Lichtenberg nutzt den Wohnungsbau-Turbo für mehrere Neubauprojekte mit rund 2.000 Wohnungen. Der Bezirk will Verfahren beschleunigen und zugleich städtebauliche, soziale und klimatische Standards sichern.

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

Lichtenberg setzt auf den Wohnungsbau-Turbo. Der Bezirk will damit Genehmigungsverfahren beschleunigen und dringend benötigten Wohnraum schneller schaffen. Nach Angaben des Bezirksamts geht es aktuell um mehrere Projekte mit insgesamt rund 2.000 Wohnungen. Dabei sollen städtebauliche Qualität, soziale Standards und eine gute Einbindung in die Nachbarschaft erhalten bleiben.

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Lichtenberg nutzt den Wohnungsbau-Turbo, um neue Wohnungen schneller zu ermöglichen. Das Bezirksamt teilte Ende April 2026 mit, dass das seit Herbst 2025 existierende Instrument bereits bei mehreren Projekten im Bezirk angewandt wird. Insgesamt sind rund 2.000 Wohnungen vorgesehen. Der Wohnungsbau-Turbo soll Verfahren verkürzen, ersetzt aber nach Darstellung des Bezirks keine fachliche Prüfung und keine städtebauliche Steuerung.

Der Blick auf mehrere Gebäude des Neubauprojekts in der Walkürenstraße in Karlshorst mit Baukran im Hintergrund.

Der Blick auf mehrere Gebäude des Neubauprojekts in der Walkürenstraße in Karlshorst, das dank des Wohnungsbau-Turbos schnell umgesetzt werden kann. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Wohnungsbau-Turbo in Lichtenberg mit klaren Vorgaben

Der Wohnungsbau-Turbo gilt seit dem 30. Oktober 2025. Grundlage ist das Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung. Es ändert das Baugesetzbuch und gibt Kommunen mehr Spielraum, damit Wohnungsbau schneller genehmigt werden kann. Nach Angaben der Bundesregierung können Kommunen dabei unter bestimmten Voraussetzungen auf langwierige Bebauungsplanverfahren verzichten.

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Lichtenberg setzt dieses Instrument gezielt ein. Bezirksstadträtin Camilla Schuler erklärt, der Bezirk wolle schnell bauen, aber nicht auf Kosten der Qualität. Neue Projekte müssten gut angebunden, klimafreundlich und sozial ausgewogen sein. Planung und Transparenz sollen nach ihrer Darstellung aber mit dem höheren Tempo verbunden bleiben.

2.000 Wohnungen in Lichtenberg sollen schneller entstehen

Der Bezirk verweist darauf, dass der Wohnungsbau-Turbo kein Freibrief sei. Vielmehr sollen neue Wohnungen schneller entstehen und langfristig zur Lebensqualität beitragen. Bei größeren Vorhaben sollen städtebauliche Verträge gemeinwohlorientierte Ziele absichern. Dazu zählen bezahlbarer Wohnraum, Gemeinschaftsflächen und eine Einbindung in das bestehende Stadtgefüge.

Die Zahl ist für Lichtenberg zentral: Rund 2.000 Wohnungen sind in den aktuellen Wohnungsbau-Turbo-Projekten vorgesehen. Dazu zählt auch das Neubauprojekt in Karlshorst an der Walkürenstraße 18–21 und Wallensteinstraße 51–56. Dort baut die STADT UND LAND ein Wohngebäudeensemble mit 234 geförderten Mietwohnungen. Die Arbeiten sind weit fortgeschritten und die Fertigstellung soll voraussichtlich 2027 erfolgen.

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Wohnungsbau-Turbo in Lichtenberg kein Freifahrtschein

Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet der Wohnungsbau-Turbo vor allem eine mögliche Beschleunigung beim Angebot neuer Wohnungen. Für Projektentwickler schafft das Verfahren kürzere Genehmigungszeiten und mehr Planungssicherheit. Entscheidend bleibt, wie Berlin die neuen Spielräume im Einzelfall nutzt.

Der Bezirk Lichtenberg kündigt an, Infrastruktur, Klimaschutz, soziale Ausgewogenheit und städtebauliche Qualität weiter zu berücksichtigen.

Quellen: Bezirksamt Lichtenberg, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, BERLINboxx

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One Comment

  1. LunaSioux 2. Mai 2026 at 11:34 - Reply

    Wäre vor allem wichtig, dass wir auch die Mittel bekommen, dass Lichtenberg (und die Stadt Berlin) die Infrastruktur für die zusätzlichen Einwohner ausbauen. Lichtenberg ist ja einer der Bezirke mit viel Potential für Neubau und wächst ja auch seit Jahren überdurchschnittlich. Das ist auch gut so, aber aktuell scheint ja das Konzept des Senats zu sein, dass wir einfach nur Wohnungen bauen und dann mal hinterher überlegen, wie wir die zusätzlichen Einwohner denn überhaupt tatsächlich unterbekommen.
    Dabei ist doch nicht offensichtlicher als dass mehr Wohnraum zu mehr Einwohnern führt und dass Einwohner nunmal Infrastruktur nutzen. Eigentlich müsste ab dem Moment, wo ein Bauprojekt genehmigt wird, sofort genau geprüft werden, wie wir bspw. den ÖPNV so verändern, dass die zusätzlichen Einwohner davon abgedeckt werden. Dasselbe Spiel für den Straßenverkehr. Ist ja jetzt kein Zauberwerk herauszufinden, dass neuer Wohnraum in Gegenden, wo eh schon ständig Stau ist, den Stau verstärkt. Ähnlich natürlich mit allem anderen, was man so im Alltag braucht.

    Ich kenne die schwierige finanzielle Lage von Lichtenberg, da ist Vieles auf Bezirksebene kaum finanzierbar, aber ich denke das Land Berlin profitiert ja insgesamt enorm von den Bezirken, die aktuell viel Wohnraum schaffen und müsste da dann dementsprechend auch Ressourcen in diesen Bezirken besonders konzentrieren.

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