Am 12. Mai 1949 endete die Berlin-Blockade. Die Luftbrücke über den Flughafen Tempelhof sicherte West-Berlin und wurde zum Symbol für das Überleben der Stadt. Der Platz der Luftbrücke wird heute umfassend umgestaltet.

Bauarbeiten am Platz der Luftbrücke in Berlin während der Zeit der Luftbrücke. Der Flughafen Tempelhof entwickelte sich damals zur wichtigsten Lebensader der eingeschlossenen Stadt. / © Foto: Wikimedia Commons, Bundesarchiv, Bild 183-S85102 Heilig, Walter CC-BY-SA 3.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Sekamor, CC BY-SA 3.0
Das Datum ist historisch: Am 12. Mai 1949, vor 77 Jahren, endete die sowjetische Blockade West-Berlins. Die Luftbrücke versorgte die eingeschlossene Stadt fast elf Monate lang. Der Flughafen Tempelhof spielte dabei eine zentrale Rolle.
Am 24. Juni 1948 sperrte die Sowjetunion die Land- und Wasserwege nach West-Berlin und kappte die Energieversorgung. Mehr als zwei Millionen Menschen waren dadurch abgeschnitten. Zwei Tage später begann die Luftbrücke. Die Westmächte flogen Lebensmittel, Kohle, Maschinen und weitere Güter in die Stadt. Zwischen dem 26. Juni 1948 und dem 6. Oktober 1949 kamen fast 278.000 Flüge zusammen. Sie brachten mehr als 2,3 Millionen Tonnen Fracht nach Berlin.
Flughafen Tempelhof als Lebensader der Luftbrücke
Der Flughafen Tempelhof entwickelte sich zum wichtigsten Standort der Luftbrücke. Rund 40 Prozent der gesamten Tonnage liefen über Tempelhof. Um den Betrieb zu sichern, entstanden in kurzer Zeit zwei neue Start- und Landebahnen, weil die ursprüngliche Lochblechbahn den schweren Maschinen nicht standhielt. Die Flugzeuge landeten zeitweise im Abstand weniger Minuten. Am Rekordtag im April 1949 erreichten 1.398 Maschinen innerhalb von 24 Stunden Berlin.
Die Luftbrücke endete politisch am 12. Mai 1949 mit der Aufhebung der Blockade. Die Hilfsflüge liefen jedoch bis Oktober 1949 weiter, um Vorräte aufzubauen. Das Luftbrückendenkmal auf dem Platz der Luftbrücke erinnert seit 1951 an die Operation und an 77 Menschen, die dabei ums Leben kamen. Seine drei Betonbögen stehen für die drei Luftkorridore nach West-Berlin.
Platz der Luftbrücke in Tempelhof wird neu gestaltet

Die Visualisierung zeigt den geplanten Quartiersplatz am Platz der Luftbrücke. Neue Sitzbereiche und zusätzliche Grünflächen sollen die Aufenthaltsqualität in Tempelhof verbessern. / © Visualisierung: Bruun & Möllers
Heute verändert sich der Platz der Luftbrücke erneut: Seit März 2026 laufen dort Bauarbeiten für mehr Grün, bessere Wege und höhere Aufenthaltsqualität. Zuerst verändert Grün Berlin den westlichen Bereich entlang der Manfred-von-Richthofen-Straße. Der Abschnitt umfasst rund 15.000 Quadratmeter. Ziel ist ein Stadtraum mit mehr Grün, besseren Wegen für Fußgänger und Radfahrende sowie klimaresilienter Infrastruktur.
- Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
- Ort: Platz der Luftbrücke, 12101 Berlin
- Aktuelles Projekt: Neugestaltung des westlichen Teilbereichs
- Baustart: 20. März 2026
- Geplantes Ende des ersten Abschnitts: Anfang 2028
- Kosten: rund 6,3 Millionen Euro
Die Straße soll auf 10,50 Meter verschmälert werden. Gleichzeitig wachsen die Gehwege auf rund 10,50 Meter. Geplant sind am Platz der Luftbrücke neue Fahrradschutzstreifen, barrierefreie Zugänge, zusätzliche Sitzgelegenheiten, drei Ladezonen, 70 Kurzzeitparkplätze und rund 200 Fahrradständer. Außerdem entstehen eine Piazza am U-Bahnhof und ein ruhigerer Quartiersplatz.

Die Umgestaltung des Platzes der Luftbrücke hat begonnen. Geplant sind unter anderem klimaresiliente Elemente und barrierefreie Zugänge zu Gastronomie und Geschäften. / © Visualisierung: Bruun & Möllers
Platz der Luftbrücke: Mehr Grün und neue Aufenthaltsflächen
Das Projekt setzt auf sogenannte blau-grüne Infrastruktur. Dazu gehören Pflanzflächen, Regenwassermanagement und ein Brunnen, der sich teilweise aus Regenwasser speisen soll. Insgesamt sollen 1.450 Quadratmeter neue Grünflächen und 23 Bäume entstehen.
Nach dem westlichen Abschnitt folgen weitere Bauphasen am Gartendenkmal mit dem Luftbrückendenkmal und am Ehrenhof. Der Denkmalschutz spielt dort eine besondere Rolle.
Platz der Luftbrücke
Quellen: Flughafen Tempelhof; Entwicklungsstadt Berlin; Grün Berlin GmbH.
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