An der Marburger Straße 4 in der Berliner City-West stehen noch immer Bauzäune. Das Bezirksamt erklärt den Stand und nennt eine neue Nutzungsperspektive.
Marburger Straße 4, 10789 Berlin
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
An der Marburger Straße 4 wirkt ein Bau seit Jahren fast fertig. Dennoch bleibt das Grundstück in der City-West abgesperrt. Nun nennt das Bezirksamt den Grund für den Stillstand. Und es gibt eine überraschende Wendung.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Adresse: Marburger Straße 4, 10789 Berlin
- Genehmigte Nutzung: Bürogebäude
- Neuer Stand: Bauantrag für Hotelnutzung eingereicht
An der Marburger Straße 4 steht ein Gebäude, das von außen seit Langem beinahe fertig wirkt. Trotzdem sind die Bauzäune noch da. In Architekturforen sorgt der Zustand seit Monaten für Nachfragen. Ein Nutzer des Deutschen Architekturforums schrieb am 4. Mai 2026, an der Adresse habe sich seit knapp vier Jahren nichts getan. Zuletzt sei 2022 ein Baufortschritt kurz vor Fertigstellung dokumentiert worden.

Bauzäune versperren weiterhin den Zugang zum Neubau an der Marburger Straße 4 in der Berliner City-West. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Stillstand an der Marburger Straße in der City-West
Auch 2023 gab es bereits Zweifel am Tempo des Projekts. Damals berichtete das Deutsche Architekturforum, das Gebäude sei äußerlich nahezu fertiggestellt. Zugleich liefen offenbar noch Arbeiten am Erdgeschoss und an der Tiefgarageneinfahrt. Damit blieb offen, warum ein fast fertiger Bau nicht in Nutzung ging.
ENTWICKLUNGSSTADT hat deshalb beim Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf nachgefragt. Die Antwort der Abteilung Stadtentwicklung, Liegenschaften und IT bringt Klarheit: Das Gebäude wurde als Bürogebäude genehmigt und weitgehend errichtet. Aus Sicht des Bezirksamts könnte der Stillstand damit zusammenhängen, dass wegen struktureller Veränderungen am Büromarkt kein passender Nutzer gefunden wurde.
Aus Büro an der Marburger Straße 4 wird Hotel: Neuer Bauantrag liegt vor
Die eigentliche Überraschung liegt in der nun geplanten Nutzung. Nach Kenntnis des Bezirksamts soll das Gebäude nun als Hotel genutzt werden. Dafür wurde ein Bauantrag eingereicht. Dieser Antrag wird derzeit bearbeitet. Einen festen Termin für die Fertigstellung nennt das Bezirksamt nicht. Es geht aber davon aus, dass das Vorhaben danach zeitnah abgeschlossen werden kann.
Eine weitere Quelle passt zu dieser Entwicklung. Die Conex Baugesellschaft führt die Marburger Straße 4 in ihren Referenzen. Dort wird als Auftraggeber die CONNECT invest MAR4 GmbH genannt. Als Art der Arbeit nennt Conex die Errichtung eines Hotelgebäudes mit Büronutzung und Tiefgarage.

Der Neubau an der Marburger Straße 4 in Berlin-Charlottenburg wirkt äußerlich nahezu fertig, dennoch steht das Projekt in der City-West weiterhin leer. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Marburger Straße 4 bleibt vorerst ein offenes Projekt
Die Adresse hat bereits eine längere Nutzungsgeschichte. 2015 wurde dort eine DRK-Notunterkunft für Geflüchtete genannt. OnlineStreet ordnet die Marburger Straße als kleine Wohn- und Geschäftsstraße in Berlin-Charlottenburg ein. Die Lage in der City-West macht das Grundstück städtebaulich sensibel: In direkter Umgebung liegen Hotels, Gastronomie, Einzelhandel und wichtige Verkehrsachsen.
Für die Marburger Straße 4 bleibt damit vorerst entscheidend, wie das laufende Bauantragsverfahren ausgeht. Erst danach lässt sich sagen, wann die Bauzäune verschwinden und wann das Gebäude tatsächlich genutzt wird. Fest steht bisher nur: Der jahrelange Stillstand könnte mit einem Wechsel vom Büroprojekt zur Hotelnutzung enden.
