Drei Neubauten, rund 15.300 Quadratmeter Mietfläche und ein begrünter Innenhof: Das neue Leipziger Ostforum soll den bislang stark vom Verkehr geprägten Ostplatz neu ordnen. Kurz vor der Gesamtfertigstellung zeigt sich das Ensemble bereits in seiner endgültigen Gestalt.

Zwischen den Gebäuden entstehen derzeit die letzten Wege und Aufenthaltsbereiche des neuen Campus. Großzügige Durchgänge und Zufahrten verbinden den geschützten Innenbereich mit dem umliegenden Stadtquartier. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Am Leipziger Ostplatz steht eines der markantesten Neubauprojekte der vergangenen Jahre kurz vor dem Abschluss. Das Ostforum der Adler Group ist äußerlich weitgehend fertiggestellt, die Gerüste sind verschwunden und die geschwungenen, farbig gestalteten Fassaden bestimmen inzwischen die Kreuzung von Prager Straße, Johannisallee und Oststraße. Derzeit laufen vor allem noch Arbeiten an den Außenanlagen und innerhalb des neuen Campus.
- Stadtteil: Zentrum-Südost
- Adresse: Prager Straße 30
- Projekt: Ostforum Leipzig
- Projektentwickler: Adler Group
- Nutzung: Vorwiegend Büros, Wohnungen, Einzelhandel und Gastronomie
- Umfang: drei Gebäude, rund 15.300 Quadratmeter Mietfläche
- Wohnungen: 49 Neubauwohnungen
- Projektstatus: kurz vor der Gesamtfertigstellung
Das Ensemble verbindet gewerbliche Nutzungen mit Wohnen und öffentlich zugänglichen Außenräumen. Insgesamt entstanden drei Baukörper mit unterschiedlichen Höhen, die auf einer gemeinsamen zweigeschossigen Tiefgarage stehen.
Ostforum Leipzig: Letzte Arbeiten auf dem Campus laufen
Bereits im Frühjahr 2026 waren die Fassaden nach dem weitgehenden Rückbau der Gerüste erstmals vollständig sichtbar. Mittlerweile konzentrieren sich die Arbeiten vor allem auf die Freiflächen, Wege und Aufenthaltsbereiche zwischen den Gebäuden. Dort soll ein begrünter Innenhof mit Spiel-, Freizeit- und Begegnungsflächen entstehen.
Die Neubauten schirmen diesen Innenbereich gegenüber der stark befahrenen Prager Straße ab. Großzügige Durchgänge verbinden den Campus mit dem umliegenden Stadtquartier und der benachbarten denkmalgeschützten Kleingartenanlage Johannistal.

Das Gebäude am Ostplatz greift mit seiner abgerundeten Ecke die Geometrie der Kreuzung auf. In dem gemischt genutzten Ensemble sind Büros, Wohnungen sowie Flächen für Handel und Dienstleistungen vorgesehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Deloitte wird größter Büronutzer im Ostforum
Den größten Anteil am Projekt nehmen die Büro- und Gewerbeflächen ein. Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte hat rund 8.000 Quadratmeter angemietet und will Anfang 2027 ihre beiden bisherigen Leipziger Standorte dort zusammenführen. Rund 500 Beschäftigte sollen künftig im Ostforum arbeiten.
Im Untergeschoss ist mit Aldi ein Nahversorger vorgesehen. Weitere Flächen richten sich an Büro-, Dienstleistungs-, Einzelhandels- und Gastronomienutzungen. Ein Teil davon befindet sich weiterhin in der Vermietung. Hinzu kommen aber auch 49 Zwei- und Dreizimmerwohnungen mit Wohnflächen zwischen rund 40 und 107 Quadratmetern.
Drei Neubauten mit geschwungenen, farbigen Fassaden
Das architektonische Konzept stammt vom Leipziger Büro homuth+trappe architekten. Ziel war es, den bislang vor allem vom Verkehr bestimmten Ostplatz um ein urbanes Zentrum mit höherer Aufenthaltsqualität zu ergänzen.
Die drei Gebäude besitzen eine annähernd dreieckige Grundform und reagieren auf die Sichtachsen aus Seemannstraße, Teubnerstraße und Oststraße. Ihre Höhen orientieren sich an der umgebenden Bebauung. Besonders prägend sind die abgerundeten Gebäudeecken und die farbig gegliederten Fassaden, durch die das Ostforum bereits aus größerer Entfernung sichtbar ist.
Die Tragwerksplanung übernahm das Leipziger Büro Lochas–Forner. Eine Stahlbetonskelettkonstruktion ermöglicht flexible Bürogrundrisse und große, stützenfreie Durchgänge zum Innenhof. Unter dem gesamten Ensemble befindet sich eine Tiefgarage mit 183 Pkw-Stellplätzen; außerdem sind Fahrradabstellanlagen und Ladepunkte für Elektrofahrzeuge vorgesehen.

Das Ostforum ist entlang der Prager Straße inzwischen nahezu vollständig sichtbar. Während die farbig gegliederten Fassaden fertiggestellt sind, laufen im Erdgeschoss und auf den angrenzenden Freiflächen noch letzte Arbeiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Leipziger Ostplatz: Das Areal gehörte zum früheren Technischen Rathaus
Vor dem Neubau war das Grundstück Teil des weitläufigen Areals des ehemaligen Technischen Rathauses. Der benachbarte elfgeschossige Gebäuderiegel entstand 1976 für das DDR-Kombinat Chemieanlagenbau Leipzig-Grimma und wurde nach der Wiedervereinigung von der Leipziger Stadtverwaltung genutzt. Nach deren Auszug im Jahr 2009 begann die Neuordnung des Standorts.
Die Entwicklung des Ostforums geht noch auf die frühere CG Gruppe zurück, deren Projekte später teilweise in die Adler Group übergingen. Nach einem langwierigen Bauprozess nähert sich das Ensemble nun seiner vollständigen Fertigstellung. Mit dem Einzug weiterer Nutzer dürfte sich zeigen, ob der neue Campus den bislang verkehrsgeprägten Ostplatz tatsächlich zu einem lebendigeren städtischen Ort machen kann.
Quellen: Adler Group, Deloitte, Colliers, Leipziger Volkszeitung, homuth+trappe architekten, Lochas–Forner
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