In der Liebigstraße in Friedrichshain steht ein größerer Umbau bevor. Vor allem für Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, soll sich die Situation deutlich verändern. Dabei greift der Bezirk auch Ergebnisse einer früheren Debatte über eine Schulzone auf.
Umgestaltung der Liebigstraße
© Titelbild: Wikimedia Commons, Singlespeedfahrer, CC0
In der Liebigstraße im Berliner Samariterviertel plant der Bezirk mehr als eine reine Gehwegsanierung. Rund um die Justus-von-Liebig-Grundschule sollen neue Querungen, zusätzliche Grünflächen und weitere Eingriffe in den Straßenraum entstehen. Dem heutigen Konzept ging allerdings eine längere Diskussion darüber voraus, wie stark der Autoverkehr aus diesem Teil der Straße verdrängt werden soll.
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Bereich: Liebigstraße zwischen Weidenweg und Rigaer Straße
- Projektstatus: Umgestaltung geplant
- Umsetzung: im Herbst 2026 vorgesehen
Die Liebigstraße liegt im Samariterviertel nördlich der Frankfurter Allee. Im Abschnitt zwischen Weidenweg und Rigaer Straße sind die Gehwege nach Angaben des Bezirksamts sanierungsbedürftig. Vor allem auf der östlichen Straßenseite will das Straßen- und Grünflächenamt deshalb uneinheitliche und beschädigte Beläge ersetzen. Vorgesehen sind Gehwegplatten nach Berliner Standard mit Mosaikstreifen auf beiden Seiten. Außerdem sollen verschobene Bordsteine an den Querparkständen im nordwestlichen Bereich neu gesetzt werden.
Der Umbau hängt zugleich eng mit der Justus-von-Liebig-Grundschule an der Liebigstraße 18a zusammen. Der Standort liegt unmittelbar im Projektgebiet. Bereits 2025 hatte der Bezirk eine Schulzone vorbereitet und die Nachbarschaft beteiligt. Bei der Online-Beteiligung gingen fünf Ideen ein; zusätzlich fand am 17. September 2025 eine Veranstaltung direkt vor der Schule statt.
Liebigstraße in Friedrichshain bekommt neue Querungen und „Berliner Kissen“
Für Menschen zu Fuß soll sich vor allem das Überqueren der Straße verändern. An der Einmündung Weidenweg/Liebigstraße plant der Bezirk eine neue Gehwegvorstreckung. Im Straßenverlauf kommt zudem eine bauliche Aufpflasterung hinzu, die das Bezirksamt als „Berliner Kissen“ bezeichnet. Bereits vorhandene Gehwegvorstreckungen im mittleren Teil der Straße werden angepasst und um zwei weitere Querungsstellen ergänzt.
Damit folgt das Projekt einer Entwicklung, die auch an anderen Stellen in Friedrichshain-Kreuzberg sichtbar ist. Im Ostkreuz-Kiez entstehen ebenfalls neue Querungen, Einbahnstraßen und verkehrsberuhigte Bereiche. Zuletzt begann dort die nächste Phase der Verkehrsberuhigung mit neuen Einbahnstraßen. Vor der Jane-Goodall-Grundschule zeigt zudem eine bereits umgesetzte Schulzone in der Scharnweberstraße, wie der Bezirk Straßenräume rund um Schulen neu ordnet.
190 Quadratmeter Grünflächen: Fahrbahn in der Liebigstraße wird entsiegelt
Der Umbau beschränkt sich jedoch nicht auf Gehwege und Querungen. Nach den aktuellen Planungen sollen insgesamt rund 190 Quadratmeter neue Grünflächen entstehen. Etwa 90 Quadratmeter davon gewinnt der Bezirk durch die Entsiegelung bisheriger Fahrbahnflächen. Bestandteil der Planung sind außerdem drei sogenannte „Grüne Gullys“. Hinzu kommen zehn neue Fahrradbügel und drei Sitzbänke. Auf der östlichen Straßenseite richtet der Bezirk außerdem eine Lieferzone ein.
Nach Abschluss der Arbeiten sollen laut Bezirksamt 46 reguläre Pkw-Stellplätze erhalten bleiben. Weitere sechs Stellplätze können zeitweise im Bereich der Lieferzonen genutzt werden. Damit bleibt Autoverkehr in der Liebigstraße grundsätzlich möglich.
Quellen: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
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