Mit dem Abriss der ehemaligen Behring-Apotheke in Zehlendorf verschwindet ein Stück lokaler Geschichte. Auf dem Grundstück in unmittelbarer Nähe zum S-Bahnhof Zehlendorf entstehen nun zwei Neubauten mit insgesamt elf Wohnungen. Die Bauarbeiten sollen zeitnah beginnen.

Die Baustelle an der Machnower Straße, auf der bis vor Kurzem die historische Behring-Apotheke stand. An dieser Stelle sollen bald zwei neue Wohnhäuser mit Tiefgarage entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Mit dem Abriss der ehemaligen Behring-Apotheke verliert Zehlendorf für Anwohnende ein Gebäude, das über 130 Jahre zum Straßenbild an der Machnower Straße gehörte. Das kleine Haus aus dem Jahr 1891, eingebettet zwischen zwei deutlich höheren Gebäuden, war vielen Anwohnerinnen und Anwohnern ein vertrauter Anblick. Der Abriss hat bei einigen von ihnen Bedauern ausgelöst, nicht zuletzt, weil persönliche Erinnerungen mit dem Ort verbunden waren.
Schon seit rund zwei Jahren war die Apotheke nicht mehr im Betrieb, das Gebäude stand leer. Nun ist an seiner Stelle nur noch ein Schutthaufen geblieben. Der Rückbau wurde nach Auskunft des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf möglich, da das Haus nicht unter Denkmalschutz stand, wie die Berliner Morgenpost berichtet.
Geplante Nachverdichtung in Zehlendorf: Elf Wohnungen und Tiefgaragen an der Machnower Straße entstehen
Laut Patrick Steinhoff (CDU), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung in Steglitz-Zehlendorf, soll die entstandene Baulücke an der Machnower Straße durch zwei neue Wohngebäude geschlossen werden. Das erklärte Steinhoff gegenüber der Berliner Morgenpost. Insgesamt sind elf Wohnungen geplant, die sich auf die beiden Neubauten verteilen sollen. Zudem sei der Bau von Tiefgaragen vorgesehen, um dem Bedarf an Stellplätzen in der dicht bebauten Umgebung Rechnung zu tragen.
Steinhoff betonte, dass mit dem Vorhaben dringend benötigter Wohnraum geschaffen werde, ein zentrales Ziel des Bezirksamts. Die Genehmigung für das Bauvorhaben sei bereits im Sommer 2023 erteilt worden. Sie war an die Bedingung geknüpft, dass anstelle des Altbaus neuer Wohnraum entstehe. Aus Sicht des Bezirks sei das Projekt daher ein wichtiger Beitrag zur Nachverdichtung im Umfeld des S-Bahnhofs Zehlendorf. Der Baustart werde nun zeitnah erwartet.
Teltower Damm und Forum Zehlendorf sichern Nahversorgung für neue Bewohnerinnen und Bewohner
Die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner werden von einer sehr guten Anbindung profitieren: Der S-Bahnhof Zehlendorf (Linie S1) liegt nur wenige Schritte entfernt. Auch die Nahversorgung ist fußläufig erreichbar. Der nahegelegene Teltower Damm bietet zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, vom Bio-Supermarkt bis zur Drogerie. Zudem soll laut Berliner Morgenpost im benachbarten Forum Zehlendorf demnächst ein großer Lebensmittel-Discounter eröffnen.
Die verkehrsgünstige Lage und die zentrale Versorgungssituation machen das neue Wohnprojekt besonders attraktiv, gerade in einem Bezirk, in dem bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist.
Nachverdichtung statt Erhalt: Wohnungsbau ersetzt stadtbildprägendes Gebäude in Zehlendorf
Der Abriss des traditionsreichen Gebäudes wirft Fragen nach dem Umgang mit stadtbildprägenden, wenn auch nicht denkmalgeschützten Bauten auf. Gleichwohl steht der Wohnungsbau im Bezirk unter hohem Druck. Die Nachverdichtung im Bestand gilt als ein wichtiger Baustein, um das Wohnungsangebot zu erweitern.
Mit dem Projekt an der Machnower Straße entsteht ein Beispiel für diese Form der Nachverdichtung, in direkter Nachbarschaft zur historischen und stark genutzten Infrastruktur Zehlendorfs.
Quellen: Berliner Morgenpost
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Eine absolute Totalschande, und ein Beweis für nichtexistente Fachkompetenz sowie keinen Blick für das Schöne und historische Andenken!
Ein traumhaft schönes 134 jähriges Haus musste wegen fehlendem Denkmalschutz einem Betonbunker mit Tiefgaragen weichen, wo niemand einziehen wird, da die Lautstärke S-Bahn und der zukünftige Regionalexpress aus Potsdam auf der Stammbahn dort 20 Meter vor der Tür fahren werden.
Hier haben wieder einmal Menschen entschieden, die keinerlei Bezug zum Schönen und zu Zehlendorf haben. Anders kann man sich diese Behördendummheit nicht erklären. Nur Dienst nach Vorschrift!
Das abgrundtief hässliche und asbestverseuchte ICC ist dagegen denkmalgeschützt. Wo man sich fragt, wer da an Geschmacksverirrung leidet. Ebenso der vollkommen hässliche ehemalige Kiosk aus den 60-er Jahren am Dorfanger Teltower Damm Ecke Potzdamer Straße. Jede Garage zu DDR -Zeiten sieht dagegen noch schöner aus.
Jeder halbwegs normaldenkende Mensch hätte die Idee des Abrisses hinterfragen müssen.
Aber wahrscheinlich war die Entscheidung schon längst im Vorhinein gefällt, da Profitgier wie immer an erster Stelle steht. Und Leute daran sich bereichern, die Berlin oder Zehlendorf gar nicht kennen.
Das Rathaus Zehlendorf mit seinen dort arbeitenden Menschen glänzt wieder mal durch grandiose Inkompetenz.
Wahrscheinlich wurden die Zehlendorfer erst gar nicht darüber informiert, weil man wusste, dass die Empörung unermesslich sein wird.
134 Jahre schönansehende Stadtgeschichte für immer zerstört.
Lebensqualität wurde vernichtet. Von Menschen, denen Geschichte, Schönheit und glückliche Bürger egal sind.