In Lichtenberg feierte die Integrierte Sekundarschule am Römerweg Richtfest. Der Neubau ist Teil der Berliner Schulbauoffensive und setzt auf modulare Holzbauweise. Bis 2026 sollen hier 625 Schülerinnen und Schüler einziehen, ein Projekt, das Schnelligkeit, Nachhaltigkeit und neue Lernkonzepte verbindet.

Holz-Compartmentschulen sind modulare Schulbauten, die aus vorgefertigten Holzelementen bestehen und flexible Lernbereiche ermöglichen. Während am Römerweg in Lichtenberg derzeit eine solche Schule entsteht, zeigt das Bild ein Beispiel aus Marzahn-Hellersdorf, wo ebenfalls eine Holzschule in dieser Bauweise errichtet wird. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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In Lichtenberg wurde das Richtfest für die berlinweit dritte Holz-Compartmentschule gefeiert. Der Neubau am Römerweg 39 wird Platz für 625 Schülerinnen und Schüler bieten und soll zum Schuljahr 2026/2027 in Betrieb gehen. Auch eine Sporthalle gehört zum Bauvorhaben, dessen Gesamtkosten sich auf rund 63,6 Millionen Euro belaufen.
Am Festakt nahmen Senator für Stadtentwicklung Christian Gaebler, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, Bezirksstadträtin Sandy Mattes sowie Vertreter des Architekturbüros NKBAK teil. Gaebler sprach von einem weiteren Meilenstein der Berliner Schulbauoffensive und betonte, dass schnelle Bauprozesse und gute Architektur keinen Widerspruch darstellen.
Holz-Compartmentschule in Lichtenberg: Modulbau verkürzt Bauzeit auf 13 Monate
Das Projekt gehört zum Typenbauprogramm der Holz-Compartmentschulen, das von der Senatsverwaltung entwickelt wurde. Drei Bauformen – Grundschule, Integrierte Sekundarschule und Sporthalle – sind vorgesehen. Die Module entstehen in einer Produktionshalle in Köpenick und werden vorinstalliert auf die Baustelle geliefert. Dadurch steht der Rohbau bereits nach vier Monaten. Insgesamt dauert es von der Bodenplatte bis zur Übergabe des Gebäudes nur rund 13 Monate.
Staatssekretärin Christina Henke hob hervor, dass Berlin dringend neue Schulplätze brauche. Mit dem Neubau in Karlshorst würden Familien im Kiez entlastet und zugleich moderne Lernbedingungen geschaffen. Besonders erfreulich sei, dass die Schule auch über zeitgemäße Sportflächen verfügen werde.
Flexible Architektur: Holz-Compartmentschule in Lichtenberg passt sich Standort und Bedarf an
Die Holz-Compartmentschulen zeichnen sich durch ihre flexible Bauweise aus. Drei Gebäudeflügel mit zentralem Treppenhaus können unterschiedlich angeordnet werden, sodass sich die Architektur an die jeweilige Umgebung anpassen lässt. Im Inneren entstehen sogenannte Compartments: offene Lernbereiche, die durch Team- und Stammgruppenräume ergänzt werden. Die Oberflächen bestehen überwiegend aus Holz, was für ein angenehmes Raumklima sorgen soll.
Bezirksstadträtin Sandy Mattes erklärte, dass der Neubau nicht nur neue Schulplätze schaffe, sondern auch eine Ausweichmöglichkeit für das Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasium biete, das saniert werden soll. Zugleich setze der Holzbau ein Zeichen für zukunftsorientierte Schularchitektur.
Berliner Schulbauoffensive: Weitere Holz-Compartmentschulen bis 2026 in Bau und Planung
Alle Neubauten dieser Bauweise erhalten Photovoltaikanlagen, begrünte Dächer und hybride Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Vor Beginn der Bauarbeiten musste am Römerweg ein altes Kellergeschoss aus den 1980er-Jahren rückgebaut werden. Hinzu kam die Entsorgung von Schadstoffen und eine anspruchsvolle Baustellenlogistik aufgrund einer Hochspannungsleitung. Dennoch konnte der Zeitplan eingehalten werden.
Aktuell entstehen drei weitere Holz-Compartmentschulen, vier weitere sind in Planung. Noch Ende 2025 soll in Marzahn-Hellersdorf das nächste Richtfest gefeiert werden. Ziel ist es, mit diesem Bauprogramm die wachsende Nachfrage nach Schulplätzen schneller zu decken und gleichzeitig architektonisch hochwertige Gebäude zu errichten.
Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann betonte, dass jede neue Schule ein starkes Signal für die Zukunft der Stadt sei. Berlin investiere damit nicht nur in moderne Infrastruktur, sondern auch in die Bildung der nächsten Generation.
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Lichtenberg
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