Mal wirkt sie wie eine undurchdringliche Grenze, dann gibt sie plötzlich den Blick auf die andere Seite frei. Eine neue Installation am Brandenburger Tor erinnert zum 65. Jahrestag an den Bau der Berliner Mauer.

Direkt vor dem Brandenburger Tor erinnert die Installation an die einstige Grenzziehung an diesem historischen Ort. Ein transparenter Abschnitt öffnet den Blick durch die ansonsten dunkel erscheinende Barriere. / © Foto: Kulturprojekte Berlin, Foto: Alexander Rentsch
© Fotos: Kulturprojekte Berlin, Foto: Alexander Rentsch
Am 13. August 2026 jährte sich gestern der Beginn des Berliner Mauerbaus zum 65. Mal. Anlässlich des Jahrestages erinnert eine rund 30 Meter lange Installation auf dem Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor an die gewaltsame Teilung der Stadt und die jahrzehntelange Präsenz der Grenzanlagen.
Der Standort ist bewusst gewählt: Über den heutigen Platz verlief einst die Berliner Mauer, das Brandenburger Tor selbst lag unmittelbar im Grenzgebiet. Die räumliche Intervention des Künstlers Hubertus Hamm greift diese historische Situation auf, ohne die frühere Grenzanlage originalgetreu nachzubilden.
Brandenburger Tor: Installation macht Trennung räumlich erfahrbar
Entscheidend für die Wirkung ist die besondere Materialität der Installation. Abhängig von Standort, Entfernung und Blickwinkel erscheint sie entweder als nahezu geschlossene Barriere oder wird zunehmend transparent. Besucherinnen und Besucher müssen sich bewegen und ihre Position verändern, um den Raum auf der jeweils anderen Seite wahrnehmen zu können.
Mit größerem Abstand öffnet sich der Blick, Menschen und Umgebung werden teilweise klar, teilweise verschwommen sichtbar. Wer näher an die Installation herantritt, sieht dagegen immer weniger, bis lediglich ein eng begrenzter Ausschnitt übrig bleibt.

Am Brandenburger Tor wurde anlässlich des 65. Jahrestags des Mauerbaus auch die Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“ eröffnet. Sie erinnert mit historischen Fotografien und Dokumenten an die Teilung der Stadt. / © Foto: Kulturprojekte Berlin, Foto: Alexander Rentsch
„Mauerblicke. Berlin 1961–1990“ ergänzt die Installation
Auf diese Weise sollen Momente von Trennung und Begegnung, Orientierung und eingeschränkter Wahrnehmung im öffentlichen Raum erfahrbar werden. Zugleich thematisiert das Werk den eigenen Standpunkt und die Frage, wie sehr sich Wahrnehmung durch die jeweilige Perspektive verändert.
Ergänzt wird die Installation am Brandenburger Tor durch die Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“. Gemeinsam sollen beide Angebote an die Folgen der Teilung erinnern und zugleich einen Bezug zu Freiheit, demokratischen Werten und gesellschaftlichen Trennlinien der Gegenwart herstellen. Umgesetzt wurde die ungewöhnliche Installation von der landeseigenen Kulturprojekte Berlin GmbH.

Rund 30 Meter erstreckt sich die Installation von Hubertus Hamm über den Platz des 18. März. Je nach Standort und Blickwinkel erscheint das Werk geschlossen oder gibt den Blick auf die andere Seite frei. / © Foto: Kulturprojekte Berlin, Foto: Alexander Rentsch

Ergänzt wird die Installation durch die Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“. Auf dem Platz des 18. März zeigen mehrere Ausstellungselemente historische Aufnahmen und unterschiedliche Perspektiven auf die Berliner Mauer. / © Foto: Kulturprojekte Berlin, Foto: Alexander Rentsch
Quellen: Kulturprojekte Berlin GmbH
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