Riesige Sandberge, eine weitläufige Baugrube und mehr als zehn Kräne: Die Baustelle der Marienhöfe in Mariendorf nimmt gewaltige Ausmaße an. Auf dem ehemaligen Güterbahnhof entsteht ein neues Quartier mit Hunderten Wohnungen.
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Wer derzeit entlang der Attilastraße unterwegs ist, erlebt einen Ort im vollständigen Wandel: Auf dem ehemaligen Baumarkt- und Güterbahnhofsgelände entstehen die „Marienhöfe“, eines der größten neuen Stadtquartiere im Süden Berlins. Meterhohe Sandhaufen prägen das Bild, schwere Baumaschinen sind bis in die Abendstunden im Einsatz, und entlang der Bauzäune stehen bereits die ersten vorgefertigten Wandmodule. Nur ein altes HELLWEG-Schild erinnert noch daran, was sich hier früher befand.
Doch erst wenige hundert Meter weiter wird deutlich, welche Dimension dieses Bauprojekt tatsächlich erreicht. Wer der Röblingstraße in Richtung Priesterweg folgt, blickt auf eine der derzeit größten Baustellen Berlins. Mehr als zehn Kräne ragen über das Gelände, hinter Absperrungen öffnet sich eine gewaltige Baugrube. Erste Fundamente, Bodenplatten und Wandelemente zeichnen bereits die zukünftige Struktur des neuen Stadtquartiers nach.

Vorgefertigte Bauelemente stehen entlang des Bauzauns auf der Baustelle der Marienhöfe in Mariendorf. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Auf ehemaligem Bahn- und Baumarktgelände entsteht ein neues Quartier
Auf rund zehn Hektar entwickelt der Projektträger RS GmbH & Co. Immobilien II KG mit den Marienhöfen ein neues Stadtquartier auf dem ehemaligen Güterbahn- und Baumarktgelände.
- Standort: Ehemaliger Güterbahnhof Mariendorf / ehemaliger Baumarkt, Tempelhof-Schöneberg
- Projektname: Marienhöfe
- Fläche: Rund 10 Hektar großes Areal
- Nutzung: ca. 900 Wohnen, Gewerbe, Gastronomie und soziale Einrichtungen
- Fertigstellung: Nördlicher Bauabschnitt bis 2028 geplant

Unweit des S-Bahnhofs Priesterweg wird an der Attilastraße auf einem etwa zehn Hektar großen Areal ein großmaßstäbliches Stadtquartier entwickelt. / © Visualisierung: Goldbeck GmbH
Als Generalübernehmer errichtet Goldbeck zunächst den nördlichen Bauabschnitt mit elf Wohn- und Geschäftsgebäuden sowie einem Quartiersgebäude. Insgesamt entstehen hier rund 900 Wohnungen unterschiedlicher Kategorien, von frei finanzierten über geförderte bis hin zu seniorengerechten Wohnungen.
Das Konzept sieht jedoch deutlich mehr als reinen Wohnungsbau vor. Geplant sind unter anderem eine Kita, eine Geflüchtetenunterkunft, Gastronomie, Büroflächen, medizinische Angebote sowie ein Handwerkerhaus. Auch ein Innovationszentrum und weitere Gewerbeflächen zur Nahversorgung sind vorgesehen. Ziel ist es, Wohnen, Arbeiten und Nahversorgung innerhalb eines Quartiers miteinander zu verbinden.
Entlang der Röblingstraße: Baustelle lässt die Größenordnung erstmals erkennen
Die Dimensionen des Projekts werden inzwischen auch außerhalb der Planungsunterlagen sichtbar. Auf der Baustelle lagern große Mengen Baumaterial, erste Betonwände stehen bereits, und die Grundrisse der künftigen Gebäude sind stellenweise erkennbar. Zwischen Sandbergen, Fundamenten und Schalungen entsteht Schritt für Schritt die Struktur eines neuen Stadtteils.
Bemerkenswert wirkt dabei der Kontrast am nördlichen Rand des Geländes. Dort grenzt die riesige Baustelle unmittelbar an kleinere Einfamilienhäuser und gewachsene Wohnstraßen. Während auf der einen Seite Großgeräte den Boden bewegen, herrscht wenige Meter weiter eine beinahe kleinteilige Nachbarschaftsatmosphäre.

Zwischen Sand, Beton und Stahl wächst eines der größten Neubauprojekte im Süden Berlins. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Nachhaltige Energieversorgung und Fertigstellung bis 2028
Auch technisch setzt das Projekt auf ein ungewöhnliches Konzept. Die Wärmeversorgung soll vollständig über erneuerbare Energien erfolgen. Herzstück ist ein Nahwärmenetz, das die Abwärme eines nahegelegenen Rechenzentrums nutzt. Über eine rund 2,5 Kilometer lange Trasse wird die Wärme zur Energiezentrale des Quartiers transportiert und dort mithilfe großer Wärmepumpen auf das erforderliche Temperaturniveau gebracht. Ergänzt wird das System durch Photovoltaikanlagen sowie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und E-Bikes.
Langfristig soll dieses Wärmenetz nicht nur die Marienhöfe versorgen, sondern auch weitere Wohn- und Gewerbestandorte in Mariendorf erschließen. Nach Angaben der Projektbeteiligten ist der nördliche Bauabschnitt bis 2028 vorgesehen. Parallel dazu soll südlich anschließend ein eigenständiges Gewerbequartier entstehen. Insgesamt wächst damit auf dem ehemaligen Güterbahnhof eines der umfangreichsten Stadtentwicklungsprojekte, die derzeit in Berlin realisiert werden.

Die Großbaustelle erstreckt sich über rund zehn Hektar Fläche zwischen Attilastraße und Röblingstraße. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Wo früher ein Baumarkt stand, wächst heute ein neues Quartier heran. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Schwere Baumaschinen sind auf dem Gelände der Marienhöfe derzeit im Dauereinsatz. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Marienhöfe
Quellen: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Goldbeck, Collignon Architektur, GASAG Solution
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