Am Kranoldplatz in Lichterfelde Ost sind zwei ältere Stadthäuser inzwischen fast vollständig verschwunden. An ihrer Stelle sollen 55 Wohnungen in einem Neubau mit historisierender Architektur entstehen.

Blick über den Kranoldplatz auf die laufenden Abrissarbeiten und die teilweise abgetragenen Gebäude in Lichterfelde-Ost.

Der Abriss am Kranoldplatz verändert bereits sichtbar das Erscheinungsbild des Platzes. Hinter den Bauzäunen werden die letzten Teile der bisherigen Bebauung zurückgebaut. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Am Kranoldplatz in Lichterfelde-Ost verändert sich derzeit nicht nur die Diskussion über die künftige Gestaltung des öffentlichen Raums. Auch unmittelbar am Platz selbst ist der Wandel inzwischen unübersehbar: Zwei ältere Stadthäuser werden aktuell abgerissen, um Platz für ein größeres Wohnungsbauprojekt zu schaffen.

Von den bisherigen Gebäuden ist mittlerweile kaum noch etwas zu erkennen. Große Schuttberge bestimmen das Grundstück am Kranoldplatz 1, während die letzten Teile der Bestandsbauten zurückgebaut werden. Damit verschwindet ein weiteres Stück der kleinteiligen Bebauung rund um das gewachsene Zentrum von Lichterfelde-Ost.

Kranoldplatz 1 in Lichterfelde: Neubau mit 55 Wohnungen geplant

Auf dem Grundstück soll anschließend ein Neubauensemble mit insgesamt 55 Wohnungen sowie einer Gewerbeeinheit im Erdgeschoss entstehen. Vorgesehen sind Wohnungen mit einem bis vier Zimmern und Wohnflächen zwischen rund 32 und 116 Quadratmetern. Die Kaufpreise beginnen derzeit bei knapp 296.000 Euro.

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Geplant sind ein Vorderhaus mit drei sowie ein Hinterhaus mit zwei Etagen. Ein Teil der Wohnungen erhält Balkone, Loggien oder Terrassen, viele Einheiten sollen zudem barrierefrei ausgeführt werden. Zur Ausstattung gehören unter anderem Echtholzparkett, Fußbodenheizung und dreifach verglaste Fenster. Ergänzt wird das Projekt durch Fahrradstellplätze und Lademöglichkeiten für E-Bikes. Die BSK Immobilien GmbH tritt derzeit als Vermarkterin des Projekts auf.

Neubau soll sich gestalterisch am Umfeld in LichterfeldeOst orientieren

Bemerkenswert ist vor allem die architektonische Gestaltung des geplanten Vorderhauses. Die Visualisierungen zeigen keinen betont modernen Solitär, sondern einen historisierenden Entwurf, der sich an der traditionellen Bebauung von Lichterfelde Ost orientieren soll. Eine gegliederte Fassade, klassische Fensterformate, Gesimse und ein deutlich abgesetztes Dach sollen dem Gebäude einen eher traditionellen Charakter verleihen.

Technisch wird dagegen auf aktuelle Standards gesetzt. Das Projekt soll im KfW-40-Standard mit QNG-Zertifizierung entstehen. Vorgesehen sind unter anderem eine Luft-Wärmepumpe, Photovoltaik und eine extensive Dachbegrünung. Die Fertigstellung ist nach derzeitiger Planung für Mitte 2028 vorgesehen.

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Abrissarbeiten am Kranoldplatz in Berlin-Lichterfelde mit großen Schuttbergen und Resten der bisherigen Bebauung.

Am Kranoldplatz in Lichterfelde Ost sind die bisherigen Gebäude mittlerweile fast vollständig verschwunden. Große Schuttberge prägen das Grundstück, auf dem ein neues Wohnensemble entstehen soll. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Kranoldplatz steht ohnehin vor größeren Veränderungen

Der Neubau entsteht an einem Ort, dessen Zukunft derzeit ohnehin intensiv diskutiert wird. Für den Kranoldplatz selbst liegt seit diesem Jahr eine Machbarkeitsstudie zur möglichen Neugestaltung vor.

