Am Wilhelmsruher Damm 128 sind 690 Wohnungen und zwei Hochhäuser geplant. Wie weit ist das „Märkische Quartier“ und wann beginnt der Bau?

Die Baustelle des „Märkischen Quartiers“ am Wilhelmsruher Damm 128 liegt vor den bestehenden Einkaufs- und Wohngebäuden des Märkischen Zentrums in Berlin-Reinickendorf.

Das Areal des „Märkischen Quartiers“ grenzt direkt an die bestehenden Gebäude des Märkischen Zentrums. Geplant sind fünf Wohn- und Geschäftshäuser mit zwei Hochpunkten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild / Visualisierung: Kintyre Investments GmbH

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Am Wilhelmsruher Damm liegt seit Jahren eine große, weitgehend unbebaute Fläche hinter Bauzäunen. Mehrere frühere Planungen scheiterten, während sich das Areal neben dem Märkischen Zentrum zunehmend in eine Brache verwandelte. Inzwischen liegt für das neue „Märkische Quartier“ eine Baugenehmigung vor. Auf einen sichtbaren Baustart warten die Menschen im Märkischen Viertel jedoch weiterhin.

  • Bezirk: Reinickendorf
  • Adresse: Wilhelmsruher Damm 128/140 und 129, 13439 Berlin
  • Projektstatus: Baugenehmigung erteilt
  • Gebäude: fünf Wohn- und Geschäftshäuser
  • Hochhäuser: zwei Hochpunkte mit 19 und 12 Geschossen
  • Wohnungen: rund 690

Das „Märkische Quartier“ soll nicht nur ein einzelnes Hochhaus erhalten. Die genehmigte Planung umfasst fünf Wohn- und Geschäftshäuser, darunter nach Angaben des Investors zwei Hochpunkte mit 19 und zwölf Geschossen. Insgesamt sollen rund 690 Wohnungen entstehen. Damit fällt das aktuelle Konzept deutlich wohnungsorientierter aus als mehrere frühere Varianten für das Gelände am Wilhelmsruher Damm 128.

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Für den Standort liegt seit dem 2. Dezember 2025 eine Baugenehmigung vor. Das Bezirksamt stellte die Planung eine Woche später gemeinsam in den Ausschüssen für Stadtentwicklung sowie für Wirtschaft und Tourismus vor. Das Berliner Beteiligungsportal führte das Vorhaben im Januar 2026 trotzdem weiterhin als „in Planung“. Ein verbindlicher Termin für den Spatenstich gibt es nicht.

Das Grundstück des geplanten „Märkischen Quartiers“ am Wilhelmsruher Damm 128 zeigt eine bewachsene Baufläche mit grünen Abdeckplanen, Absperrgittern und den Hochhäusern des Märkischen Viertels im Hintergrund.

Bewachsene Flächen, abgedeckte Erdhaufen und Absperrgitter prägen derzeit das Grundstück des geplanten „Märkischen Quartiers“ in Berlin-Reinickendorf. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Trotz Baugenehmigung: Beim „Märkischen Quartier“ ist noch kein Hochbau zu sehen

Vor Ort zeigt sich, wie groß der Abstand zwischen Genehmigung und tatsächlicher Umsetzung noch ist. Eine bewachsene Freifläche, Erdhaufen, abgedecktes Baumaterial und einzelne Reste früherer Arbeiten prägen das Bild vor Ort.

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Denn allein die Baugenehmigung verpflichtet den Eigentümer nicht dazu, unmittelbar mit dem Bau zu beginnen. Bereits bei der Bekanntgabe der Genehmigung erklärte das Bezirksamt, der nächste Impuls müsse vom Investor kommen. Stadtentwicklungsstadträtin Korinna Stephan äußerte damals lediglich die Hoffnung auf einen zeitnahen Spatenstich. Einen belastbaren Baubeginn nannte sie nicht.