Quellen: Deutsches Architekturforum, Berliner Architektur & Urbanistik, Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf, OnlineStreet
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18 Kommentare
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Paradebeispiel für eine Architektur, die sich nicht in ihre unmittelbare Umgebung einfügen möchte und deshalb das Niveau dieser Strasse insgesamt nach unten zieht! Asoziale Architektur!
Und Ihr Kommentar ist mal wieder ein Paradebeispiel von Ignoranz gepaart mit Ahnungslosigkeit und der Überheblichkeit, den eigenen subjektiven Geschmack und die eigene Meinung für die einzig Richtige zu halten. Das Gebäude fügt sich sehr wohl in seine Umgebung ein. Ich finde es hebt das Niveau der Straße sogar an, aus meiner Sicht ist es sogar ein Hingucker der sich erfrischend von dem Gründerzeit- und Nachkriegseinheitsbrei abhebt.
Das, was sich Ihrer Meinung nach „erfrischend abhebt“ ist genau das, was ich als „fügt sich nicht ein“ bezeichne. Geschmäcker sind natürlich verschieden, aber erlauben Sie mir bitte meine Meinung, die ich gerne auch deutlich formuliere. Der Neubau passt in der überwiegenden Materialität (Glas), als auch in der dusseligen und unangebrachten, protzigen Betonung der Horizontalen nicht zum schönen Altbaubestand. Es will sich offensichtlich nicht einfügen. Die Bauausführung sieht wertig aus, keineswegs billig. Trotzdem zerstört dieser Bau die relative Ruhe und Homogenität und Harmonie der Strasse. Neureiches, arrogantes, asoziales, dummes Geprotze… anstatt elegantes, stilvolles, sympathiesches Sicheinfügen. Widerlich!
Die Straße kann man überhaupt nicht mehr runterziehen. Dort stehen vielleicht eine Hand voll nicht besonders interessantere Altbauten, der Rest in der Straße ist ein Mischmasch aus 60er-90er Jahre Moderne und von der Nutzung her ist das eh alles belangloses Zeug, und da dort nichts für die Allgmeinheit offen steht kann man alles dort getrost, wie sie es nennen, als asozial bezeichnen. Nun steht der Neubau zufällig zwischen den beiden einzigen einigermaßen mehr oder weniger gut sanierten Altbauten, das ist allerhöchstens unglücklich aber zur Umgebung gehört auch der Rest der Straße und dort fügt es sich weitestgehend in die übliche Umgebungsbebung ein, die wie folgt aussieht: gleiche Traufhöhe, gleiche Bauline aber Architktur Mix. Es ist das erste Gebäude aus dem 21 Jahrhundert und wirkt durch seine Materialien recht hochwertig außerdem hat es eine gewisse Dynamik in der Fassade, die man sonst dort nur selten sieht, ich persönlich finde genau das erfrischend.
Ich verstehe Ihre Argumentation. Aber ich finde, man hätte sich an den schönsten Gebäuden der Strasse (den Altbauten) orientieren können und quasi Stadtreparatur betreiben können. Würden alle Neubauten im Stile obigen Neubaus gestaltet, dann ist irgendwann das charmebefreite Niveau der Frankfurter Zeil erreicht… bzw das Niveau irgendeiner westdt. Fußgängerzone.
Nee, das sehe ich auch anders: Ich finde den Bau gut! Und klar: Dieser Bau könnte auch in anderen Städten stehen, genauso, wie die in der Straße noch befindlichen und nicht besonders gut sanierten Gründerzeitbauten! Was hätten Sie denn stattdessen haben wollen: Einen rekonstruierten Gründerzeitbau?!?
Na ja, was heißt schon „rekonstruierten Gründerzeitbau“? Ich sag mal so, es gibt Architekten, die verstehen es, ihren Neubau in eine Gründerzeitlücke nicht ignorant und asozial als größtmöglichen Kontrast einzufügen, sondern respektvoll gegenüber Ort und Geist und Nachbarschaft. Beispiel: Patzschke & Partner Architekten. Ist mir im Laufe der letzten Jahre sehr angenehm aufgefallen. Es gibt sicherlich noch viele andere, die genügend Feingefühl und Geschmack besitzen, und die deshalb auch Neubauten in Gründerzeitstrassen bzw -viertel errichten können, ohne ästhetischen Flurschaden anzurichten bzw den Charakter und den Charme einer Strasse/ eines Viertels zu ruinieren.
