Im Berliner Nordosten wächst die Stadt, doch die Verkehrsanbindung zieht nur langsam nach. Die geplante Verlängerung der Straßenbahnlinie M2 gilt als Schlüsselprojekt für den Blankenburger Süden. Trotzdem wird die Umsetzung noch mehrere Jahre dauern.

Im Blankenburger Süden sollen rund 8.600 Wohnungen und neue Grünräume entstehen. Ob die geplante M2-Verlängerung den künftigen Verkehr ausreichend aufnehmen kann, bleibt abzuwarten. / © Visualisierungen: Ildar Biganiakov, Studio RW, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
© Titelbild: Wikimedia Commons, Kurt Rasmussen
Die Verlängerung der Straßenbahnlinie M2 nach Blankenburg gehört zu den zentralen Infrastrukturvorhaben im Berliner Nordosten. Aktuell befindet sich das Projekt jedoch noch in der Vorplanung. Damit bleibt der konkrete Ausbau vorerst ein Vorhaben, das noch in weiter Ferne liegt.
Die technische Entwurfsplanung soll laut der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt im zweiten Halbjahr 2026 beginnen und bis Ende 2027 abgeschlossen werden. Danach folgen weitere Planungsschritte, für die bislang keine festen Zeiträume vorliegen. Vor allem das Planfeststellungsverfahren beeinflusst den weiteren Ablauf. Die Senatsverwaltung geht derzeit davon aus, dass die Strecke frühestens 2031 in Betrieb gehen kann.
Stadtentwicklung im Blankenburger Süden: Tausende Wohnungen brauchen leistungsfähige Anbindung
Parallel zur Verkehrsplanung entwickelt Berlin im Nordosten eines der größten neuen Stadtquartiere. Im Quartier „Blankenburger Süden“ sollen rund 8.600 Wohnungen entstehen. Perspektivisch könnten dort etwa 20.000 Menschen leben. Erste Gebäude könnten ab 2030 bezugsfertig sein.
Gleichzeitig bleibt die Verkehrsanbindung bislang schwach. Nördlich von Heinersdorf verkehren weiterhin nur Busse, und diese stoßen schon heute an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb spielt die M2-Verlängerung eine zentrale Rolle. Sie soll das Quartier mit der Innenstadt verbinden und so den wachsenden Bedarf im öffentlichen Nahverkehr abfedern.
Neue Streckenführung der Straßenbahnlinie in Heinersdorf: M2 wird Teil eines größeren Tramkonzepts
Mit der Verlängerung wird sich künftig auch der Verlauf der bestehenden Linie verändern. Die M2 soll ab der Haltestelle „Am Wasserturm“ neu geführt werden. Von dort aus verläuft die Strecke weiter in Richtung Blankenburg und endet im Bereich des heutigen Purpurkardinalwegs.
Gleichzeitig entfallen einige bestehende Haltestellen zwischen „Am Wasserturm“ und „Heinersdorf“. Diese Abschnitte sollen künftig durch andere Projekte ersetzt werden, etwa durch die geplante Verbindung Pankow–Heinersdorf–Weißensee. Damit wird die M2-Verlängerung Teil eines umfassenden Umbaus des Straßenbahnnetzes im Nordosten.
Weitere Tramprojekte und steigende Nachfrage im Nordosten Berlins: Linie 54 ergänzt das künftige Netz
Neben der M2 plant der Senat auch die neue Straßenbahnlinie 54. Sie soll Alt-Hohenschönhausen mit Pankow verbinden und mehrere wichtige Umsteigepunkte erschließen. Die Strecke befindet sich bereits in der Entwurfsplanung, während das Planfeststellungsverfahren voraussichtlich 2027 starten soll.
Auch hier rechnet die Verwaltung mit einer Inbetriebnahme ab 2031. Beide Projekte reagieren auf steigende Fahrgastzahlen und wachsende Quartiere. Dennoch bleibt Kritik bestehen. Die geplanten Maßnahmen gelten als unzureichend, da der Ausbau nicht dem erwarteten Wachstum Blankenburgs gerecht werden könnte.
Blankenburg, Berlin
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Pankow, MLA+, Fugmann Janotta Partner, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, BVG, Berliner Morgenpost
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2 Kommentare
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Die meisten Häuser werden wohl stehen und auf die Tram warten.
Es wäre dringend nötig, die Straßenbahn bis zum S-Bahnhof Blankenburg zu verlängern, wie es anfangs mal geplant war. Um schnell ins Zentrum zu kommen werden die neuen Bewohner alle dort hin wollen, aber nicht gut hin kommen. Den Bus kann man heute schon vergessen, weil der ständig im Stau steht. Das wird eine Katastrophe mit Ansage, wenn der S-Bahnanschluss nicht kommt! Vielen Dank an die CDU, die das verhindert hat!