Hinter dem Projekt stehen der Investor Cheyne Capital und der Projektentwickler Laborgh Investment. Die Planung verantwortet die ioo Planungsgesellschaft. Das städtebauliche Grundkonzept geht auf Kleihues + Kleihues zurück, das den ersten Preis in einem vorausgegangenen Wettbewerbsverfahren erhalten hatte. Die Freiraumplanung stammt von Hutterreimann Landschaftsarchitektur.

Die unbebaute Fläche für das „Märkische Quartier“ am Wilhelmsruher Damm 128 ist hinter einem Bauzaun zu sehen, während im Hintergrund gelbe und weiße Hochhäuser des Märkischen Viertels stehen.

Am Wilhelmsruher Damm 128 liegt die Fläche für das geplante „Märkische Quartier“ weiterhin hinter Bauzäunen. Im Hintergrund stehen die markanten Hochhäuser des Märkischen Viertels. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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690 Wohnungen am Wilhelmsruher Damm: Fast 90 Prozent förderfähig

Die fünf Neubauten sollen zusammen eine Bruttogrundfläche von rund 71.000 Quadratmetern erreichen. Rund 45.000 Quadratmeter entfallen nach Angaben des Investors auf Wohnflächen. Die ioo Planungsgesellschaft beziffert den Anteil der Wohnungen, die nach den Förderrichtlinien des Landes Berlin geplant werden, auf rund 88 Prozent. Fast alle Wohnungen sollen barrierefrei erreichbar sein.

Neben den Wohnungen sollen in den Erdgeschossen und in Teilen des ersten Obergeschosses rund 10.000 Quadratmeter Gewerbefläche entstehen. Vorgesehen sind Nahversorgung, Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie und weitere Angebote für den täglichen Bedarf. Genannt wurden unter anderem ein größerer Lebensmittelmarkt, Textilgeschäfte, ein Buchladen und ein Fitnessstudio.

Visualisierung des Märkischen Quartiers in Berlin-Reinickendorf mit neuen Wohngebäuden, begrünten Freiflächen, Außengastronomie und einem Brunnenplatz zwischen den Häusern.

Die Visualisierung zeigt das geplante „Märkische Quartier“ am Märkischen Zentrum in Berlin-Reinickendorf. Zwischen den neuen Wohngebäuden entstehen öffentlich nutzbare Freiflächen, Gastronomie und ein zentraler Brunnenplatz. / © Visualisierung : ioo Planungsgesellschaft

Hochhäuser bekommen zwei Tiefgaragen und ein autofreier Innenbereich

Die Planung für die Hochhäuser sieht auch zwei Tiefgaragen mit insgesamt 153 Stellplätzen vor. Ein Teil soll Bewohnerinnen und Bewohnern zur Verfügung stehen, der andere Kurzzeitparkern. Hinzu kommen mehr als 1.500 Fahrradstellplätze. Oberirdisch soll das „Märkische Quartier“ weitgehend ohne Autoverkehr auskommen.

Zwischen den Neubauten sind begrünte Innenhöfe und insgesamt rund 2.760 Quadratmeter Spielfläche geplant. Neben klassischen Spielplätzen sollen dafür auch Dachflächen genutzt werden. Eine sogenannte grüne Achse soll durch das Gelände führen und die Verbindung zwischen der Märkischen Zeile und dem Märkischen Zentrum verbessern.

Im Zentrum des neuen Ensembles soll ein größerer Brunnenplatz entstehen. Seine Gestaltung greift Elemente des früheren Platzes auf. Auch die alte Uhr soll zurückkehren. Für die Fassaden sind verschiedene Terrakotta-, Erd- und Sandtöne vorgesehen, die sich in das farbige Erscheinungsbild des Märkischen Viertels einfügen sollen.

