Beim „Luisenblock Ost II“ hat der Bund seinen Bedarf für Bundestagsflächen gestrichen. Das Preisgericht tagte dennoch und entschied über die eingereichten Entwürfe.

Der mit dem 1. Preis prämierte Entwurf für den „Luisenblock Ost I“ sieht einen Neubau mit Klinkerfassade und großzügigen Glasflächen direkt an der Spree vor. Das Projekt soll zusätzliche Büroflächen für den Deutschen Bundestag schaffen. / © Visualisierung: Atelier Kempe Thill Thörner Kaczmarek
© Titelbild: Atelier Kempe Thill Thörner Kaczmarek / Ulrike Ludwig
Beim „Luisenblock Ost II“ in Berlin-Mitte hat der Bund seinen Bedarf an neuen Bundestagsflächen gestrichen. Trotzdem tagte das Preisgericht zum laufenden Wettbewerb am 9. und 10. Juni 2026 wie geplant. Damit liegt eine Entscheidung über die eingereichten Entwürfe vor, in Kürze sollen sie präsentiert werden. Wie es mit dem Areal zwischen Luisenstraße, Stadtbahn und Spree weitergeht, bleibt offen.
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Lage: zwischen Luisenstraße, Stadtbahn und Spree
- Adresse: Schiffbauerdamm, 10117 Berlin
- Preisgericht: 9. und 10. Juni 2026
- Geplante Ausstellungseröffnung: 13. Juli 2026
Der „Luisenblock Ost II“ gehört zu den zentralen Entwicklungsflächen im Berliner Regierungsviertel. Das Areal liegt in direkter Spreelage, unweit des Reichstagsgebäudes und gegenüber dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Bund und Land Berlin hatten im Dezember 2025 einen offenen städtebaulichen Realisierungswettbewerb gestartet. Gesucht wurde ein Entwurf für ein gemischt genutztes Quartier mit Bundestagsflächen, Wohnungen, Gewerbe, Gastronomie, Dienstleistungen und einer stärkeren Öffnung des Uferbereichs am Schiffbauerdamm.
„Luisenblock Ost II“: Bundestag streicht Bedarf kurz vor der Entscheidung
Am 20. Mai 2026 änderte sich die Ausgangslage deutlich. Die Bau- und Raumkommission des Bundestags beschloss einstimmig, auf den Bundesanteil am „Luisenblock Ost II“ zu verzichten. Damit wurde ein Bedarf gestrichen, der in der bisherigen Aufgabenstellung eine zentrale Rolle spielte. Für den Deutschen Bundestag waren 29.500 Quadratmeter oberirdische Bruttogrundfläche vorgesehen. Das entsprach rund 45 Prozent der geplanten oberirdischen Fläche.
Die Entscheidung fiel zu einem späten Zeitpunkt. Die Planungsteams hatten ihre Wettbewerbsarbeiten bereits am 17. April abgegeben. Auch die Modelle lagen seit dem 30. April vor. Ein Abbruch des Wettbewerbs erfolgte dennoch nicht. Das Preisgericht tagte am 9. und 10. Juni 2026 und vergab Preise und Anerkennungen.
Neben den Bundestagsflächen sollte der „Luisenblock Ost II“ auch rund 15.000 Quadratmeter für Wohnnutzung aufnehmen. Vorgesehen waren etwa 150 Wohnungen im Rahmen der Wohnungsfürsorge des Bundes. Außerdem waren rund 5.000 Quadratmeter für Gewerbe, Gastronomie und Dienstleistungen geplant. Auch die Nutzung der Stadtbahnbögen sollte in den Entwurf einbezogen werden. Ziel war ein öffentlich nutzbares, fußgängerfreundliches Quartier an der Spree.
Entwurf für „Luisenblock Ost II“ bleibt Grundlage für weiteres Verfahren
Trotz der gestrichenen Bundestagsflächen bleibt das Gebiet städtebaulich relevant. Der bisherige Bebauungsplanentwurf 1-69 wurde nicht beschlossen. Das Verfahren soll nach Abschluss des Wettbewerbs neu aufgesetzt werden. Grundlage dafür sollte ursprünglich der Siegerentwurf sein. Nun müssen Bund und Land Berlin klären, wie stark sich die geänderte Nutzung auf das weitere Verfahren auswirkt.
Offen bleibt vor allem die Frage, ob und wann ein prämiertes Planungsteam mit weiteren Leistungen beauftragt wird. In der Bekanntmachung wurde eine spätere Beauftragung an die Realisierung der Wettbewerbsaufgabe geknüpft. Da der Bundestagsbedarf gestrichen wurde, könnten sich die Grundlagen des Projekts wesentlich verändert haben. Für den „Luisenblock Ost II“ liegt damit zwar eine Entscheidung des Preisgerichts vor. Die eigentliche Zukunft des Entwurfs entscheidet sich aber erst im nächsten Schritt.
„Luisenblock Ost II“
Quelle: competitionline
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2 Kommentare
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Gott sei Dank. Jetzt muss sich die deutsche Regierung nur noch selbst abschaffen und das Leben aller noch besser machen.
Zwei (!) Wettbewerbe hintereinander für ein (!) Projekt und gebaut wird trotzdem nicht! Einfach GRANDIOS!… Gibt es wahrscheinlich nur in dieser Stadt und von der größten Regierung dieser Welt verzapft…. Jetzt sollen sie das Grundstück auch verkaufen, damit wenigstens noch ein bisschen ein Schnitt dabei gemacht wird.