In Marienfelde entsteht ab 2025 ein neues Stadtquartier mit rund 360 Wohnungen, einer Kita und öffentlich nutzbaren Grünflächen. Den Ausgangspunkt für das Bauvorhaben bildet ein Entwurf des Berliner Büros Arnold und Gladisch Architekten, der in einem mehrstufigen Beteiligungsverfahren ausgewählt wurde.

Innenhof-Perspektive des künftigen Wohnquartiers am Lichterfelder Ring in Berlin-Marienfelde. Der Entwurf von Arnold und Gladisch Architekten legt besonderen Wert auf großzügige Freiräume zwischen den Gebäuden mit Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten für die Nachbarschaft. / © Visualisierung: degewo / Arnold und Gladisch Architekten
© Visualisierungen: degewo / Arnold und Gladisch Architekten
Auf einer bislang ungenutzten Fläche im Süden Berlins planen die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO und der Bezirk Tempelhof-Schöneberg ein neues Wohnquartier. Das Baugebiet liegt südlich des Lichterfelder Rings und grenzt unmittelbar an die bestehende Großwohnsiedlung Mariengrün. Dort sollen etwa 360 neue Wohnungen entstehen.
Ergänzt wird das Vorhaben durch eine Kindertagesstätte, eine öffentlich zugängliche Grünfläche mit Waldspielplatz sowie mehrere Aufenthaltsbereiche für die Nachbarschaft. Der Baubeginn ist für Ende 2025 vorgesehen, sobald das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen ist.
Auswahl im Werkstattverfahren: Entwurf von Arnold und Gladisch bildet die Grundlage für den Masterplan
Bereits 2021 startete die DEGEWO gemeinsam mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ein kooperatives Werkstattverfahren. Ziel war es, Wünsche und Vorschläge der Anwohnerschaft und weiterer Akteure in die Entwicklung des neuen Quartiers einzubinden. Zu diesem Zweck entstand eine Kerngruppe, in der zehn Bürgerinnen und Bürger sowie zehn Fachleute aus Verwaltung und Planung vertreten waren. Zusätzlich konnten sich Interessierte über die Plattform meinBerlin.de beteiligen.
Im Verlauf des Verfahrens wurden zwei Entwürfe in die engere Auswahl genommen. Am Ende erhielt das Büro Arnold und Gladisch den Zuschlag, weil ihr städtebauliches Konzept sowohl die Anforderungen an Freiraumgestaltung als auch an Nachbarschaftsstrukturen überzeugend erfüllte.
Städtebauliche Idee: Zeilenbauten mit gemeinschaftlich nutzbaren Freiräumen zwischen Mariengrün und Greizer Viertel
Der Entwurf von Arnold und Gladisch sieht acht Gebäude in Zeilenbauweise vor. Sie orientieren sich in ihrer Ausrichtung so, dass zwischen ihnen großzügige Außenräume entstehen. Diese Flächen bieten Platz für Spielplätze, gemeinschaftliche Gärten, Sitzbereiche und Wege, die das neue Quartier mit der Umgebung verbinden.
Die Architektinnen und Architekten legten besonderen Wert auf eine ausgewogene Mischung aus kompakter Bebauung und lebendiger Freiraumstruktur. Dadurch soll das Quartier nicht nur Wohnraum schaffen, sondern auch neue soziale Orte für das Miteinander in Marienfelde.
Wohnangebot mit sozialem Anspruch: Wohnungen für Familien, Singles und geflüchtete Menschen in Marienfelde
In den neuen Gebäuden entstehen Mietwohnungen für verschiedene Haushaltsgrößen. Geplant ist ein ausgewogener Mix aus Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, sodass sowohl Alleinlebende als auch Familien ein passendes Angebot finden. Zwei Gebäude sind speziell für die Unterbringung von geflüchteten Menschen mit Bleiberecht vorgesehen.
Darüber hinaus wird im Erdgeschoss eines der Häuser eine Kita eingerichtet. Diese soll das bestehende Betreuungsangebot im Ortsteil ergänzen, da die Zahl der Kinder in Marienfelde in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist.
Ersatzlösungen für bestehende Nutzungen: Ponyclub und Gemüsehof ziehen innerhalb des Bezirks um
Teile der geplanten Baufläche wurden bislang anderweitig genutzt. Dazu gehören der Ponyclub „Zu den flotten Hufen“ sowie ein sozialer Gemüsehof. Beide Einrichtungen sollen nicht ersatzlos verschwinden. Vielmehr haben der Bezirk und die Projektverantwortlichen Ersatzstandorte gefunden.
Der Ponyclub wird an den Schichauweg verlegt, rund drei Kilometer östlich des bisherigen Standorts. Für den Gemüsehof bietet sich eine Fläche auf dem Gelände der ehemaligen Bezirksgärtnerei am Diedersdorfer Weg an. Auf diese Weise bleiben die sozialen Angebote im Bezirk erhalten.
Zeitlicher Ausblick: Bebauungsplanverfahren läuft und Baubeginn ist für Ende 2025 geplant
Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg führt derzeit das Bebauungsplanverfahren unter der Nummer 7-92 durch. Genauere Informationen zum bisherigen Planungs- und Beteiligungsverfahren sind im Ergebnisdokument des Werkstattverfahrens zu finden.
Nach Abschluss des Verfahrens beginnt die Ausführungsplanung, wobei die DEGEWO damit rechnet, Ende 2025 mit dem Bau zu starten. Die Umsetzung erfolgt voraussichtlich in mehreren Abschnitten. Ziel ist es, bis 2030 bezahlbaren und zukunftsfähigen Wohnraum in Marienfelde zu schaffen.
Quellen: degewo, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Arnold und Gladisch Architekten
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