Das Internationale Congress Centrum (ICC) in Charlottenburg öffnet in diesem Jahr für 49 Stunden seine Türen. Besucherinnen und Besucher erwartet ein Programm zwischen Architekturführungen, sportlichen Angeboten und Zeitzeugengesprächen. Die Aktion findet statt, während parallel das Konzeptverfahren zur Zukunft des denkmalgeschützten Gebäudes läuft.

Mit 313 Metern Länge, 89 Metern Breite und 40 Metern Höhe zählte das ICC zu den größten und modernsten Kongresszentren der Welt. Die futuristische Gestaltung spiegelte sich in der funktionalen Innenarchitektur wider: modernste Veranstaltungstechnik, ausgeklügelte Klimatisierung und ein hochentwickeltes Akustiksystem prägten die Räume. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Das Internationale Congress Centrum Berlin, seit Jahren stillgelegt, öffnet im September für ein besonderes Wochenende vom 11. September bis 14. September. Unter dem Motto „49 h ICC“ haben Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, das ikonische Bauwerk 49 Stunden lang zu erkunden. Geboten werden Führungen, Zeitzeugengespräche, Filmvorführungen sowie sportliche Aktivitäten wie Yoga, Cycling oder Running. Auch Workshops mit Lichtschwertern gehören zum Programm. Die kostenlosen Tickets für Architekturführungen waren laut Visit Berlin schnell vergriffen, weitere kostenpflichtige Angebote sind online buchbar.
Das ICC gilt mit seiner markanten Aluminiumfassade und futuristischen Innenarchitektur als bedeutendstes Beispiel der High-Tech-Architektur in Deutschland. 2014 wurde der Betrieb eingestellt, zuvor war es eines der größten Kongresszentren weltweit. Bereits 2023 konnte die Öffentlichkeit das Gebäude für 48 Stunden besuchen. Damals kamen über 30.000 Menschen. In diesem Jahr ist die Öffnung um eine Stunde verlängert worden.
Besondere Einblicke und kulturelles Programm: 49 Stunden im ICC mit neuen Räumen und Designkonferenz
Christoph Rauhut, Direktor des Landesdenkmalamtes, bezeichnete das ICC als „Glücksfall“, wie die Berliner Morgenpost berichtet. Besonders bemerkenswert sei, dass Farben, Materialien, Kunstwerke und Ausstattungsgegenstände vollständig erhalten geblieben seien. Besuchende können in diesem Jahr auch Räume betreten, die bisher nicht zugänglich waren, darunter Saal 2. Exklusive Angebote wie ein Dinner in der sonst geschlossenen Pullman Lounge ergänzen das Programm.
Auch kulturelle Formate sind Teil der 49 Stunden. Neben Filmvorführungen findet die Designkonferenz „Form/Future“ statt, die Berlin als UNESCO City of Design in den Mittelpunkt rückt. Politik, Kreativbranche und Gesellschaft diskutieren dort über Gestaltung als Instrument für Transformation.
Zwischen Denkmalstatus und ungewisser Zukunft: ICC Berlin bleibt Schlüsselthema für Stadtentwicklung
Das ICC wurde 1979 eröffnet und prägte jahrzehntelang die Kongresskultur der Stadt. Mit 80 Sälen und Platz für bis zu 20.000 Menschen war es ein Symbol für Berlins Anspruch, internationale Metropole zu sein. Doch wachsende Betriebskosten, Asbestbelastung und neue Konkurrenzgebäude wie der CityCube führten zur Schließung im Jahr 2014.
Heute steht das denkmalgeschützte Gebäude im Mittelpunkt eines internationalen Konzeptverfahrens. Der Berliner Senat sucht private Investoren, die eine Sanierung ohne öffentliche Gelder stemmen können. Die Nutzung ist bewusst offen gehalten: Möglich sind Kultur- und Veranstaltungsflächen, gewerbliche Angebote oder hybride Konzepte. Eine Entscheidung über die Zukunft wird frühestens 2026 erwartet.
Die 49 Stunden im September zeigen, welche Faszination das „Raumschiff“ ICC bis heute ausstrahlt. Das Gebäude ist zugleich architektonisches Denkmal und ungelöstes Zukunftsprojekt. Während Tausende Berlinerinnen und Berliner die Gelegenheit nutzen, einen Blick ins Innere zu werfen, bleibt die Frage, wie eine dauerhafte und tragfähige Nutzung aussehen könnte. Klar ist, dass das ICC ein zentraler Baustein für die Stadtentwicklung in Charlottenburg und ganz Berlin bleibt.

Vom High-Tech-Glanz der 70er Jahre zum Zentrum moderner Visionen, das Konzeptverfahren des Berliner ICC öffnet neue Türen für Investoren und Kreative. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Großes nationales und internationales Interesse gab es für die Auftakt-Pressekonferenz zum Start des Konzeptverfahrens, die im Innern des ICC abgehalten wurde. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Messe Berlin, Berliner Baukollegium, Messe Berlin, BIM, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Berliner Morgenpost, Visit Berlin, EXPO Real Estate
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