Der Bezirk Lichtenberg und der Trägerverein der B.L.O.-Ateliers haben sich auf eine gemeinsame Absichtserklärung verständigt. Ziel ist es, den Kultur- und Arbeitsstandort auf dem ehemaligen Bahngelände an der Kaskelstraße langfristig zu sichern. Der aktuelle Mietvertrag endet im Mai 2027.

Die B.L.O.-Ateliers in Lichtenberg sind eine der größten Künstlergemeinschaften Berlins und vereinen auf dem Gelände eines ehemaligen Bahnbetriebswerks Ateliers, Werkstätten, Kulturveranstaltungen und Stadtnatur. / © Foto: Wikimedia Commons, Bffx, CC BY-SA 4.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0
Im Kaskelkiez ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung eines der bekanntesten Kreativstandorte Lichtenbergs getan worden. Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU) und der Trägerverein Lockkunst e.V. haben am 13. Juni 2026 beim „Tag der offenen Zukunft“ eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Damit bekennen sich beide Seiten dazu, bis zum Auslaufen des Mietvertrags im Mai 2027 eine tragfähige und langfristige Vereinbarung für das Gelände an der Kaskelstraße zu erreichen.
Die B.L.O.-Ateliers befinden sich auf dem Areal des ehemaligen Bahnbetriebswerks Berlin-Lichtenberg-Ost in Rummelsburg. Seit der Gründung des Projekts im Jahr 2004 hat sich dort eine gewachsene Mischung aus Ateliers, Werkstätten, kulturellen Initiativen und gemeinwohlorientierten Veranstaltungen etabliert. Auf rund 12.000 Quadratmetern arbeiten heute zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, Handwerksbetriebe und Kreativschaffende.
Kulturstandort mit wirtschaftlicher und ökologischer Bedeutung
In der Erklärung hebt das Bezirksamt die doppelte Rolle des Geländes hervor: als Arbeits- und Wirtschaftsstandort einerseits und als kultureller Ort für die Nachbarschaft andererseits. Regelmäßig finden dort Ausstellungen, Theater- und Filmvorführungen, Konzerte sowie Bildungsprojekte statt. Schulen, Kitas, das Museum Lichtenberg und weitere Einrichtungen kooperieren seit Jahren mit dem Projekt.
Zugleich verweist der Bezirk auf die ökologische Bedeutung des ehemaligen Bahngeländes. Magerrasenflächen, Fledermausquartiere und eine nachgewiesene Zauneidechsen-Population machen das Areal zu einem seltenen innerstädtischen Lebensraum. Die Verbindung von Kulturproduktion und Stadtnatur gilt als eine Besonderheit des Standorts.

Heute nutzen Künstler, Handwerker und Kreativschaffende die ehemaligen Bahnbauten als Ateliers und Werkstätten. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0
Nach der Krise rückt die langfristige Perspektive in den Mittelpunkt
Die Zukunftsdebatte folgt auf eine schwierige Phase: Nachdem die Deutsche Bahn als Eigentümerin im Frühjahr 2025 die Nutzung einzelner Werkstätten wegen baulicher Mängel untersagt hatte, wurden zunächst die dringendsten Sicherheitsprobleme angegangen. Mit Unterstützung der Lotto-Stiftung des Landes Berlin konnte die veraltete Elektrik saniert werden; zur „Langen Nacht der Bilder“ im September 2025 öffnete der Standort wieder für Besucherinnen und Besucher.
Die nun unterzeichnete Absichtserklärung ersetzt zwar noch keinen neuen Mietvertrag. Sie schafft jedoch einen politischen Rahmen für die anstehenden Verhandlungen zwischen dem Trägerverein und der Eigentümerin des Geländes. Für die B.L.O.-Ateliers, die seit mehr als zwei Jahrzehnten Teil der Lichtenberger Kulturlandschaft sind, dürfte damit die entscheidende Frage der kommenden Monate klar umrissen sein: Wie lässt sich der Standort dauerhaft erhalten und zugleich baulich weiterentwickeln?
B.L.O.-Ateliers
Quellen: Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, Wikipedia, B.L.O. Ateliers
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