Der Frankfurter Zoo soll bis 2039 in drei Bauphasen neu gestaltet werden, um Tiere artgerecht unterzubringen und vielfältige, spannende Lebensräume zu schaffen. Dabei verbindet die Modernisierung naturnahes Design mit Bildungsangeboten und internationalen Naturschutzprojekten.

Zoo Frankfurt 3-D-Ansicht

Auf den elf Hektar des Frankfurter Zoos mitten in der Stadt sollen Modernisierungsmaßnahmen bis 2039 sowohl artgerechte Tierhaltung als auch intensive Tierbegegnungen schaffen. / © Visualisierung: Dan Pearlman Erlebnisarchitektur GmbH

© Titelbild: Dan Pearlman Erlebnisarchitektur GmbH

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Mehr als 150 Jahre nach seiner Gründung steht der Frankfurter Zoo vor einer umfassenden Neugestaltung. Der Magistrat hatte im vergangenen Jahr die Modernisierungspläne beschlossen, die den zweitältesten Zoo Deutschlands in drei Bauphasen bis 2039 auf den neuesten Stand der Zoogestaltung bringen sollen.

Viele Gebäude des Frankfurter Zoos stammen noch aus dem Wiederaufbau der Nachkriegszeit und sind in ihrer Bausubstanz veraltet und lassen sich weder nachhaltig noch energieeffizient modernisieren. Deshalb gestaltet der Masterplan „Zookunft2030+“ über die Hälfte des Zooareals umfassend neu und ersetzt die alten Anlagen durch artgerechte Lebensräume.

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Masterplan „Zookunft2030+“: Artgerechte Tierhaltung und moderne Zoogestaltung auf elf Hektar Stadtfläche

Frankfurts Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Ina Hartwig betonte, dass die Modernisierung darauf ausgerichtet ist, auf den elf Hektar mitten in der Stadt sowohl artgerechte Tierhaltung als auch intensive Tierbegegnungen zu ermöglichen und zeitgemäße Konzepte der modernen Zoogestaltung umzusetzen.

Der Masterplan „Zookunft2030+“, der im September 2024 von Dr. Hartwig und Zoodirektorin Dr. Christina Geiger vorgestellt wurde, zeigt konkrete Lösungen für die Herausforderungen eines Zooumbaus auf und legt nicht nur die baulichen Maßnahmen fest, sondern definiert zugleich ein inhaltliches Konzept, das Tiergemeinschaften unterschiedlicher Lebensräume in Afrika und Südamerika erlebbar macht. Für den Start der Umsetzung läuft derzeit das Verfahren zur Auswahl der Partner für die Bauplanung.

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Der Masterplan „Zookunft2030+“ wurde im September 2024 von Frankfurts Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Hartwig und Zoodirektorin Dr. Christina Geiger vorgestellt. / ©  Foto: MENZEL

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Zooumbau in drei Etappen: Artgerechte Lebensräume und kontinuierlicher Betrieb bis 2039

Die Modernisierung des Zoos erfolgt in drei aufeinanderfolgenden Phasen. Den Auftakt bildet die rund 2,4 Hektar große Serengeti-Anlage, deren Umgestaltung in diesem Frühjahr beginnt. Sie entsteht als Landschaft der afrikanischen Savanne mit weitläufigen Außenbereichen, einem ausgetrockneten Flussbett, Wasserstellen und vergesellschafteten Tierarten und soll 2033 fertiggestellt werden.

Parallel dazu beginnt die Planung der Lomami-Anlage, die den tropischen afrikanischen Regenwald darstellt, bevor die Manú-Anlage im Nord-Osten des Zooareals mit südamerikanischen Arten den Abschluss bildet, wobei der Zoo während der gesamten Bauzeit für Besucherinnen und Besucher geöffnet bleibt.

Zoo-Frankfurt-Serengeti-Aussenanlagen

Den Anfang der Modernisierung macht die etwa 2,4 ha große Serengeti-Anlage, eine Landschaft für Tiere der afrikanischen Savanne. Ihre Fertigstellung ist für 2033 geplant. / © Visualisierung: Dan Pearlman Erlebnisarchitektur GmbH

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Artgerechte Lebensräume, verbesserte Besucher- und Arbeitsbedingungen und neue Bildungsschwerpunkte

Neben der Schaffung artgerechter Lebensräume für die Tiere sollen die Pläne auch die Bedürfnisse der Besucherinnen und Besucher berücksichtigen, die den Zoo über alle Jahreszeiten hinweg erleben sollen. Großzügige Innenbereiche sorgen dafür, dass die Tiere auch bei kalten Temperaturen sichtbar bleiben, während die neuen Gebäude und Anlagen die Arbeit der Tierpflegerinnen und Tierpfleger effizienter und schonender gestalten.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt wird der Zoo zudem zu einem Schaufenster für Naturschutzprojekte in Afrika und Südamerika. Die Neugestaltung verfolgt das Ziel, Zusammenhänge zwischen Artenschutz in den Heimatregionen der Tiere und der Arbeit in Zoos sichtbar zu machen und die Frankfurter Einrichtung als Multiplikator und aktiven Akteur im Natur- und Artenschutz zu etablieren.

Ergänzt wird das Angebot durch das Kinder- und Jugendtheater im Zoogesellschaftshaus sowie das geplante „Frankfurt Conservation Center“, wodurch der Zoo zu einem Schwerpunkt für Wissenschaft, Kultur und Naturschutz im Osten Frankfurts werden möchte.

Eine Visualisierung des FCC-Neubaus in Frankfurt

Im östlichen Bereich des Frankfurter Zoos nimmt ein ambitioniertes Naturschutzprojekt konkrete Formen an. Nach dem abgeschlossenen Architekturwettbewerb steht nun fest, wie das Frankfurt Conservation Center (FCC) künftig aussehen könnte. / © Visualisierung: haascookzemmrich STUDIO 2050 / ZGF

Quellen: Zoo Frankfurt, Hessenschau, Wikipedia

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