Anzeige
Im Berliner Bezirk Lichtenberg entstehen derzeit mehrere neue Wohnbauprojekte, die sich in Größe, Bauweise und Zielgruppen deutlich voneinander unterscheiden. Fünf aktuelle Vorhaben zeigen beispielhaft, wie der Bezirk auf die angespannte Wohnraumsituation in Berlin reagiert und gleichzeitig soziale und ökologische Aspekte in die Quartiersentwicklung integriert.

© Visualisierung Titelbild: Gewobag

1. Großprojekt an der Landsberger Allee verbindet städtebauliche Verdichtung mit sozialem Wohnungsbau

Das Quartier aus der Ferne. Man sieht mehrere Kräne und die fortgeschrittenen Arbeiten am Quartier.

Blick auf das entstehende Großquartier „Weiße Taube“ in Berlin-Lichtenberg: Die modulare Bauweise lässt zügige Baufortschritte erkennen, bis 2026 sollen über 1.500 Wohnungen bezugsfertig sein. / Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

An der Landsberger Allee entwickelt die landeseigene Gewobag seit Ende 2022 ein großflächiges Neubauquartier auf bislang nicht genutztem Gelände. Das Projekt soll bis 2026 über 1.500 neue Wohnungen bereitstellen. Ergänzt wird das Angebot durch 15 Gewerbeeinheiten sowie eine Kindertagesstätte, die sich in das Quartier einfügen sollen. Die Wohngebäude sind in vier große Baukörper gegliedert, die jeweils sieben bis acht Stockwerke umfassen.

ANZEIGE

Das städtebauliche Konzept sieht eine zentrale Straße mit vorgelagerten Grünflächen und kleinen Plätzen vor, wodurch eine offene und zugleich zusammenhängende Struktur geschaffen wird. Vorgärten entlang der Ränder sollen für einen sanften Übergang zur angrenzenden Bebauung sorgen.

Gewobag vereinfacht Bauprozesse: Modulare Fertigung ermöglicht die schnelle und unkomplizierte Realisierung des Projekts.

Beim Bau des Quartiers kommt eine modulare Bauweise zum Einsatz, bei der vorgefertigte Bauelemente direkt auf der Baustelle zusammengesetzt werden. Dieser Ansatz ermöglicht es, verschiedene Bauphasen parallel zu planen und umzusetzen. Bereits jetzt sind erste Fassaden erkennbar, die Module werden nach und nach montiert.

Besonders hervorgehoben wird die soziale Ausrichtung des Projekts. Von den insgesamt 1.548 Wohnungen sollen 1.316 über Belegungsbindungen an Haushalte mit Wohnberechtigungsschein vergeben werden. Der Bau dieser Menge an Sozialbauwohnungen konnte nur durch die modulare Bauweise ermöglicht werden. Mehr als 1.100 Wohnungen werden barrierefrei zugänglich sein. Der Wohnungsmix reicht von kompakten Einzimmerwohnungen bis zu größeren Einheiten für Familien.

ANZEIGE

2. Gemischtes Quartier „Zwieseler Hof“: Ehemaliges Industriegrundstück in Karlshorst schafft Platz für gefördertem Wohnraum

Wohnprojekts „Zwieseler Hof“ mit Grünflächen und Spielplatz im Innenhof.

Visualisierung des Wohnprojekts „Zwieseler Hof“: Auf einem ehemaligen Industrieareal in Karlshorst entsteht ein durchgrüntes Quartier mit 321 Wohnungen und integrierter Kita. / © Visualisierung: Render Vision

Das zweite große Projekt im Bezirk wird derzeit in Karlshorst umgesetzt. Dort realisiert ein privater Entwickler in Zusammenarbeit mit der GOLDBECK-Gruppe auf rund 25.000 Quadratmetern das Quartier „Zwieseler Hof“. Seit der Grundsteinlegung im März 2025 schreiten die Arbeiten planmäßig voran.

Das Gelände wird abschnittsweise bebaut. Erste Tragwerke und Decken sind bereits montiert, gleichzeitig erfolgen Tiefbauarbeiten für die künftige Tiefgarage. Die serielle Bauweise ermöglicht eine enge Verzahnung der einzelnen Gewerke, sodass die Bauzeit insgesamt reduziert werden kann.

