An der Sewanstraße in Lichtenberg baut die HOWOGE ein neues Wohnhaus mit 116 Wohnungen. Der Bau schreitet sichtbar voran, die Fassadenarbeiten sind fast abgeschlossen und die Fenster bereits eingesetzt. Das Projekt gilt als Beispiel für nachhaltiges Bauen und eine vollständig strombasierte Energieversorgung.

Blick auf den Neubau an der Sewanstraße: Die Fassade ist weitgehend fertiggestellt, die Fenster sind bereits eingesetzt. Der Innenausbau folgt in den kommenden Monaten, damit der Zeitplan bis Frühjahr 2026 eingehalten werden kann. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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An der Sewanstraße 256 A–C in Friedrichsfelde-Süd entsteht ein Neubau mit 116 Mietwohnungen. Die HOWOGE hat den Rohbau abgeschlossen, die Fenster eingebaut und große Teile der Fassaden fertiggestellt. Einige Gerüste stehen noch, da in bestimmten Abschnitten weiterhin an der Fassade gearbeitet wird. Die Balkongeländer sind noch nicht montiert. Sie sind vorläufig mit Holzbrettern gesichert, bis die endgültige Montage erfolgt.
Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Frühjahr 2026 geplant. Bereits Ende 2025 möchte die HOWOGE mit der Vermietung beginnen. Damit liegt das Projekt weiterhin im Zeitplan. Der Bau markiert einen wichtigen Schritt in der Entwicklung entlang der Sewanstraße, wo die Wohnungsbaugesellschaft bereits mehrere Projekte umgesetzt hat.
Bauweise des Neubaus in Lichtenberg: Holz-Hybridkonstruktion mit fossilfreier Energieversorgung
Das Gebäude entsteht in Holz-Hybridbauweise. Diese Bauweise verbindet ökologische Materialien mit einer hohen Energieeffizienz. Drei Eingänge erschließen das Haus, das durch unterschiedliche Gebäudehöhen zwischen fünf und acht Geschossen mit der Umgebung vermittelt. Durch einen Durchgang bleibt das bestehende Quartier trotz Neubau fußläufig gut erreichbar.
Die Energieversorgung erfolgt vollständig ohne fossile Brennstoffe. Auf dem Dach erzeugt eine Photovoltaikanlage Strom, Luft-Wasser-Wärmepumpen sichern die Wärmeversorgung. Warmwasser wird dezentral über elektrische Durchlauferhitzer aufbereitet. Damit erreicht das Gebäude den Standard eines Effizienzhauses Plus und wird nach dem Prinzip des Nur-Strom-Hauses betrieben.
Wohnungsmix und soziale Struktur im HOWOGE-Projekt: Geförderte Einheiten für eine durchmischte Bewohnerschaft
Von den 116 Wohnungen entstehen 58 als geförderte Einheiten im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus. Die Wohnungen sind gleichmäßig über alle Etagen verteilt und reichen von Einzimmer- bis Fünfzimmerwohnungen. So will die HOWOGE eine soziale Durchmischung im Haus fördern. Jede Einheit erhält einen Balkon, eine Loggia oder eine Terrasse, die überwiegend nach Süden oder Osten ausgerichtet sind.
Alle Wohnungen sind schwellenfrei, 63 davon zusätzlich barrierefrei. Ebenerdige Duschbäder gehören ebenso zur Ausstattung wie Grundrisse mit offenen Wohnküchen. Eine Laubengangerschließung in Kombination mit Fenstern und Oberlichtern ermöglicht das Querlüften jeder Wohnung. Damit will die Baugesellschaft funktionale und zugleich flexible Wohnräume schaffen.
Außenanlagen und ökologische Gestaltung: Entsiegelte Flächen schaffen neuen Freiraum
Das Projekt ersetzt eine ehemals vollständig versiegelte Parkplatzfläche. Durch den Neubau wird die Fläche entsiegelt und teilweise in Grün- und Freiräume verwandelt. Rund 600 Quadratmeter Spiel- und Bewegungsflächen entstehen – 120 Quadratmeter mehr als vorgeschrieben. Damit will die HOWOGE das Angebot für Familien und Nachbarschaft stärken.
Die Freianlagen folgen einem ökologischen Pflanzkonzept. Heimische Bäume, Sträucher und Pflanzen mit unterschiedlichen Blühphasen sollen Lebensräume für Insekten und Vögel schaffen. Ergänzt wird das Konzept durch Felsen, Schotter und Findlinge, die Schutzräume für Kleintiere bieten. Ein Retentionsdach bremst den Abfluss von Regenwasser und führt es dem Grundwasser zu.
Mobilität und Quartiersentwicklung in Friedrichsfelde-Süd: Fahrradinfrastruktur und Anbindung an das Wohnumfeld
Für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner entstehen 237 Stellplätze für Fahrräder, davon zwölf für Lastenräder. Eine Fahrradgarage im Untergeschoss ergänzt das Angebot. Damit will die HOWOGE auf nachhaltige Mobilitätsformen setzen und auf die wachsende Bedeutung des Radverkehrs in der Stadt reagieren.
Das Projekt ist Teil einer städtebaulichen Entwicklung entlang der Sewanstraße. Bereits 2019 errichtete die HOWOGE hier ein Wohnhaus, das 2021 den Bundespreis „Umwelt und Bauen“ erhielt. Mit dem neuen Bauvorhaben knüpft die Gesellschaft an diese Entwicklung an und setzt die Transformation der Umgebung fort.

Bauarbeiten am Neubau in Holz-Hybridbauweise: Das Projekt wird als Nur-Strom-Haus betrieben und erfüllt den Standard Effizienzhaus Plus. Photovoltaik und Wärmepumpen übernehmen künftig die gesamte Energieversorgung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Auf der Rückseite des Neubaus sollen Grün- und Spielflächen entstehen: Hier entstehen rund 600 Quadratmeter Bewegungsflächen. Damit übertrifft das Projekt die vorgeschriebenen Mindestflächen und schafft zusätzlichen Freiraum für Familien. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Das Baugerüst auf der Vorderseite des Gebäudes steht noch: Hier entstehen Laubengänge, die das gesamte Haus erschließen werden. Die Ansicht zeigt den langen Gebäuderiegel des Neubaus mit 116 Mietwohnungen. Mit bis zu acht Geschossen vermittelt das Gebäude städtebaulich zwischen den unterschiedlich hohen Nachbarhäusern. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: CRKS Architektengesellschaft, HOWOGE
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