Visualisierung des begrünten Brunnenplatzes im „Märkischen Quartier“ am Wilhelmsruher Damm 128 mit Bäumen, Außengastronomie, Sitzplätzen, einem runden Brunnen und angrenzenden Wohn- und Geschäftshäusern.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Brunnenplatz im „Märkischen Quartier“ am Wilhelmsruher Damm 128. Bäume, Sitzbereiche, Gastronomie und ein zentraler Brunnen sollen einen neuen öffentlichen Treffpunkt schaffen. / © Visualisierung: ioo Planungsgesellschaft

Vom geplanten Einkaufszentrum zum Wohnquartier mit zwei Hochhäusern

Die Geschichte des Standorts reicht deutlich weiter zurück als die aktuelle Baugenehmigung. Um 2020 verfolgten die damaligen Projektpartner ein wesentlich stärker auf Handel ausgerichtetes Konzept. Vorgesehen waren unter anderem 25.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, eine 4.000 Quadratmeter große Markthalle, 10.000 Quadratmeter Büros, ein 8.000 Quadratmeter großer Dachgarten, Räume für zahlreiche Arztpraxen, rund 1.000 Parkplätze und eine Kindertagesstätte. Ein Wohnturm sollte etwa 360 Apartments aufnehmen.

Für diese erste Projektphase begannen bereits Rückbauarbeiten. Ein leerstehendes Wohnhochhaus und eine Tiefgarage verschwanden. Danach kamen die Arbeiten jedoch zum Stillstand. Statt eines neuen Stadtteilzentrums blieb eine großflächige Baulücke zurück, die im Viertel als „Märkisches Loch“ bezeichnet wurde.

 „Märkische Quartier“: Von der Center-Idee zum Wohnviertel

Veränderte Marktbedingungen führten schließlich zum Ende der groß angelegten Centerplanung. Der Bezirk ließ deshalb ein Einzelhandelsgutachten erarbeiten. Es kam im Oktober 2024 zu dem Ergebnis, dass das Stadtteilzentrum bis 2035 ein gewerbliches Entwicklungspotenzial von rund 16.000 bis 17.900 Quadratmetern Bruttogrundfläche besitzt. Damit lag der ermittelte Bedarf deutlich unter den Dimensionen der früheren Planungen.

Daraufhin erarbeiteten Cheyne Capital, Laborgh Investment, die Architekten und das Bezirksamt ein neues Konzept. Statt eines einzelnen, überwiegend gewerblich genutzten Hochhauses verteilen sich Wohnungen und Gewerbe nun auf fünf Gebäude. Der Wohnflächenanteil stieg erheblich. Damit reagiert das Projekt zugleich auf den Berliner Wohnraumbedarf und auf die begrenzte Nachfrage nach zusätzlichen großflächigen Einkaufsangeboten. Nun sollen im Hochhaus später überwiegend Wohnungen geschaffen werden.

 „Märkische Quartier“ in der Nähe eines weiteren Hochhauses

Innerhalb Reinickendorfs ist das Vorhaben nicht das einzige neue Hochhaus-Projekt. Nur wenige Hausnummern entfernt entsteht am Wilhelmsruher Damm 150 ein 17-geschossiges Gebäude mit 176 Wohnungen. Gemeinsam könnten beide Projekte mehr als 860 neue Wohnungen in das Zentrum des Märkischen Viertels bringen. Das „Märkische Quartier“ bleibt dabei mit fünf Gebäuden und rund 690 Wohnungen das deutlich größere Vorhaben.

„Märkisches Quartier“

 

Quellen: Bezirksamt Reinickendorf, meinBerlin, ioo Planungsgesellschaft, Tagesspiegel

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One Comment

  1. Frankd 25. Juli 2026 at 20:08 - Reply

    Das Märkische Zentrum ist schon lange ein Problemfall, es wurde schon oft angebaut, umgebaut oder abgerissen, der große Wurf blieb aber aus, so dass es immer nur ein verwinkeltes Stückwerk blieb.
    Es fehlt ein Gesamtkonzept, eine zahlungskräftige Kundschaft und ein paar Highlights, aber da wird es schwierig Ankermieter wie Saturn oder H+M wieder zurückzuholen.
    Hier macht sich auch die mangelhafte Verkehrsplanung aus den sechziger Jahren bemerkbar, ohne U-Bahn kommt niemand aus anderen Stadtbezirken, immerhin geht es da langsam vorwärts.
    Jetzt nun ein weiteres Stückwerk, da würde ich als Investor auch kalte Füße bekommen.

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