Am Helene-Weigel-Platz in Marzahn geht der Streit um Hochhäuser und Neubau weiter. Ein Beirat begleitet nun die Verfahren, während die Initiative von geänderten Plänen berichtet.

Die Visualisierung zeigt, wie die neuen Wohngebäude am Helene-Weigel-Platz in Berlin-Marzahn künftig aussehen könnten.

So könnten die neuen Wohngebäude am Helene-Weigel-Platz in Berlin-Marzahn künftig aussehen. Die Darstellung basiert auf einer vorläufigen Konzeptstudie. / © Visualisierung: Ten Brinke Group B.V

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der Streit um den Neubau am Helene-Weigel-Platz in Marzahn hat eine neue Phase erreicht. Nach Protesten, mehr als 2.000 Unterschriften und einem Einwohnerantrag begleitet inzwischen ein Beirat die Bebauungsplanverfahren. Zugleich meldet die Anwohnerinitiative Änderungen an den Hochhausplänen.

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Helene-Weigel-Platz, 12681 Berlin
  • Verfahren: Bebauungspläne 10-124 West und 10-125 Ost
  • Streitpunkt: Hochhäuser, Dichte, Parkplätze, Infrastruktur, ehemaliges Kino Sojus

Am Helene-Weigel-Platz in Marzahn treffen Wohnungsdruck, Stadtumbau und Nachbarschaftsprotest direkt aufeinander. Ursprünglich standen bis zu 430 Wohnungen im Raum. Auf der Westseite plante Vivion ein neues Sockelgebäude mit Gewerbe und mehreren Wohntürmen. Auf der Ostseite wollte Ten Brinke das seit Jahren leerstehende Kino Sojus durch Wohnungsbau ersetzen. Frühere Entwürfe sahen Höhen bis zu 18 Geschossen vor.

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Doch der Helene-Weigel-Platz ist kein beliebiger Parkplatzstandort, sondern ein denkmalgeschütztes DDR-Ortsteilzentrum am S-Bahnhof Springpfuhl. Er entstand Ende der 1970er Jahre, wurde 2010/2011 aufwendig umgestaltet und erfüllt bis heute Verwaltungs-, Nahversorgungs- und Aufenthaltsfunktionen. Derzeit wird auch das historische Rathaus Marzahn umfassend saniert. Genau deshalb ist die Debatte um Maßstab, Höhe und Dichte der Neubauten auch so hitzig.

In Marzahn wird das Rathaus am Helene-Weigel-Platz derzeit umfassend saniert.

In Marzahn wird das Rathaus am Helene-Weigel-Platz derzeit umfassend saniert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Marzahn: Beirat begleitet den Streit um den Helene-Weigel-Platz

Seit diesem Jahr gibt es nun aber eine institutionelle Beteiligung. Das Bezirksamt hat am 8. Dezember 2025 den „Beirat Helene-Weigel-Platz“ einberufen. Er soll die Bebauungsplanverfahren 10-124 und 10-125 beraten. Die dritte Sitzung fand Ende März 2026 statt. Der Beirat kann dem Bezirksamt Hinweise, Vorschläge und Empfehlungen geben, entscheidet aber nicht selbst über den Neubau.

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Die Anwohnerinitiative wertet das als Erfolg ihres Drucks. Sie hatte nach eigenen Angaben mehr als 2.000 Unterschriften gesammelt. Ihr Einwohnerantrag fordert mehr Beteiligung, bessere Nahversorgung, sichere ärztliche Versorgung, Bürgerdienste, Kita- und Schulplätze, Parkplätze sowie Klimaschutzstandards. Die Initiative spricht inzwischen von Verbesserungen, bleibt aber gegen eine aus ihrer Sicht zu starke Verdichtung.

Das Bild zeigt eine Backsteinmauer mit der Inschrift „Helene-Weigel-Platz“ in Marzahn. Der Platz bildet das Zentrum eines denkmalgeschützten Stadtbereichs, in dem Neubaupläne und Hochhäuser kontrovers diskutiert werden.

Der „Helene-Weigel-Platz“ in Marzahn gilt als wichtiges Ortsteilzentrum und steht im Mittelpunkt der Debatte über Neubau und Hochhäuser. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Hochhäuser in Marzahn: Initiative meldet geänderte Neubaupläne

Nach Angaben der Initiative wollen die Investoren nun auf Hochhäuser direkt am Platz verzichten. Stattdessen sollen Neubauten als Riegel entlang bestehender Bauachsen entstehen: an der Märkischen Allee auf dem Rewe-Parkplatz und an der Allee der Kosmonauten beim ehemaligen Kino Sojus. Auch die Höhe habe sich geändert. Statt bis zu 18 Geschossen nennt die Initiative nun 11 beziehungsweise 13 Geschosse.

