Der Sander Markt in Lohbrügge soll in diesem Sommer probeweise umgestaltet werden. Ein Teil des bisherigen Großparkplatzes wird für drei Monate autofrei, um neue Nutzungsmöglichkeiten zu testen. Die Ergebnisse des Projekts fließen in die langfristige Neugestaltung des Platzes ein, die bis 2029 abgeschlossen sein soll.

© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Bernhard Diener, CC BY-SA 4.0 

Der Sander Markt, bislang als provisorischer Großparkplatz genutzt, soll sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Als erster Schritt wird in diesem Sommer ein Drittel der Fläche für drei Monate autofrei gemacht. Statt parkender Autos sollen dort Spielflächen, Sitzmöglichkeiten, Sportgeräte und mobile Begrünung entstehen. Ziel des Projekts ist es, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und den Platz zu einem lebendigen Treffpunkt für Anwohnende zu entwickeln.

Der Testlauf ist Teil des Entwicklungskonzepts Bergedorfer Innenstadt, das in den kommenden Jahren eine umfassende Umgestaltung zentraler Bereiche von Bergedorf und Lohbrügge vorsieht. Die Stadtverwaltung will mit der temporären Umwandlung des Sander Marktes herausfinden, welche Maßnahmen sich bewähren, um diesen Bereich langfristig attraktiver zu gestalten. Die geplanten Maßnahmen werden aus dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) mitfinanziert. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die baulichen Veränderungen spätestens 2029 beginnen.

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Künstlerische Gestaltung und Bürgerbeteiligung: Auswertung im Herbst 2025

Fünf Teams aus den Bereichen Kunst, Architektur und Stadtplanung wurden damit beauftragt, Konzepte für die temporäre Umgestaltung zu entwickeln. Ein Gremium aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Grundeigentümern wird im Mai entscheiden, welche Ideen umgesetzt werden.

Die temporäre Umgestaltung ist dabei als künstlerische Intervention gedacht. Sie soll Möglichkeiten aufzeigen, wie der Platz in Zukunft genutzt werden kann. Im Herbst 2025 folgt eine umfassende Auswertung des Projekts, bei der auch Anwohnende und lokale Einrichtungen wie Jugendtreffs einbezogen werden. Auf dieser Basis wird ab 2026 ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt, der die endgültige Gestaltung des Sander Marktes festlegt. Bis 2029 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Begrünte Fläche mit Freizeitmöglichkeiten: Das sind die langfristigen Pläne für den Sander Markt

Die aktuellen Planungen sehen vor, den Sander Markt in eine weitgehend begrünte Fläche mit Sport- und Freizeitmöglichkeiten zu verwandeln. Geplant ist außerdem ein sogenannter Mobility Hub – ein modernes Parkhaus, das die bisherigen Stellplätze ersetzt und im Erdgeschoss Platz für Cafés, Einzelhandel oder soziale Einrichtungen bieten will.

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Die Umgestaltung soll zudem einen historischen Fehler der Stadtplanung korrigieren. Ursprünglich war das Areal in den 1980er-Jahren als Treffpunkt für die Nachbarschaft und als Fläche für einen Wochenmarkt vorgesehen. Doch weder die Marktbeschicker noch die Anwohnenden nutzten den Platz wie geplant, sodass er sich mit der Zeit zu einem kostenlosen Großparkplatz wandelte.

Streit um den Parkplatzverlust, Baudezernent Rosinski verweist auf Alternativen

Während die Pläne für eine Neugestaltung des Sander Marktes von SPD, Grünen und Linken unterstützt werden, äußerten CDU und AfD Bedenken. Insbesondere der temporäre Verlust von 40 Parkplätzen während des dreimonatigen Tests wurde kritisiert. CDU-Fraktionschef Julian Emrich schlug vor, den Testlauf stattdessen auf einem wenig genutzten Bereich des Lohbrügger Marktes durchzuführen.

Baudezernent Lars Rosinski wies diesen Vorschlag jedoch zurück. Er argumentierte, dass der Test nur an seinem tatsächlichen Standort aussagekräftige Ergebnisse liefern könne. Zudem sei der vorübergehende Verlust von 40 Stellplätzen zu verschmerzen, da in der Umgebung der Bergedorfer Innenstadt insgesamt 4.450 Parkplätze zur Verfügung stünden.

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Mehr Begegnungsorte für Menschen: Ein Schritt zur zukunftsfähigen Stadtentwicklung

Das Projekt reiht sich in eine übergeordnete Strategie ein, um Hamburger Stadtteile lebenswerter zu gestalten. Städteplaner betonen, dass öffentliche Räume nicht nur für den Autoverkehr optimiert werden sollten, sondern auch als Begegnungsorte für Menschen dienen müssen.

Ob die geplante Testphase erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Die Ergebnisse könnten aber den Weg für eine nachhaltige Umgestaltung des Sander Marktes ebnen – und damit eine wichtige Veränderung für die Innenstadt von Lohbrügge und Bergedorf anstoßen.

Quellen: Hamburger Abendblatt, hamburg.de

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3 Kommentare

  1. Anonymus Schmidt 2. Juli 2025 at 16:45 - Reply

    Sehr sehr schade für den Wochenmarkt, der für Bergedorf s und Lohbrügges Attraktivität so wichtig ist. Wenn die Kunden am Markttag nicht mehr parken können, kaufen die im Supermarkt.
    Wieder ein Stück Verödung des Angebots.

  2. Johannes 7. Juli 2025 at 15:03 - Reply

    Bin strickt gegen diese Planung! Parkplätze sind in Lohbrügge in der Nähe zum Lohbrügger Wochenmarkt, zu Geschäften und Arztpraxen eh schon rar. Und wird tatsächlich ein Park für Freizeitaktivitäten und Bespaßung benötigt? Eine mehrjährige Umgestaltung inkl. Parkhaus bedeutet wieder eine starke Belastung für Anwohner und Besucher.
    Eine Bürger-Abstimmung „für oder gegen dieses Vorhaben“ wäre sinnvoll und demokratisch. Aber leider wurde bereits beschlossen, dass eine Umgestaltung stattfinden werde. Aus meiner Sicht purer Aktionismus. Herausgeworfenes Geld.

  3. Werner Pick 22. August 2025 at 15:08 - Reply

    Die Fläche ist heute ( Stand 23 August) immer noch gesperrt und als Parkplatz nicht mehr nutzbar. Schade das ist Mal wieder eine rot/grüne Schnapsidee ohne Bürgerbeteiligung die das Ziel hat den Individualverkehr aus der Stadt zu drangen. Nicht jeder der aus Vierlanden und dem Umland nach Bergedorf kommt, kann das mit einem Fahrrad tun, besonders nicht ältere und gehbehinderte Menschen. Für die Geschäftsleute ein Verlust, Bergedorf verliert weiter an Attraktivität. Auch während der “ Testphase“ habe ich dort keine Anwohner erlebt die sich an einer Planung beteiligt habe nur enttäuschte und ratlose Anwohner und Besucher die nach einem freien Parkplatz gesucht haben. Traurig.

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