ANZEIGE

Infrastruktur und Durchmischung im Quartier: Kita, geförderte Wohnungen und durchgrüntes Quartier mit Fahrradinfrastruktur

Geplant ist ein Quartier mit insgesamt 321 Wohneinheiten, wobei rund 30 Prozent der Mietwohnungen gefördert werden. Eine Kindertagesstätte mit Außenfläche sowie großzügige Fahrradabstellmöglichkeiten ergänzen die Wohngebäude. Auch eine Tiefgarage mit rund 120 Stellplätzen ist Teil des Konzepts.

Die Erschließung erfolgt über ein internes Wegesystem, das auf Durchlässigkeit und Aufenthaltsqualität ausgelegt ist. Der Freiraum wird durch ein blockoffenes Prinzip strukturiert, das Grünflächen und Gemeinschaftsflächen miteinander verbindet. Die Fertigstellung des Projekts ist für das Jahr 2026 vorgesehen.

3. Neubau mit 173 Wohnungen an der Landsberger Allee: WBM kombiniert günstige Mieten mit ökologischen Standards

Visualisierung WBM Landsberger Allee in Lichtenberg

U-förmiger Neubau mit Innenhof: Die WBM errichtet in Lichtenberg 173 Mietwohnungen mit Fokus auf Barrierefreiheit und sozialverträgliche Einstiegsmieten. / © Visualisierung: QUARTERBACK Immobilien

Nur wenige Hundert Meter vom Projekt der Gewobag entfernt hat die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM ein weiteres Neubauvorhaben fast vollständig abgeschlossen. Auf einem Grundstück an der Landsberger Allee entstanden in einem u-förmigen Baukörper insgesamt 173 Mietwohnungen.

Das sechsgeschossige Gebäude wurde um einen begrünten Innenhof herum konzipiert, der mit Spielgeräten für Kinder verschiedener Altersgruppen ausgestattet ist. Die Gestaltung wurde vom Architekturbüro Deluse Architects übernommen.

Soziale und technische Merkmale: Mietpreisbindung, Barrierefreiheit und nachhaltige Energieversorgung

Von den 173 Wohnungen sind laut WBM 89 an eine Mietpreisbindung geknüpft. Diese Wohnungen werden zu Einstiegsmieten ab sieben Euro pro Quadratmeter angeboten. Zusätzlich sind 87 Einheiten barrierefrei ausgeführt worden. Die restlichen Wohnungen decken ein breites Spektrum an Wohnungsgrößen ab.

Für die Energieversorgung sorgen Fernwärme und Solarpaneele auf dem Dach. Alle Wohnungen sind mit Fußbodenheizungen ausgestattet. Eine Kita im Erdgeschoss sowie eine gute Anbindung an Tramlinien ergänzen das Wohnangebot im direkten Umfeld.

4. Das Quartier „Gartenstadt Karlshorst“ erweitert das Angebot an Sozialwohnungen im südöstlichen Lichtenberg

Visualisierung Wohnhaus Bonava in Karlshorst, grünes Gebäude

Städtebauliches Konzept mit Tradition: In der „Gartenstadt Karlshorst“ entstehen geförderte Mietwohnungen in Anlehnung an klassische Wohnformen, ergänzt durch öffentliche Infrastruktur. / © Visualisierung: Bonava

Im Ortsteil Karlshorst wächst derzeit auch das Quartier „Gartenstadt Karlshorst“, in dem der Fokus auf öffentlich gefördertem Wohnraum liegt. Beim Richtfest im Juli 2025 wurde deutlich, dass das Projekt auf die hohe Nachfrage in der Gegend reagiert.

Die 194 entstehenden Mietwohnungen sind fast vollständig an den Bezug eines Wohnberechtigungsscheins gebunden. Die HOWOGE kooperiert hierbei mit dem Projektentwickler Bonava. Die Wohnungsgrößen orientieren sich an Zwei- und Drei-Zimmer-Typologien.

