Im ehemaligen Frauengefängnis an der Lehrter Straße ziehen bald die ersten Musiker ein. Gleichzeitig bereitet die BIM die nächsten Schritte vor: Auch das ehemalige Gerichtsgebäude soll saniert und zum Kulturstandort entwickelt werden.
© Titelbild: Wikimedia Commons, Bodo Kubrak, CC0
Fast 13 Jahre stand das ehemalige Frauengefängnis an der Lehrter Straße weitgehend leer. Jetzt kehrt neues Leben hinter die historischen Mauern zurück. Während die ersten Ateliers und Musikproberäume kurz vor der Übergabe stehen, richtet sich der Blick bereits auf den nächsten Bauabschnitt. Auch das ehemalige Gerichtsgebäude soll als Teil des denkmalgeschützten Ensembles für Kunst und Kultur entwickelt werden.
- Bezirk: Mitte
- Adresse: Lehrter Straße 60/61
- Projekt: Umnutzung des ehemaligen Frauengefängnisses
Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH hat den ehemaligen Verwaltungsbau und den Zellentrakt saniert.
Die Räume werden an die Kulturraum Berlin gGmbH übergeben, die sie im Rahmen des Berliner Arbeitsraumprogramms an professionelle Künstlerinnen und Künstler vermietet. Vor allem Musiker sollen die früheren Haftzellen künftig als Proberäume nutzen.
Die landeseigene Kulturraum Berlin gGmbH und die BIM finanzieren das Vorhaben überwiegend aus Steuermitteln. Private Kulturinstitutionen sind hingegen nicht einbezogen worden.
Frauengefängnis an der Lehrter Straße: Dritter Teil soll folgen
Der denkmalgeschützte Komplex besteht jedoch aus drei Gebäuden. Neben dem Verwaltungsgebäude und dem Zellentrakt gehört auch das ehemalige Gerichtsgebäude an der Lehrter Straße 60 dazu.
Genau dieser dritte Teil rückt nun in den Mittelpunkt. Nach Angaben der BIM sollen die Planungen fortgesetzt werden. Für die Sanierung soll die Ausschreibung in Kürze starten. Damit würde der letzte noch ausstehende Abschnitt des historischen Ensembles ebenfalls für eine neue Nutzung vorbereitet.

Lehrter Straße 60: Das ehemalige Gerichtsgebäude bildet den dritten Bauabschnitt der Entwicklung des historischen Ensembles zum Kulturstandort. / © Foto: Wikimedia Commons, Bodo Kubrak, CC0
Frauengefängnis als Ausstellungsort für Kulturprojekte
Bereits 2023 hatte der Berliner Senat für das ehemalige Gerichtsgebäude ein Produktionszentrum für die Freie Szene mit dem Schwerpunkt Musik vorgesehen. Die BIM ordnete das Vorhaben damals als Vorplanung ein. Inzwischen dient das Gebäude bereits zeitweise kulturellen Veranstaltungen. Während der Berlin Biennale wurde das ehemalige Gerichtsgebäude als Ausstellungsort genutzt.
Nach Senatsangaben verfügt die Lehrter Straße 60 über rund 3.200 Quadratmeter Bruttogrundfläche. Vorgesehen ist eine flexible Nutzung für wechselnde Kunstschaffende und Kulturprojekte. Ein Termin für den Start der Sanierung wurde bislang nicht genannt. Fest steht bislang lediglich, dass die nächsten Planungsschritte vorbereitet werden.
Historisches Frauengefängnis bleibt als Denkmal erhalten
Die Geschichte des Standorts bleibt trotz der neuen Nutzung sichtbar. Das Landesdenkmalamt führt die Anlage als „Nördliche Militär-Arrestanstalt“. Der zwischen 1898 und 1902 entstandene Komplex umfasst Gefängnis, Gerichtsgebäude, Verwaltungsgebäude und weitere historische Bauten. Viele Spuren der früheren Nutzung – darunter Mauern, Flure und ehemalige Zellen – bleiben erhalten und prägen den Charakter des Geländes.
Mit der Entwicklung des dritten Gebäudes würde die Umwandlung des ehemaligen Frauengefängnisses einen weiteren wichtigen Schritt machen. Während in den ersten Gebäuden schon bald Musik und künstlerische Arbeit den Alltag bestimmen, soll künftig auch das ehemalige Gerichtsgebäude Teil dieses neuen Kulturstandorts werden.
Ehemaliges Frauengefängnis an der Lehrter Straße
Quellen: Berliner Morgenpost, BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
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