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Zugleich sollen Funktionsbauten wie Rewe und Rossmann erhalten bleiben. Ein fünfgeschossiges Parkhaus soll wegfallende Stellplätze weitgehend ausgleichen. Diese Angaben stammen aus der Initiative und wurden öffentlich auch vom Tagesspiegel aufgegriffen. Eine abschließende verbindliche Festsetzung im Bebauungsplan liegt damit aber noch nicht vor.

Das Bild zeigt den „Helene-Weigel-Platz“ in Marzahn mit Straßenschild, bestehenden Hochhäusern und angrenzender Bebauung. Die Aufnahme veranschaulicht das Umfeld des Ortsteilzentrums, in dem zusätzliche Hochhäuser und Neubauten geplant sind.

Am Helene-Weigel-Platz in Marzahn begleiten Proteste und Beteiligungsverfahren die Diskussion über geplante Hochhäuser und Neubauten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Offene Fragen am „Helene-Weigel-Platz“: Sojus, Parkplätze, Infrastruktur

Ungeklärt bleibt die Zukunft des ehemaligen Kino Sojus. Die Initiative verweist darauf, dass Vorschläge zur Einbindung des Gebäudes bisher keine verbindliche Planung darstellen. In der BVV blieb ein Antrag, das Sojus in den Bebauungsplan einzubinden, nach Darstellung der Initiative ohne Mehrheit von CDU und SPD.

Auch die Parkplatzfrage bleibt zentral. Am Bahnhof Springpfuhl weist DB BahnPark mehrere offene Parkmöglichkeiten aus, darunter 49 Stellplätze am Helene-Weigel-Platz, 93 Stellplätze am Helene-Weigel-Platz 1–2 und 25 Stellplätze am „Helene-Weigel-Platz“ 30. Die Initiative fordert deshalb eine genaue Ermittlung des tatsächlichen Parkplatzbedarfs.

Helene-Weigel-Platz

Quellen: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, meinBerlin, Anwohnerinitiative HWP, Tagesspiegel, Berliner Morgenpost,

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3 Kommentare

  1. Baade 2. Juni 2026 at 19:53 - Reply

    Legen die Inveshoren jetzt auch die Bebauungspläne fedt, dann sollte man sämtliche Bauämter schließen, sowohl beim Land, als auch bei der Stadt. Diese unsinnigen Hochhausverteilung, ausgeschnittene Ecken am Warenhaus, jeder Student hätte diese Pläne nicht gewagt vorzuzeigen. Wer ist denn ann diesen Nebauungsplänen beteiligt, hier sollten endlich mal die Namen der Planer (incl ihrer Vita) welches abgeschlossenes Studium nach wie vielen Arbeitsjahren. Hier wird Geld verschleudert und die,die in Berlin tatsächlich leben wollen, müssen es ertragen.

  2. Schmidt, Peter 5. Juni 2026 at 15:41 - Reply

    Wenn gebaut werden soll wurde bisher aber nichts über Kindergartenplätze und benötigte Schulen geredet. Was wird damit, dazu sollte sich die Bürgermeisterin und das Bezirksamt äußern

  3. Josephin 7. Juni 2026 at 12:30 - Reply

    Als jemand, der dort wohnt, kann ich sagen, dass alle mit denen ich gesprochen habe, das Kino Sojus weghaben wollen, abgesehen natürlich von den illegalen Müllentsorgern, den Junkies, die sich mit ihren Zelten und Spritzen darin eingenistet haben, sowie den Kindern, die da „heimlich“ einbrechen. Die Kameras und Metallplatten, die dort angebracht wurden, haben halt auch nichts gebracht, außer einer Riesen-Geldverschwendung, denn die Türen wurden einfach aufgebrochen. Also, damit würden sie den Menschen hier einen Gefallen tun. Jedoch noch mehr Parkplätze zu stehlen, ist eine inkompetente Idee. Ich laufe jeden Tag dort vorbei und die sind immer ziemlich voll. Es gibt zwar meist noch ein, zwei Plätze, jedoch sind diese auch vonnöten, zum Beispiel für die Patienten des Ärztehauses, wohingegen ich den Parkplatz hinter Rewe noch nie annähernd voll gesehen habe. Was jedoch die Bevölkerungsdichte angeht: Es leben hier sehr viele Menschen. Und was ist eigentlich mit den ganzen leer stehenden Bürogebäuden hier oder mit dem gelben Haus neben Aldi und Lidl? Dort aus der Ecke hört man andauernd: „Frau wurde gegen ihren Willen festgehalten, Drogen ohne Ende, heimliche Prostituierte usw.“

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