschule im Schönhofviertel in Bau: Lernen unten, wohnen oben
Neben dem Park entsteht im Quartier zudem eine bundesweit einzigartige Hybridschule. In dem Gebäude sind im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss eine vierzügige Ganztagsgrundschule sowie eine unterirdisch angelegte Sporthalle untergebracht, darüber folgen ab dem zweiten Obergeschoss Wohnungen. Im August 2026 feierten die Projektpartner Richtfest, der Bezug ist für Herbst 2027 vorgesehen. Seit dem Richtfest ist der Bau sichtbar vorangeschritten: Inzwischen sind die Fenster in den Neubau eingesetzt. Als Nächstes folgt die Fertigstellung der Fassade.
Das Konzept entstand aus einer städtebaulichen Notwendigkeit heraus. Da der ursprüngliche Entwurf für das Quartier keine eigene Schule vorsah, nachträglich aber Bedarf an einem zusätzlichen Grundschulstandort entstand, kombinierten die Projektpartner Schule und Wohnungsbau in einem gemeinsamen Gebäude. So lässt sich der vorhandene Platz im bereits dicht geplanten Quartier effizienter nutzen.

So soll der Hybridbau im Schönhof-Viertel in Frankfurt-Bockenheim künftig aussehen. / © moka Studio/NHW
Wohnraum über der Schule: 123 von 134 Wohnungen gefördert
Über der Schule entstehen insgesamt 134 Mietwohnungen mit 1,5 bis 4 Zimmern und Größen zwischen 43,5 und 102,5 Quadratmetern. Alle Einheiten verfügen über einen Balkon, eine Terrasse oder eine Loggia. Mit 123 geförderten Wohnungen liegt der Förderanteil in diesem Gebäude besonders hoch, unterstützt durch Mittel von Land und Stadt in Höhe von rund 22,9 Millionen Euro.
Auch die Schule selbst ist eng mit dem Quartier verknüpft. Da sie über kein eigenes Außengelände verfügt, nutzen die bis zu 500 Schülerinnen und Schüler stattdessen den angrenzenden Park, in dem eigens ein sogenanntes Grünes Klassenzimmer entstanden ist. Zudem sollen Mensa und Sporthalle künftig auch außerhalb des Schulbetriebs für die Nachbarschaft zugänglich sein. Damit verbindet das Gebäude Bildung, Wohnen und öffentlichen Raum an einem einzigen Ort im Quartier.
Schönhof-Viertel
Quellen: NHW, Stadt Frankfurt am Main, Instone Real Estate, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, hessenschau.de
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