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Die Mediaspree verändert sich auch weiterhin rasant. Entlang des Spreeufers entstehen neue Hochhäuser, Kulturorte, Hotels und Infrastrukturprojekte, die das Stadtbild langfristig prägen werden. Ein Überblick zeigt, welche Vorhaben aktuell geplant sind, welche bereits im Bau sind und wo sich zentrale Projekte verzögern.

Villa Viva Holzmarkt
Elements
Dockyard Berlin
The Molecules
Elsenbrücke
Hochhaus Warschauer Brücke
JAHO
Grenzhafen


© Visualisierung Titelbild: J. Mayer H. Architekten

 

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Entlang der Mediaspree verdichten sich derzeit zahlreiche Bau- und Entwicklungsprojekte, die das Gebiet zwischen Friedrichshain, Kreuzberg, Alt-Treptow und Berlin-Mitte stark verändern sollen, so sie denn auch wie geplant umgesetzt werden. Obwohl viele Grundzüge des Areals aus den 1990er Jahren stammen, erlebt das Gebiet nun einen neuen Entwicklungsschub, der Wohnen, Arbeiten, Kultur und Infrastruktur neu ordnet.

Gleichzeitig zeigen Konflikte um Hochhäuser, Nutzungsmischungen und Verkehrsfragen, wie umkämpft diese zentrale Uferzone weiterhin ist. Der folgende Überblick beleuchtet die wichtigsten Projekte, ihre Hintergründe und die offenen Fragen, die die Debatte um die Mediaspree auch in Zukunft prägen werden.

„Elements“ in Berlin-Mitte: Neustart für ein Mixed-Use-Projekt am Spreeufer

Neubau Elements

© Visualisierung: J. Mayer H. Architekten

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Das Mixed-Use-Projekt „Elements“ am Spreeufer in Berlin-Mitte wird nach einer längeren Unterbrechung wieder gebaut. Nachdem der ursprüngliche Entwickler insolvent wurde, hat Anfang 2024 Tishman Speyer das rund 150 Millionen Euro schwere Vorhaben übernommen. Geplant ist ein Ensemble nach dem Entwurf von J. Mayer H. Architekten, das Büroflächen, betreutes Wohnen, Einzelhandel und Gastronomie auf etwa 30.000 Quadratmetern kombiniert. Der Ausbau läuft inzwischen wieder sichtbar an: Fenster werden eingesetzt, Fassadenelemente montiert und Innenräume vorbereitet. Auch ein öffentlich zugänglicher Uferweg gehört zum Konzept, das die Verbindung zum Spreeufer stärken soll.

Villa Viva Holzmarkt: Neues Hotelprojekt am Spreeufer in Friedrichshain

Visualisierung vom Hotelneubau in Holz.

© Visualisierung: Bloomimages

Am Spreeufer in Friedrichshain entsteht mit der „Villa Viva Holzmarkt“ ein achtgeschossiges Hotel mit 155 Zimmern, das bis 2027 fertig sein soll. Holzmarkt 25 entwickelt das Projekt gemeinsam mit Viva con Agua, deren Trinkwasserprojekte später rund 60 Prozent der Hotelgewinne erhalten sollen. Der Entwurf von Pätzold Architekten setzt auf eine ressourcenschonende Holzbauweise und flexible Zimmerkonzepte. Erst die Unterstützung von Viva con Agua und der Eckenstein-Geigy-Stiftung machte die Finanzierung nach massiv gestiegenen Baukosten möglich.

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Wohnturm an der Warschauer Brücke: Baukollegium befürwortet 167-Meter-Plan

Wohnturm Warschauer Brücke Modell

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

An der Warschauer Brücke in Friedrichshain rückt ein neues Hochhausvorhaben näher, nachdem das Berliner Baukollegium die überarbeiteten Pläne für einen 167 Meter hohen Wohnturm unterstützt hat. Während der Entwurf den Standort städtebaulich neu ordnen soll, bleibt das Vorhaben stark umstritten, da Bezirk und Anwohnende vor einer Überformung des Quartiers warnen. Vorgesehen sind rund 110.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, wovon etwa 80 Prozent für Wohnungen und ein Anteil von 30 Prozent als geförderte Einheiten geplant sind. Gleichzeitig scheiterte ein zweites Hochhausprojekt mit 120 Metern Höhe im selben Umfeld an der Zustimmung des Gremiums, weil für den komplexen Standort ein integriertes Gesamtkonzept fehle.

„Dockyard Berlin“: Neuer Holz-Hybrid-Bürokomplex am Spreeufer in Friedrichshain

Dockyard Neubau

© Foto: HG ESCH

„Dockyard Berlin“ ergänzt das Spreeufer in Friedrichshain um einen neuen Bürokomplex, der vollständig in Holz-Hybridbauweise errichtet wurde. Das Ensemble besteht aus zwei siebengeschossigen Gebäuden, die über eine verglaste Brücke verbunden sind und vom Büro Tchoban Voss Architekten geplant wurden. Ein Energiekonzept mit Eisspeicher, Photovoltaik und Solarhybridkollektoren soll einen nahezu klimaneutralen Betrieb ermöglichen. Mit seiner Lage im Osthafen und der Mischung aus Büro- und öffentlich zugänglichen Nutzungen trägt das Gebäude zur städtebaulichen Weiterentwicklung des Mediaspree-Abschnitts bei.