Der vollständig asphaltierte Platz dient außerhalb der Markttage vor allem als Parkplatz; künftig könnten mehr Grün, Aufenthaltsflächen sowie Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr entstehen. Der beliebte Wochenmarkt soll dabei erhalten bleiben.

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Über die Neugestaltung des Kranoldplatzes wird seit Jahren heftig diskutiert

Wie emotional das Thema im Quartier diskutiert wird, zeigen auch die unterschiedlichen Reaktionen aus der Nachbarschaft. Während ein Teil mehr Bäume und Aufenthaltsqualität fordert, möchten andere die vorhandenen Stellplätze möglichst vollständig erhalten.

Damit könnte sich das Zentrum von Lichterfelde Ost in den kommenden Jahren gleich mehrfach verändern; sowohl auf dem Kranoldplatz selbst als auch an seinen baulichen Rändern.

Auf dem Kranoldplatz in Lichterfelde-Ost findet regelmäßig der bekannte Wochenmarkt statt.

Der dreieckige Kranoldplatz wird bis heute von Einzelhandel, Gastronomie und seiner Funktion als Marktstandort geprägt. Mittwochs und samstags findet hier ein Wochenmarkt statt. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0

Quellen: BSK Immobilien GmbH, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Machbarkeitsstudie Kranoldplatz, HGHI Holding GmbH, Der Tagesspiegel, Berliner Morgenpost, Gazette Verbrauchermagazin

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5 Kommentare

  1. Peppe 15. August 2026 at 23:13 - Reply

    Super. Wieder teure Eigentumswohnungen, statt bezahlbaren Wohnraum für alle.

  2. John 16. August 2026 at 10:23 - Reply

    Fast 10.000,00 Euro / m2 Wohnfläche, das ist doch Wahnsinn! Wenn die Kalkulation wirklich auf diesen Preisen beruht, bin ich mir nicht so sicher, ob das Objekt erfolgreich durchgeführt werden kann oder ob wir eine neue Bauruine wie den Steglitzer Kreisel erhalten!

  3. Michael Mooy 16. August 2026 at 12:20 - Reply

    Ich habe mehrere Jahre am Kranoldplatz gewohnt. Er war immer bunt und Lebenswert. Der große offene Markt und auch die Marktstände direkt auf dem Platz waren super. Es gab viele schöne kleine Geschäfte, um den Platz herum verteilt.
    Diese Umgestaltung der angrenzenden Häuser, hat doch nur einen Sinn, die Taschen einiger kräftig zu füllen. Schade das es nur noch um Gewinnmaximierung geht und nicht wirklich um diesen Platz. Diese hässliche Bebauung, die dem Abriss folgt, passt dann auch wieder zum Platz. Er hatte ja schon vorher sehr unter Umgestaltungen gelitten. Langweilig und austauschbar, wie viele dieser Investorenarchitektur. Schlechte Architekten bauen eben schlechte Architektur.

  4. Ewald Karl 16. August 2026 at 13:18 - Reply

    Wieder einmal wird ein Stück alter Berliner Architektur – nämlich das schöne Haus mit Türmchen, wo früher stottrop drin war (https://stadtrand-nachrichten.de/kranoldplatz-machbarkeitsstudie-veroeffentlicht/) vernichtet, damit Investoren Luxuswohnungen für internatonale Anleger errichten können.

    Dieser Unfug muss aufhören – durch Abrisse und Luxusneubau wird keine bezahlbare neue Wohnung geschaffen!

  5. Birgit 16. August 2026 at 14:08 - Reply

    Es ist wirklich eine Schande,dass alte,erhaltene Häuser abgerissen werden und dafür dann nicht einmal Wohnung zur MIETE für „normale“ Leute gebaut werden. PROFIT ist alles was zählt und es wird bestimmt auch nicht umweltfreundlich gebaut werden. Tiefgarage , Solarpaneele und begrünte Gebäude wären mal etwas sinnvolles, nur interessiert das am Ende Niemanden. Dächer bepflanzen wäre auch eine Alternative,aber welcher Architekt kümmert sich darum? Ich bin gespannt,was mit dem Kranoldplatz passiert und ob da wirklich etwas GRÜNES drauf landet.

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