Patzschke & Partner Architekten? Ist nicht Ihr Ernst?! Und die Bauten würden mit Sicherheit nicht zwischen die beiden von Ihnen so gelobten Bauten passen. Ich habe überhaupt nichts gegen historisierende Fassaden, aber das können andere Architekten mit Sicherheit besser. Patzschke & Partner Architekten ist „Platte“ mit angeklebten historisierenden Fassadenelementen, reiner Eklektizismus. Das sieht (nicht alles) z. T. sogar richtig billig aus! Und der von Ihnen so verehrte Stimmann hätte solche Bauten bedingungslos abgelehnt!
Wir leben im Jahr 2026, da macht es wenig Sinn, schlechte Abklatsche der Architektur unter Kaiser Wilhelm II. neu zu bauen (oder auch früher)! Der Wunsch nach solcher Architektur ist nichts anderes als der verzweifelte Versuch der Flucht in die angeblich „guten alten Zeiten“, die es so nie gegeben hat! Es ist eben albern, z. B. für den Holzmarkt, eine winzige Fläche in dieser Metropole, eine Wiederherstellung der alten Architektur zu fordern, wobei sich schon die Frage stellt, welche Epoche dort eigentlich architektonisch wieder aufgebaut werden soll, während in „Wurfweite“ der Fernsehturm alles überragt, mit einer Platzgestaltung mit billigen Betonsteinen, rundherum moderne Bauten stehen und das Ganze eingerahmt ist von vierspurigen, vielbefahrenen (nicht von Pferdekutschen) Straßen. Das Mittelalter ist vorbei, Klassizismus usw. auch. Klar, gerade die deutsche moderne Architektur leidet unter dem Diktat des intellektuell völlig überladenen Bauhausstils (den ich übrigens liebe, aber in Maßen!), der dann wieder zu Fehlinterpretationen geführt hat. Moderne rechteckige Kästen haben mit dem Bauhausstil rein gar nichts zu tun!
Richtig, wir leben im Jahr 2026, und nicht im etwa im Jahr 1919 (Gründung des Bauhaus in Weimar). Ich lehne für Innenstadt- Wohnbereiche die Simplizität und Stupidität und Reizarmut des Bauhausstils als allgemeinen ästhetischen Sündenfall ab. Warum nur Brot und Butter, wenn es auch nett ist, Sterne-Küche zu genießen? Das grenzt an Masochismus.
Wer Bauhaus liebt, der wird in 08/15 Geschäftstrassen der architektonisch öden deutschen Geschäftsstrassen und Fußgängerzonen zur Genüge fündig, nicht zuletzt deshalb, weil man in pathologischer Selbstverachtung alles abgerissen hat, was vor den beiden Weltkriegen noch als schön und wertvoll galt.
Bauhaus kann man auch in den den Hochhaussiedlungen der Nachkriegszeit (asozialer Wohnungsbau) bewundern.
Wer auf Butterbrot Niveau durchs Leben gehen möchte: bitteschön. Ich für meinen Teil kann 95% dessen was unter Bauhaus oder Variation oder Weiterentwicklung des Bauhaus existiert und gebaut wird ABSOLUT NICHTS abgewinnen. Bauhaus ist was für Menschen, die die traditionelle Sprache der Architektur ablehnen.
Ich für meinen Teil fühle mich durch den Anblick von Bauhaus Architektur nicht bereichert. Sie löst in mir nichts Positives aus.
Man schaue sich DEN Bauhaus Kasten in Dessau an… und stelle sich eine ganze Stadt in diesem Stil vor: Für ästhetische Masochisten bestimmt eine paradisische Vorstellung. Für mich ein Alptraum, den in vielen Orten, Stadtvierteln und Strassen leider Realität geworden ist. Bauhaus ist stupide, reizarm und simpel (Legoarchitektur), von Leuten begründet, die mit der Komplexität der bisherigen Architektursprache, die so unfassbar viel Schönes hervorgebracht hat, schlicht und einfach überfordert waren. Mein Mitgefühl habe sie. Genauso wie die Bauhaus Anhänger. Mehr aber auch nicht.
Das Bauhaus lebt nur durch den radikalen Kontrast zum bisherigen traditionellen Baustil. Es hat keine eigene Qualität. Keine jedenfalls, die mir Respekt oder Bewunderung abnötigt. Mitgefühl. Mehr nicht.
