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Mitten in der Sommerpause sorgt Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) für Aufsehen: Sie kündigt an, im Herbst ein Strategiepapier zur Einführung einer Magnetschwebebahn in Berlin vorzulegen. Grund dafür sei, dass der Bund die Technologie nun finanziell fördern will. Damit soll das Thema nach Wunsch von Bonde neuen Schwung erhalten. Die Verkehrssenatorin hat auch schon eine Idee für eine konkrete Strecke.

Die Debatte um eine Berliner Magnetschwebebahn ist zurück – diesmal mit politischem Rückenwind. Ute Bonde will die Technologie 2025 offiziell ins Rennen um die Mobilität der Zukunft schicken. / © Visualisierung: GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH

© Visualisierungen: GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH

 

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Mitten hinein in die politische Berliner Sommerpause hat Verkehrssenatorin Ute Bonde im Rahmen eines DPA-Interviews mit der Ankündigung überrascht, im Herbst 2025 ein Strategie-Papier für die Realisierung einer Magnetschwebebahn in der Hauptstadtregion präsentieren zu wollen.

Demzufolge sagte Bonde: „Ich werde im Herbst ein Papier vorstellen, wie für mich die Mobilität in Berlin in 2035 aussehen soll. Ich finde, dass wir offen für jede Technologie sein müssen. Das gilt auch für die Magnetschwebebahn.“

Ute Bonde: Im Herbst 2025 soll ein Konzept zur Magnetbahntechnologie in Berlin veröffentlicht werden

Bonde begründet ihren unerwarteten Vorstoß wie folgt: „Immerhin ist im jetzigen Koalitionsvertrag von Union und SPD im Bund die Magnetschwebebahn vorgesehen für das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. (…) Das heißt, sie wird dann endlich gleichbehandelt wie Straßenbahn und U-Bahn hinsichtlich der Finanzierung. Und damit bekommt sie die Chance, dass sie in Machbarkeitsstudien verglichen wird mit den anderen Verkehrsträgern. Und das ist ja der erste Schritt überhaupt.“

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Die Vorzeichen für eine mögliche Realisierung des Projekts haben sich dadurch tatsächlich verändert, denn als das Thema erstmals durch die bundesweiten Medien ging – im Frühjahr 2024 – war schnell zu lesen, dass der Bund die Magnetbahn-Technologie nicht fördern würde. Diese Vorbehalte gegen die von der Berliner Verkehrsverwaltung offenbar favorisierte Technologie scheinen beim Bund nun ausgeräumt, was Ute Bonde auch gleich ermutigt, über eine konkrete Streckenführung nachzudenken.

Der Bund fördert die Technologie: Bonde will eine Strecke vom ICC zum BER

Bonde plädiert laut DPA nun für eine Strecke, die am ehemaligen Kongresszentrum im Westen der Stadt beginnen soll und bis zum Flughafen BER führen könnte. Sie erklärte, von dort könnte die Trasse parallel zur Autobahn verlaufen, sodass sich die Träger problemlos aufsetzen ließen. Zudem könne auf diese Weise bereits in der Innenstadt ein Check-in oder zumindest die Gepäckaufgabe ermöglicht werden.

Nach Bondes Einschätzung würden nicht nur Urlauber auf dem Weg zum Flughafen von einer Magnetschwebebahn ins Nachbarbundesland profitieren. Sie verwies darauf, dass die Güterverteilzentren Brandenburgs rund um Berlin angesiedelt seien. Eine solche Verbindung könnte dazu führen, dass schwere Lastwagen nicht mehr in die Innenstadt fahren müssten.

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Ute Bonde ist nicht die einzige Befürworterin eines solchen Projekts. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) brachte Anfang 2024 den Vorschlag ein, die Technologie vor allem zur besseren Anbindung der Berliner Außenbezirke einzusetzen.

Magnetbahn in Berlin: Anfang 2024 wurde das Vorhaben öffentlich – und kontrovers diskutiert

Als das Thema Anfang 2024 öffentlich wurde, hatte es kontroverse Diskussionen über Sinn und Unsinn einer Magnetbahn in der Berliner Innenstadt ausgelöst. Seit dem Sommer 2023 hatte sich eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von VBB, BVG und dem Berliner Senat intensiv mit dem möglichen Bau einer solchen innerstädtischen Magnetbahn beschäftigt.

Diese Gruppe hatte sowohl die technologischen Grundlagen als auch mögliche Streckenführungen diskutiert, darunter eine Verbindung zwischen den Charité-Standorten in Berlin‑Mitte und Wedding, und den Einsatz im Rahmen der BVG‑Vision „Expressmetropole Berlin“ geprüft.

In Berlin gab es schon mehrere Anläufe für die Realisierung der Magnetbahn-Technologie

Die öffentlich gewordenen Pläne hatten ein großes mediales Echo ausgelöst und verdeutlicht, dass der Berliner Senat das Thema nicht nur schematisch, sondern mit substanziellem Engagement verfolgte. Die veränderte Haltung des Bundes zur Magnetbahn-Technologie könnte dem Thema nun neuen Antrieb geben.

