Am Maybachufer in Neukölln ist der alte Aldi-Markt verschwunden, inzwischen prägt eine rund einen Meter tiefe Baugrube das Bild vor Ort. Bis Ende 2027 sollen dort 120 Mietwohnungen und ein neuer Supermarkt entstehen. Die Frage, wie teuer die Wohnungen werden, sorgt bereits jetzt für Diskussionen.

An der Liberdastraße 5 laufen die Arbeiten an der Baugrube. Bis Ende 2027 soll hier ein siebengeschossiger Neubau mit 120 Mietwohnungen entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Am Maybachufer in Berlin-Neukölln ist vom früheren Aldi-Markt inzwischen nichts mehr zu sehen. Nach dem Abriss wird an der Liberdastraße 5 derzeit die Baugrube für den geplanten Neubau vorbereitet. Bis Ende 2027 sollen hier 120 Mietwohnungen und ein neuer Aldi-Markt entstehen. Doch während das Projekt damit in die nächste Bauphase geht, wird in der Nachbarschaft auch über die künftigen Mieten diskutiert.
Baugrube an der Liberdastraße: Abriss des alten Aldi-Markts abgeschlossen
Der bisherige Markt war erst 2012 eröffnet worden. Dennoch musste er dem Neubau weichen. Die Baugenehmigung für das Projekt liegt seit 2025 vor. Nach dem Abriss des früheren Supermarkts konzentrieren sich die Arbeiten derzeit auf die Baugrube. Anfang September war das Grundstück bereits weitgehend ausgehoben und von Spundwänden eingefasst.

Der erst 2012 eröffnete Aldi-Markt ist inzwischen vollständig abgerissen. Nach aktuellem Stand soll Aldi Nord in der zweiten Jahreshälfte 2027 ins Erdgeschoss des Neubaus zurückkehren. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Das neue Gebäude soll Wohnen und Einzelhandel verbinden. Im Erdgeschoss zieht erneut Aldi Nord ein, dafür stehen rund 1.800 Quadratmeter Einzelhandelsfläche bereit. Ein Unternehmenssprecher kündigte an, der Markt solle nach aktuellem Stand in der zweiten Jahreshälfte 2027 öffnen.
In den sechs Etagen darüber entstehen 120 Mietwohnungen. Die Grundrisse reichen von eineinhalb Zimmern mit 36 Quadratmetern bis zu vier Zimmern mit 100 Quadratmetern. Außerdem erhält das Haus einen Teilkeller für Abstellräume und Fahrräder. Mit dem Projekt schließt sich zudem eine der letzten Baulücken am Landwehrkanal zwischen Kreuzberg und Neukölln.
Serielles Bauen in Neukölln: Vorgefertigte Bauteile sollen Kosten senken
Hinter dem Vorhaben steht der Berliner Projektentwickler 15 Degree, die Umsetzung übernimmt das Bauunternehmen Goldbeck. Es fertigt Bauteile industriell vor und montiert sie anschließend auf der Baustelle.

Die Umsetzung des Projekts übernimmt Goldbeck. Das Unternehmen fertigt Bauteile industriell vor und montiert sie anschließend auf der Baustelle. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Nach Angaben der Projektpartner soll nicht nur die Bauweise Zeit sparen. Auch die Planung bis zur Genehmigungsreife sei von zuvor bis zu neun Monaten auf drei bis vier Monate verkürzt worden. Goldbeck setzt zudem auf industriell vorgefertigte Bauteile, die auf der Baustelle montiert werden. Goldbeck-Niederlassungsleiter Robert Bölcskei bezifferte den Zeitvorteil gegenüber einer herkömmlichen Bauweise auf rund 30 Prozent, die Kostenersparnis auf etwa 15 Prozent.
Mieten am Landwehrkanal: 20 Wohnungen mit Mietpreisbindung
Bei Material und Ausstattung setzen die Projektpartner nach eigenen Angaben auf vergleichsweise einfache, zweckmäßige Lösungen. So sollen die Innenwände etwas dünner ausfallen als bei konventionell errichteten Wohngebäuden. Energetisch erreicht der Neubau dennoch den KfW-40-Standard und soll das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude erhalten. Luft-Wärme-Pumpen sowie begrünte Dach- und Hofflächen ergänzen das Konzept.
Nach Angaben des Bezirksamts sollen 20 der insgesamt 120 Wohnungen mietpreis- und belegungsgebunden vermietet werden. Für diese Wohnungen ist nach bisher veröffentlichten Angaben eine Nettokaltmiete ab sieben Euro pro Quadratmeter vorgesehen. Die übrigen Wohnungen sollen sich preislich am marktüblichen Niveau für KfW-40-Neubauten in dieser Lage orientieren.
Quellen: 15 Degree, Tagesspiegel, Berliner Morgenpost, Goldbeck
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