An der Attilastraße und Röblingstraße verändert sich das Bild inzwischen fast von Woche zu Woche. Kräne, Baugruben und erste aufgehende Geschosse prägen die Marienhöfe. Auch auf dem südlichen Areal, auf dem künftig der HOGA Campus entstehen soll, gibt es eine auffällige Veränderung.

In der großen Baugrube sind die Strukturen der künftigen Wohngebäude inzwischen deutlich erkennbar. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Auf dem früheren Bahn- und Baumarktgelände zwischen Attilastraße und Röblingstraße entsteht eines der großen neuen Quartiere im Berliner Süden. Während im nördlichen Abschnitt der Marienhöfe der Wohnungsbau inzwischen vorangeschritten ist, laufen auch auf den südlichen Flächen Arbeiten. Dort soll in den kommenden Jahren unter anderem der neue HOGA Campus für das Berliner Hotel- und Gastgewerbe entstehen.
- Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
- Standort: Attilastraße / Röblingstraße, 12105 Berlin
- Projekt: Marienhöfe und geplanter HOGA Campus
- Projektstatus Marienhöfe: im Bau
- Projektstatus HOGA Campus: Entwicklungs- und Planungsphase
Schon entlang der Attilastraße zeigt sich, wie groß das gesamte Vorhaben ist. Auf dem südlichen Teil des Geländes stehen weiterhin große Erdmassen, Baugeräte und Baustelleneinrichtungen. Neu hinzugekommen ist eine große Hallenkonstruktion.
Deutlich weiter ist der Bau in Richtung Röblingstraße und Priesterweg. Dort ist die Straße im Bereich der Baustelle teilweise eingeengt. Von außen öffnet sich der Blick tief in die Baugrube. Zahlreiche Kräne stehen über dem Areal, während Arbeiter an Bodenplatten, Stützen, Wänden und Geschossdecken arbeiten. An mehreren Stellen wachsen die ersten Gebäude bereits über das Niveau der Baugrube hinaus.

In der großen Baugrube sind die Strukturen der künftigen Wohngebäude inzwischen deutlich erkennbar. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Marienhöfe Berlin: Rund 900 Wohnungen entstehen im nördlichen Abschnitt
GOLDBECK errichtet im nördlichen Abschnitt elf Wohn- und Geschäftsgebäude sowie ein Quartiersgebäude. Nach aktuellen Angaben des Unternehmens entstehen rund 900 Wohnungen. Der Mix umfasst frei finanzierte, geförderte und seniorengerechte Wohnungen. In den Erdgeschossen sind zudem Dienstleistungen, Gewerbe und Gastronomie vorgesehen.
GOLDBECK setzt auf eine systematisierte und serielle Bauweise. Wesentliche Bauteile werden in eigenen Werken vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle montiert. Die Gesamtfertigstellung des nördlichen Abschnitts ist nach Angaben des Unternehmens für August 2028 vorgesehen.
Unter einem großen Teil des Quartiers entsteht außerdem eine rund 22.000 Quadratmeter große Tiefgarage mit 527 Stellplätzen und 186 Ladepunkten. Oberirdisch soll das Quartier weitgehend autofrei bleiben.

Auch neben der neu errichteten Halle laufen Erd- und Bauarbeiten auf dem weitläufigen Gelände weiter. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Rechenzentrumsabwärme soll die Marienhöfe mit Wärme versorgen
Eine Besonderheit liegt unter der Erde: GASAG Solution Plus plant für das Quartier ein eigenes Wärme- und Kältenetz. Die Energie soll unter anderem aus der Abwärme eines Rechenzentrums im Marienpark stammen und über eine rund 2,5 Kilometer lange Trasse zu den Marienhöfen gelangen. Zwei Wärmepumpen sollen die Temperatur dort auf das benötigte Niveau anheben. Die Marienhöfe dienen dabei als erster Ankerkunde eines größeren geplanten Versorgungsnetzes.
Auch die Freiräume spielen eine große Rolle. GOLDBECK nennt Spielplätze, Sportangebote für Calisthenics und Tischtennis sowie naturnahe Flächen. Vorgesehen ist zudem ein eigens angelegtes Bergmolchhabitat. Eine Nord-Süd-Verbindung soll das neue Quartier für den Radverkehr erschließen.

Große Erdmassen lagern derzeit auf dem südlichen Abschnitt des Marienhöfe-Areals in Tempelhof. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
HOGA Campus Tempelhof: Planungen reichen bis 2032
Parallel bekommt der südliche Teil der Marienhöfe eine neue Perspektive. Erst Anfang September stellte das Land Berlin das Konzept für den HOGA Campus mit Übungshotel und Azubi-Wohnen vor. Vorgesehen ist ein rund 34.000 Quadratmeter großer Ausbildungs- und Innovationscampus. Entwickeln und betreiben soll ihn die HOGA Campus Berlin eG, die der DEHOGA Berlin gemeinsam mit neun weiteren Gründungsmitgliedern gegründet hat. Das Land plant, das Grundstück zu erwerben und der Genossenschaft anschließend im Erbbaurecht zur Verfügung zu stellen.
Das Konzept geht weit über eine klassische Berufsschule hinaus. Vorgesehen sind ein Oberstufenzentrum für das Gastgewerbe, ein Übungshotel, Fach- und Hochschulangebote, Weiterbildungsflächen sowie ein Verbände- und Innovationszentrum. Hinzu kommen Wohnungen für Auszubildende und Räume für neue gastronomische Konzepte. Langfristig sollen mehr als 3.000 Auszubildende und Studierende dort lernen; zusätzlich nennt das Land 500 bis 600 Arbeitsplätze.

Auf dem südlichen Gelände der Marienhöfe ist inzwischen eine große Hallenkonstruktion entstanden. Ihre konkrete künftige Funktion ist öffentlich bislang nicht eindeutig dokumentiert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Übungshotel, Azubi-Wohnen und OSZ sollen in vier Bauphasen entstehen
Nach dem derzeitigen Zeitplan für den HOGA Campus Tempelhof ist die Umsetzung in vier Phasen vorgesehen. Den Anfang sollen ab 2027 ein Übungshotel mit rund 160 Zimmern und Wohnangebote für Auszubildende machen.
Später sollen unter anderem ein Verbändehaus, ein Tourismus-Hub, Pop-up-Restaurants, eine Fach- beziehungsweise Hochschule, Seminarflächen und ein HOGA-Lab folgen. Den Abschluss bildet nach aktueller Planung das OSZ Gastgewerbe mit Mensa und Sporthalle. Insgesamt weist die vorgestellte Planung rund 65.200 Quadratmeter Bruttogrundfläche aus.
Damit entsteht auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände nicht nur ein großes Wohnquartier. Der Standort soll langfristig auch ein bedeutender Ausbildungs- und Gewerbestandort werden.
Marienhöfe und HOGA Campus Berlin
Quellen: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, GOLDBECK, GASAG Solution Pluse
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