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In Brieselang im Havelland plant Edeka den Bau eines neuen Logistikzentrums. Mit einer Investition von rund 300 Millionen Euro sollen dort bis zu 1.000 Arbeitsplätze entstehen. Das Projekt hat sowohl wirtschaftliche Bedeutung für die Region als auch Auswirkungen auf die Gemeinde selbst.
Das Foto zeigt ein bestehendes Edeka-Logistikzentrum

Luftaufnahme eines Edeka-Logistikzentrums: In Brieselang im Havelland plant Edeka ein Verteilzentrum mit rund 150.000 Quadratmetern Lagerfläche. Das Projekt soll ab 2028 realisiert werden und etwa 1.000 Arbeitsplätze schaffen. / © Wikimedia Commons, Tim Reckmann, CC BY-SA 3.0

© Titelbild: IMAGO / PEMAX

 

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In der Gemeinde Brieselang soll ein neues Logistikzentrum der Edeka-Regionalgesellschaft Minden-Hannover entstehen. Das Projekt sieht eine Lagerfläche von rund 150.000 Quadratmetern vor, die nördlich der A10 im Bereich des Güterverkehrszentrums angesiedelt werden soll. Dafür hat das Unternehmen bereits rund 60 Hektar große Grundstücke von verschiedenen Eigentümern erworben. Damit sind die baulichen Grundlagen für eine spätere Realisierung geschaffen.

Die Investitionssumme wird mit etwa 300 Millionen Euro angegeben. Nach den aktuellen Plänen soll der Bau 2028 beginnen und die geplanten Inbetriebnahme ist für Anfang der 2030er Jahre vorgesehen. Es soll künftig mehr als 350 Edeka-Einzelhändler in Berlin und Brandenburg mit Waren beliefern. Für die Hauptstadtregion bedeutet das Projekt eine Stärkung der logistischen Infrastruktur, da ein zentraler Standort die Versorgung effizienter abwickeln soll.

Auswirkungen auf die Gemeinde Brieselang: Entstehung neuer Arbeitsplätze und Verkehrsfragen

Mit dem Bau des Logistikzentrums sind nach Angaben des Unternehmens etwa 1.000 neue Arbeitsplätze verbunden. Edeka kündigte an, in Berufen wie Kraftfahrzeugmechatronik, Elektrotechnik und Logistik Personal zu suchen und auch Ausbildungsplätze anzubieten. Ein Sprecher erklärte, dass tarifliche Bezahlung, Sonderzahlungen und feste Schichtpläne vorgesehen seien, wodurch planbare Arbeitsbedingungen entstehen sollen.

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Für Brieselang mit rund 12.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist das Projekt ein einschneidendes Ereignis. Bürgermeisterin Kathrin Neumann-Riedel machte deutlich, dass Fragen des zusätzlichen Verkehrsaufkommens geklärt werden müssten. Besonders im Ortsteil Bredow wird mit einer steigenden Zahl an Lastwagen gerechnet. Daher prüfen Gemeinde und Land eine mögliche Ortsumfahrung sowie eine neue Anschlussstelle an die A10, um die Belastung zu reduzieren.

Politische Einordnung: Zustimmung durch Gemeindevertretung und Verwaltung

Die Gemeindevertretung von Brieselang hat im Juni einstimmig für die Umsetzung des Projekts votiert. Stellvertretender Bürgermeister Thomas Lessing äußerte, dass der Rückzug von Amazon für den Standort ein Rückschlag gewesen sei, die Ansiedlung von Edeka jedoch eine neue Perspektive eröffne. Er sprach von einer Entwicklung, die für den Wirtschaftsstandort Strahlkraft habe und die Signalwirkung für das gesamte Havelland entfalten könne.

Auch Bauamtsleiter Uwe Gramsch erklärte, dass die Verwaltung nun konkrete Planungsarbeit leisten müsse. Dabei gehe es um die Klärung von Verkehrs- und Lärmfragen sowie um die Umsetzung der von der Gemeindevertretung beschlossenen Machbarkeitsstudie. Diese soll zeigen, welche Infrastrukturmaßnahmen für das Projekt notwendig sind und wie sie umgesetzt werden können.

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Nachhaltigkeit und Technik für das Lager: Energie, Logistiksysteme und Fuhrparkumstellung

Edeka Minden-Hannover will nach eigenen Angaben ökologische Standards in die Planung einbeziehen. Geplant sind Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen des neuen Lagers. Darüber hinaus strebt das Unternehmen eine Zertifizierung nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) an. Damit soll die Bauweise auf Nachhaltigkeit überprüft werden.

Auch im Transportbereich kündigte Edeka Maßnahmen an. Bis 2026 soll die gesamte Lkw-Flotte auf Bio-LNG umgestellt werden. Bereits heute fahren 500 Fahrzeuge mit diesem Kraftstoff, künftig sollen es 650 sein. Moderne IT-Systeme sollen zudem Verkaufsdaten in Echtzeit auswerten und die Warenversorgung an den Bedarf anpassen. So sollen Engpässe in den belieferten Märkten reduziert werden.

Quellen: Gemeinde Brieselang

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