Zum Thema Stimmann und seine Verdienste habe ich mich schon geäußert (siehe Molkenmarkt), insb. zu der Tatsache, dass überall da, wo man seine Expertise mißachtet hat, nur Mist und Murks entstanden ist. Stimmann war übrigens ein Verfechter der Berücksichtigung der traditionellen Architektursprache im hist. Zentrum von Berlin – auch bei Neubauten.
Patzschke&Parter… Ihr Kommentar war so ablehnend und heftig, dass ich mich auf deren Webseite vergewissert habe, ob ich mich vielleicht falsch erinnert und geirrt habe… Nein, habe ich nicht. Und ich empfehle jeden Interessierten, sich deren ausführliche Webseite mit tollen Bildern der zumeist tollen Projekte, die sie bisher realisiert haben, anzuschauen, um sich selbst ein Bild machen zu können….Z.Bsp davon, was möglich ist, wenn man auf billige Effekt- und Kontrastarchitektur verzichtet und sich einfügt in hist. Strassen und Örtlichkeiten!
Tobias Nöfer und seine Webseite ist ebenso lohnenswert. Natürlich gibt es noch viele weitere Architekten, die in meinen Augen ansprechend bauen und die in der Lage sind, mit ihren Neubauten Stadtreparatur zu betreiben ( anstatt den Nachkriegsmist nun einfach durch modernen Mist zu ergänzen oder zu ersetzen)
Übrigens sind die „Klostergärten“ in der Klosterstrasse auch von Patzschke&Partner.
„Moderne rechteckige Kästen haben mit dem Bauhausstil rein gar nichts zu tun.“
Selten so einen Unsinn gelesen. Fahren Sie nach Dessau und schauen Sie sich das weltberühmte Bauhausgebäude von Walter Gropius mal in Ruhe an:
Das Bauhausgebäude ist genaugenommen ein Gebäudekomplex aus fünf flachdachigen, quaderförmigen Gebäudeteilen… also: aus fünf KÄSTEN.
Bauhaus Architektur ist genau das: KASTEN Architektur!
[Ich würden den Begriff Kiste bevorzugen, weil:
Kiste = Kasten mit Deckel]
Hier irrt Herr Hillen. Horizontale und Glas strahlen Gelassenheit und Bescheidenheit aus, Vertikale, Türmchen, Lisenen, Erker hingegen sind protzig, aufdringlich und parvenühaft
Ihre Kritik klingt wie aus der Kaiserzeit, als man mit genau diesen Begriffen gegen die prächtigen Wohnbauten im neuen Westen polemisiert hatte. Der Zuspruch und die Nachfrage durch das Publikum hat dieses proletarische Gezeter damals wie heute längst widerlegt. Trotzdem wird diese linke Platte immer wieder gespielt. Erstaunlich.
Aber nun zum Neubau:
Dieser könnte so genauso gut in der Zeil in Frankfurt stehen, oder in der Königstraße in Duisburg. Als Geschäftsbau in einer reinen Geschäftsstraße oder gar Fußgängerzone durchaus akzeptabel – na ja, jedenfalls zeitgemäß. Aber die Marburger Straße ist nicht nur Geschäftsstraße, sondern auch Wohnstraße, und da passt diese platte und simple Architektur nicht hin. Sie zerstört die Marburger Stasse als kleinteilige, charmante Nebenstraße, als Wohn- und Geschäftsstrasse, indem diese Architektur mit fettem Ausrufezeichen auftritt, anstatt sich einzufügen.
Der geneigte Leser kann sich versuchsweise ja mal fragen, ob er Lust hätte in einer Strasse zu leben, die nur aus exakt solchen Neubauten bestehen würde. Oder würde er lieber in einer Strasse leben, die nur aus exakt den beiden Altbauten links und rechts daneben bestehen würde?
Der Ergebnis bedeutet folgendes: der Neubau lebt hauptsächlich vom Kontrast zu den beiden Altbauten. Alleine -für sich selbst- kann er nicht bestehen. Er ist so gesehen ein SchmarotzerBau, und er zieht das architektonische Niveau dieser Strasse nach unten.
Das Ergebnis bedeutet…
Also, ich würde gerne in dem Neubau leben!
Das würde ich vielleicht auch, warum nicht? Aber wenn ich aus dem Fenster gucken würde, dann wäre es mir doch tausend mal lieber, ich würde auf charmante und schöne Altbauten gucken, als auf Neubauten mit ähnlicher Architektur.