Ehemaliger Grenzsteg soll zum neuen Kultur- und Erinnerungsort an der Spree werden

Grenzhafen Visualisierung

© Visualisierung Wilk SalinasXOIO

Der geplante „Grenzhafen Berlin“ an der Spree kommt schrittweise voran, nachdem Wilk Salinas Architekten im Werkstattverfahren den Zuschlag für die weitere Planung erhalten haben. Während der rund 480 Meter lange ehemalige Grenzsteg weiterhin unter Denkmalschutz steht, soll er behutsam zu einem öffentlich zugänglichen Kultur- und Erinnerungsort mit Museum, Hafenbereich und Veranstaltungsflächen weiterentwickelt werden. Dennoch bleibt das Projekt komplex, da Abstimmungen mit Denkmal- und Wasserbehörden weiterhin maßgeblich über Zeitplan und endgültige Ausgestaltung entscheiden.

Geplantes Hochhausprojekt „The Molecules“: Neuer Anlauf am Spreeufer in Treptow

Hochhausprojekt "The Molekules" in Berlin-Treptow

© Visualisierung: AGROMEX Invest GmbH

Das Hochhausprojekt „The Molecules“ von Agromex ist weiterhin in der Planungsphase und soll an der Fanny-Zobel-Straße neben den Treptowers entstehen. Vorgesehen sind ein Hotelturm und zwei Wohnhochhäuser mit insgesamt rund 39.000 Quadratmetern oberirdischer Geschossfläche. Nach Verzögerungen wird die Planung derzeit angepasst, sodass künftig mehr Wohnraum und weniger Gewerbeflächen realisiert werden sollen. Ein konkreter Baustart steht weiterhin aus, angestrebt wird jedoch eine Fertigstellung bis Ende 2029. Noch ruht die Baustelle allerdings.

Elsenbrücke in Verzug: A100-Anschluss verschärft die Staulage

Elsenbrücke

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Der Neubau der Elsenbrücke kommt nur schleppend voran und wird voraussichtlich erst 2026 vollständig fertiggestellt. Witterungsprobleme, Personalmangel und organisatorische Schwierigkeiten haben den Bauablauf erheblich verzögert und führen dazu, dass die Behelfsbrücke weiterhin den gesamten Verkehr aufnehmen muss. Seit der Eröffnung des neuen A100-Abschnitts hat sich die Verkehrslage zugespitzt, was zu täglichen Staus und Einschränkungen für Buslinien führte. Zudem sorgt die neu eingerichtete zusätzliche Autospur zulasten des Radverkehrs für politische Diskussionen über die Ziele des Mobilitätsgesetzes und den Umgang mit provisorischen Lösungen an zentralen Verkehrsachsen.

„JAHO“ in Berlin-Mitte: BVV bestätigt Bebauungsplan für 75-Meter-Hochhaus

Visualisierung JAHO Turm an der Jannowitzbrücke

© Visualisierung: David Chipperfield Architects, Art-Invest Real Estate

Für das Projekt „JAHO“ an der Jannowitzbrücke hat die BVV Mitte längst grünes Licht gegeben, doch der geplante 75-Meter-„Jannowitz-Turm“ kommt weiterhin nicht voran. Zwar wurde der vorhabenbezogene Bebauungsplan für das Hochhaus des Büros David Chipperfield Architects beschlossen, doch auf dem Grundstück steht seit vielen Monaten nur eine mit Regenwasser gefüllte Baugrube. Der Entwickler Art-Invest Real Estate will auf rund 20.000 Quadratmetern Gewerbe-, Gastronomie- und Einzelhandelsflächen schaffen, kann jedoch keinen Baubeginn nennen.

 

Quellen: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, , Pätzold Architekten, Berliner Morgenpost, Tishman Speyer, Immobilien Manager, Development Partner AG / J. Mayer H. Architekten, Architektur Urbanistik Berlin, Berliner Woche, Deutsches Architektur Forum, Tchoban Voss Architekten, Hagenauer Generalunternehmer, RFR Development GmbH, East-Port Area GmbH, Bollinger Grohmann, AGROMEX Invest GmbH, Kurth Real Estate, Holzer Kobler Architekturen, Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, EDGE Technologies, Berliner Baukollegium, Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co. KG, CESA Group, BVV Berlin-Mitte, David Chipperfield Architects, Kuehn Malvezzi, Grenzhafen Berlin GmbH

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3 Kommentare

  1. […] Weiter auf ENTWICKLUNGSSTADT … […]

  2. Löwe 23. November 2025 at 10:07 - Reply

    Mir gefallen alle Entwürfe, bei „The Molecules“ weiß ich nicht genau ob die beiden abgerundeten Hochhäuser zu „zerfledert“ wirken – bevorzuge eine etwas einheitlichere Fassade.

  3. Michael 24. November 2025 at 20:05 - Reply

    Das sind keine Hochhäuser, sondern etwas höhere und zu dicke Häuser! Hochhäuser entstehen in Warschau, ja sogar in Basel oder Zürich!

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