Für den Luisenblock Ost II im Berliner Regierungsviertel ist der städtebauliche Wettbewerb gestartet. Zudem stehen neue Eckdaten zu Flächen, Wohnen und Erschließung fest. Damit konkretisiert sich die Erweiterung des Parlamentsviertels zwischen Spree und Bahnhof Friedrichstraße.

Luisenblock Ost 1

Westlich des Bahnhofs Friedrichstraße entsteht ein neues Bürogebäude für den Deutschen Bundestag mit rund 48.000 Quadratmetern oberirdischer Bruttogrundfläche, sowie einem unterirdischen Verbindungstunnel zum Parlamentsviertel. Der Entwurf setzt auf transparente Fassaden und eine Holzhybridbauweise; die Fertigstellung ist nach aktuellem Planungsstand für 2034 vorgesehen. / © Visualisierung: Atelier Kempe Thill Thörner Kaczmarek

© Visualisierungen: Atelier Kempe Thill Thörner Kaczmarek

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Der Luisenblock Ost liegt zwischen Schiffbauerdamm, Stadtbahnviadukt und Bahnhof Friedrichstraße und zählt zu den letzten größeren Entwicklungsflächen im unmittelbaren Umfeld des Bundestages. Bund und das Land Berlin wollen das Areal städtebaulich neu ordnen und in das bestehende Parlamentsviertel einfügen. Ziel ist es, das „Band des Bundes“ entlang der Spree weiterzuführen und zugleich ein gemischt genutztes Quartier zu schaffen.

Insgesamt sind rund 64.800 Quadratmeter Bruttogrundfläche vorgesehen. Etwa 29.500 Quadratmeter davon entfallen für den Deutschen Bundestag. Darüber hinaus plant der Bund rund 15.000 Quadratmeter für Wohnnutzungen. In diesem Rahmen sollen etwa 150 Wohnungen entstehen, die die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben im Zuge der Wohnungsfürsorge realisieren will. Ergänzend sind Flächen für Gewerbe, Dienstleistungen und Gastronomie vorgesehen, um auch außerhalb der Bürozeiten eine Nutzungsmischung zu ermöglichen.

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Aktueller Planungsstand und Verfahren für den Luisenblock: Wettbewerb läuft, Bebauungsplan wird neu aufgesetzt

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat gemeinsam mit dem Bund den städtebaulichen Realisierungswettbewerb für den „Luisenblock Ost II“ ausgelobt. Das Verfahren startete im Dezember 2025 und befindet sich derzeit in der Bearbeitungsphase. Das Preisgericht soll im Juni 2026 über die eingereichten Entwürfe entscheiden. Anschließend will die Verwaltung das Bebauungsplanverfahren neu starten, da der bisherige Bebauungsplan nicht beschlossen wurde.

Parallel dazu arbeitet das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung an der Genehmigungs- und Ausführungsplanung für den „Luisenblock Ost I“. Dort entsteht ein neues Bürogebäude für den Bundestag mit mehr als 48.000 Quadratmetern oberirdischer Bruttogrundfläche. Hinzu kommt ein rund 2.900 Quadratmeter großer Verbindungstunnel, der das Gebäude an das unterirdische Erschließungssystem des Parlaments anbinden soll.

Fokus der Entwicklung im Regierungsviertel: Öffentlicher Raum, funktionale Verknüpfung und Denkmalschutz

Der Schwerpunkt der aktuellen Planungen liegt auf dem öffentlichen Raum. Die Auslobung des Wettbewerbs fordert Konzepte, die den Bereich als fußgängerfreundliches Areal mit hoher Aufenthaltsqualität entwickeln. Straßenräume sollen so gestaltet werden, dass Konflikte zwischen Fuß-, Rad- und Kfz-Verkehr reduziert werden. Zudem ist vorgesehen, den Schiffbauerdamm näher an seinen historischen Verlauf an der Spree zu verlegen und eine durchgehende Promenade zu schaffen.

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Auch gestalterische und denkmalpflegerische Vorgaben prägen das Projekt. Im östlichen Teil des „Luisenblocks Ost II“ soll sich die Bebauung im Wesentlichen an der Berliner Traufhöhe von rund 22 Metern orientieren. Die maximale Gebäudehöhe beträgt 33,50 Meter inklusive Aufbauten. Das Gebäude am Schiffbauerdamm 19 kann erhalten bleiben, sofern ein tragfähiges und barrierefreies Konzept vorliegt. Stellplätze entstehen überwiegend unterirdisch, sodass der Straßenraum weitgehend frei von ruhendem Verkehr bleibt.

Quellen: Abgeordnetenhaus BERLIN, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Berlin Bauboom, Architektur Urbanistik Berlin

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