In Berlin gab es nicht nur einen Anlauf, um die innovative Magnetbahn-Technologie in der Metropolregion anzusiedeln. Das erste Pilotprojekt wurde bereits Anfang der 1980er Jahre umgesetzt, der letzte Versucht scheiterte im Februar 2000.

© Visualisierung: GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH

Quellen: DPA, Der Tagesspiegel, RBB, magnetbahn.org, Wikipedia, RBB, Berliner Zeitung, Berliner Morgenpost, CDU Berlin, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

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5 Kommentare

  1. a.tirpitz 18. August 2025 at 15:45 - Reply

    Man kann nur hoffen, dass die Max Bögl-Bahn, die zum Glück nicht mit dem tot gerittenen Transrapid zu vergleichen ist, es schafft, …Gerade so etwas muss JETZT aus Deutschland oder Berlin auch kommen, so dass wenigstens mal psychologisch in Sachen Technologiestandort D diese Mehltaustimmung endlich durchbrochen wird…Aber man ahnt schon wieder, was kommt…. Unendliches Geschwätz.

    • Böhme 18. August 2025 at 16:02 - Reply

      Naja, die Magnetschwebetechnik ist dann auch nichts mehr, was Deutschland zum Technologiestandort macht. Da wäre auf andere Bereiche abzustellen. Und der Technikstandort leidet ja vor allem unter einer penetranten Verweigerungshaltung der Bevölkerung. Die Technikfeindlich- und -unverständlichkeit der Deutschen ist ja inzwischen weltweit bekannt. Und wenn denn ein kleiner „Umweltverein“ mit Sitz im Baden-Württemberg unmittelbar an der französischen Grenze gegen alle Planungsprojekte deutschlandweit bis nach Flensburg und so auch in Berlin einspruchs- und anschließend klageweise (es bedarf also noch nicht mal des querulatorischen Häuslebesitzers oder Kleingärtners vor Ort) vorgehen kann, kommt jede Technik in Deutschland erst zum Einsatz, wenn sie bedingungslos veraltet ist.

  2. Böhme 18. August 2025 at 15:56 - Reply

    Das macht keinen Sinn! Was die Anbindung des ICC angeht, ist das schon verfehlt, solange der Senat die Verwendung des ICC zu betreiben. Richtig ist, dass mit einer solchen Anbindung das Messezentrum einschließlich Busbahnhof eine Anbindung fänden, die sie allerdings nicht benötigen, weil diese Strecke schon über die S-Bahn bedient wird. Ab Südkreuz gibt es dann die Anbindung des BER über die neu eröffnete Strecke Berlin-Dresden. Darüber hinaus ist ja die Verlängerung der U7 angedacht. Eine zusätzliche Verbindung über eine Magnetschwebebahnstrecke wäre unnütz verpulvertes Geld. Irgendwie ist es in Berlin auch im aktuellen Senat nicht angekommen, dass diese Stadt pleite ist … übrigens im Wesentlichen wegen solcher irrationaler Entscheidungen.

    Ich hielte die Magnetschwebebahn allenfalls für die alte Siemensbahn für sinnvoll, wobei ich weder die technische Machbarkeit noch die Frage, ob dem der Denkmalschutz entgegensteht, zu beurteilen vermag.

    Das generelle Problem: Es geht ja um einen einzigen, mittelständischen Anbieter, der später die Preise diktieren könnte, weil es keine Alternativen gibt. Und wenn der pleite geht, dann ist „aus die Maus“!

  3. Michael 18. August 2025 at 16:53 - Reply

    Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, über eine Magnetschwebebahn nachzudenken. Hier kommt jedoch das berühmte „Aber”. Es gibt in der Berliner Verkehrsinfrastruktur so viele Bereiche, in die Geld fließen muss, wie zum Beispiel die Instandhaltung von Brücken, Bahnhöfen, Straßen, der Ausbau von Rad- und Fußgängerwegen usw.
    Das Thema Magnetschwebebahn klingt da wie ein Vorschlag aus einem Paralleluniversum.

  4. Katharina B. 19. Oktober 2025 at 13:31 - Reply

    Das Thema ist einfach nicht totzukriegen, obwohl es so viele Stimmen gibt, die mit guten Argumenten dagegen halten. Wogegen ich von Frau Bonde nichts höre, was ich als stichhaltiges Argument für die Einführung eines weiteren Verkehrsträgers bezeichnen würde. Darüber wurde nun lange genug nachgedacht und sinnlos Zeit und Geld für Stategiepapiere verschwendet, anstatt sich konstruktiv den aktuellen Problemen im ÖPNV und der Verkehrsentwicklung zu widmen. Aber stimmt ja, die Mittel für den ÖPNV, Radverkehr und Verkehrssicherheit wurden ja massiv gekürzt…

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