HOWOGE verspricht Freiraum und Nachhaltigkeit: Gründächer, Solaranlagen und renaturierter Park für Familienfreundlichkeit

Die Gebäude erhalten begrünte Dächer, die teilweise mit Solaranlagen ausgestattet werden. Ergänzend wird ein nahegelegener Park mit Wasserflächen renaturiert, um die Aufenthaltsqualität zu steigern. Spiel- und Begegnungsflächen sollen das Quartier besonders familienfreundlich machen.

Das Quartier ist Teil eines größeren Entwicklungsplans, bei dem bis 2031 rund 526 neue Wohnungen entstehen sollen. Die Projektverantwortlichen betonen, dass solche Kooperationen zwischen öffentlicher und privater Wohnungswirtschaft wichtig seien, um bezahlbaren Wohnraum auch in stark nachgefragten Bezirken zu sichern.

5. Ein geplantes Holzmodulprojekt an der Schlichtallee soll neue Maßstäbe in Nachhaltigkeit und Bauzeit setzen

Serielles Bauen mit Holz: Das Projekt von Gropyus und BUWOG nutzt vorgefertigte Module zur Errichtung von 158 Wohnungen nach hohen Nachhaltigkeitsstandards. / © Visualisierung: Gropyus

Im Berliner Bezirk Lichtenberg plant das österreichische Unternehmen Gropyus im Auftrag der BUWOG den Bau eines neuen Wohnprojekts mit insgesamt 158 Wohnungen. Das Vorhaben soll entlang eines rund 170 Meter langen Blocks an der Kreuzung Schlichtallee und Hauptstraße realisiert werden. Der Baubeginn ist für Juli 2025 vorgesehen.

Die geplanten Gebäude umfassen eine Bruttogeschossfläche von rund 16.000 Quadratmetern und werden der Gebäudeklasse 5 zugeordnet. Das Projekt ist das erste größere Bauvorhaben von Gropyus in Berlin.

Nachhaltigkeitsstandard: Holzmodulbauweise und digital gesteuerter Bauprozess für mehr Effizienz

Zum Einsatz kommt ein serielles Holzbausystem, das auf industriell vorgefertigten Modulen basiert. Diese Module lassen sich flexibel an verschiedene Grundstückszuschnitte anpassen und ermöglichen eine standardisierte Umsetzung mit verkürzten Bauzeiten.

Die Gebäude werden nach dem Effizienzhausstandard 55 NH errichtet und sollen die Anforderungen des Qualitätssiegels „Nachhaltige Gebäude“ erfüllen. Das Wohnungsangebot besteht aus Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, wobei der Schwerpunkt auf Drei-Zimmer-Einheiten liegt. Die Planung umfasst außerdem eine digitale Steuerung der Bauprozesse, um Abläufe effizient zu gestalten und Ressourcen zu schonen.

 

Quellen: Marc Kocher Architekten, Gewobag, wvm Gruppe, GOLDBECK GmbH, WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH, Kondor Wessels, Deluse Architects, Daiwa House Group, GEWOBAG, Züblin, Bonava, HOWOGE, Gropyus, Bezirksamt Lichtenberg von Berlin

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

4 Kommentare

  1. Laue Manuela 31. Juli 2025 at 14:57 - Reply

    Und wer zieht da ein? Wir Berliner bekommen sicherlich keine Wohnung.

  2. Laue Manuela 31. Juli 2025 at 14:57 - Reply

    Und wer zieht da ein??? Wir als Berliner sicherlich nicht.

  3. Hartwig 1. August 2025 at 20:04 - Reply

    In den Schließfächern an der Landsberger und an der Konrad Wolff Straße wollen Sie nicht wohnen.

  4. König, C. 3. August 2025 at 15:52 - Reply

    Prima, viele Wohnungen werden entstehen, aber an den Einzelhandel, insbesondere die Lebensmittelversorgung mittels Supermarkt wurde wohl nicht gedacht?? Schon jetzt sind im nahe gelegenen Allee Center REWE und ALDI hoffnungslos überfüllt.
    Da war mal für das Gebiet Weiße Taube u.a. eine Schwimmhalle und ein Kino geplant…ist nie gebaut worden.
    Der Globus Markt wurde von ein paar Jahren von der Politik verhindert.
    Die Gegend hier verkommt immer mehr

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.