Der Marienpark in Mariendorf bekommt einen prominenten Neuzugang. Die Technische Universität München (TUM) erweitert ihr Standortnetzwerk nach Berlin und wird künftig mit zwei Venture Labs auf dem ehemaligen Gaswerksgelände vertreten sein.

Marienpark

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Der Marienpark in Mariendorf baut sein Profil als Technologie- und Innovationsstandort weiter aus. Nachdem das Gelände zuletzt durch die vorübergehende Schließung der Brewdog-Brauerei und Gastronomie im Zuge eines Insolvenzverfahrens Aufmerksamkeit erhielt, steht nun eine neue Ansiedlung fest: Die Technische Universität München (TUM) wird künftig mit zwei ihrer Venture Labs auf dem Areal vertreten sein.

Für den Standort bedeutet dies einen weiteren Schritt in seiner Entwicklung vom historischen Industriestandort zu einem Zentrum für technologieorientierte Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Gruppenfoto mit Kooperationspartner (v.l.): Dr. Florian Dötzer, Managing Director TUM Venture Lab Aerospace / Defense, Rupprecht Rittweger, geschäftsführender Gesellschafter Marienpark Berlin, TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann, Yanick Deusser, Manager Cybersecurity TUM Venture Labs

Zu den Kooperationspartnern gehören Vertreter der TUM Venture Labs sowie des Marienparks, die die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Start-ups und Standortentwicklung koordinieren. / © Foto: TUM

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TUM bringt Venture Labs für Luft- und Raumfahrt sowie KI nach Berlin

Konkret werden die TUM Venture Labs für Aerospace & Defense sowie für Software & AI künftig im Marienpark vertreten sein. Die Technische Universität München verfolgt damit das Ziel, ihre Aktivitäten im Bereich technologieorientierter Ausgründungen stärker mit dem Berliner Innovationsökosystem zu vernetzen.

Die Kooperation soll insbesondere Gründerinnen und Gründern aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Künstliche Intelligenz, Cybersecurity sowie Sicherheits- und Resilienztechnologien zugutekommen. Durch die Verbindung der Innovationsstandorte Berlin und München sollen Start-ups leichter Zugang zu wissenschaftlicher Expertise, Kapitalgebern, Industriepartnern und öffentlichen Institutionen erhalten.

Der Marienpark bringt dafür eine besondere Infrastruktur mit. Als sogenannter Resilience Technology Campus verfügt das Gelände über gesicherte Rechenzentren, Laborflächen sowie Entwicklungs- und Testumgebungen. Gerade für technologieintensive Gründungen, die ihre Produkte unter realen Bedingungen erproben müssen, gelten solche Voraussetzungen als wichtiger Standortfaktor.

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Marienpark: Vom ehemaligen Gaswerk zum Technologiecampus

Das Areal blickt auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück. Um 1900 entstand hier eines der großen Berliner Gaswerke, das über Jahrzehnte die Versorgung der Hauptstadt mit Stadtgas sicherstellte. Nach der Stilllegung in den 1990er Jahren begann schrittweise die Transformation zu einem modernen Gewerbe- und Innovationsstandort.

Bis heute prägen zahlreiche denkmalgeschützte Backsteinbauten das Erscheinungsbild des Geländes. In den vergangenen Jahren haben sich dort Unternehmen aus den Bereichen Life Sciences, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Sicherheitstechnologien angesiedelt. Parallel werden historische Gebäude saniert und für neue Nutzungen umgebaut.

Die Ansiedlung der TUM passt damit in eine Entwicklung, die den Marienpark zunehmend als Standort für Deeptech-Unternehmen und forschungsnahe Innovationen positioniert.

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Blick auf die Gasometer-Kugeln im Marienpark. Sie dienten früher dazu, Stadtgas zu speichern und den Druck im Versorgungsnetz auszugleichen.

Das Areal des Marienparks in Mariendorf vereint historische Industriearchitektur mit neuen Nutzungen aus den Bereichen Technologie, Gewerbe und Forschung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

TUM war zuletzt bereits mit autonomem Fahren in Berlin präsent

Erst vor wenigen Wochen war die Universität bereits mit einem anderen Zukunftsthema in Berlin sichtbar geworden. Im Rahmen der Mobilitätskonferenz „TÜV MobiCon“ absolvierte ein autonom fahrendes Forschungsfahrzeug der TUM erstmals eine Fahrt durch den realen Berliner Stadtverkehr. Im Mittelpunkt stand dabei die Erprobung neuer Bewertungsmethoden für autonome Fahrsysteme im öffentlichen Straßenraum.

Die Testfahrt verdeutlichte zugleich die Rolle Berlins als Experimentier- und Entwicklungsraum für neue Technologien. Die nun angekündigte Präsenz der TUM im Marienpark erweitert dieses Engagement um weitere Zukunftsfelder wie Künstliche Intelligenz, Luft- und Raumfahrt sowie sicherheitsrelevante Anwendungen.

Zu sehen ist das Testfahrzeug EDGAR der TUM.

EDGAR ist ein Forschungsfahrzeug der Technische Universität München, das speziell für Tests autonomer Fahrfunktionen im realen Straßenverkehr entwickelt wurde. / © Foto Wikimedia Commons, Renardo la vulpo, CC BY-SA 4.0

Auch Adlershof setzt auf Luft- und Raumfahrttechnologien

Parallel dazu entstehen an anderer Stelle in Berlin ähnliche Schwerpunkte. So kündigten das Land Berlin und der israelische Luft- und Raumfahrtkonzern Israel Aerospace Industries (IAI) kürzlich an, gemeinsam ein Innovationszentrum für Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien aufzubauen.

Geplant ist das „IAI-BERLIN Aerospace & Defense Innovation Center“ im Technologiepark Adlershof. Dort sollen Start-ups, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Cybersecurity und autonome Systeme enger zusammenarbeiten. Vorgesehen sind unter anderem Accelerator-Programme, Pilotprojekte und Kooperationen zur Beschleunigung des Technologietransfers.

Luftaufnahme des Technologieparks Adlershof, 2019

Der Technologiepark Adlershof ist eines der größten Wissenschafts- und Technologiecluster Europas. / © Foto: Wikimedia Commons, Dirk Laubner – WISTA.Plan, CC BY-SA 4.0

Damit entstehen in Berlin derzeit mehrere Initiativen, die auf die Verbindung von Forschung, Gründungen und industrieller Entwicklung setzen. Während Adlershof seine Rolle als Wissenschafts- und Technologiecluster weiter ausbaut, stärkt die TUM-Ansiedlung im Marienpark die Entwicklung des Berliner Südens als Standort für technologieorientierte Innovationen.

Für den Marienpark bedeutet die Kooperation zugleich ein weiteres Kapitel seiner Transformation. Wo einst Stadtgas produziert wurde und bis heute Bier gebraut wird, sollen künftig verstärkt Start-ups an Technologien für Luft- und Raumfahrt, Künstliche Intelligenz und resiliente Infrastrukturen arbeiten.

 

Quellen: Technische Universität München (TUM),  Marienpark Berlin, Brewdog, Wikipedia, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg

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